Mobiles Betriebssystem

iOS 12: Vor diesen Herausforderungen steht das System

23.05.2018
Von Bastian Gruber und
Mit Beginn eines eigenen Blogs über Apple und OS X kam er auf direktem Weg zu Deutschlands bekanntestem Apple-Magazin. Hauptberuflich ist er als Software-Entwickler in Berlin unterwegs und kommt daher jeden Tag mit OS X in direkten Kontakt. Seine Leidenschaft ist, das System via Terminal zu erkunden und OS X als bisher bestes Betriebssystem zu loben.
Peter Müller ist der Ansicht, dass ein Apple täglich den Arzt erspart. Sei es iMac, Macbook, iPhone oder iPad, was anderes kommt nicht auf den Tisch oder in die Tasche. Seit 1998 beobachtet er die Szene rund um den Hersteller von hochwertigen IT-Produkten in Cupertino genau. Weil er schon so lange dabei ist, kennt er die Apple-Geschichte genau genug, um auch die Gegenwart des Mac-Herstellers kritisch und fair einordnen zu können. Ausgeschlafene Zeitgenossen kennen und schätzen seine Beiträge im Macwelt-Morgenmagazin, die die Leser werktags pünktlich um acht Uhr morgens in den nächsten Tag mit Apfel und ohne Doktor begleiten. Privat schlägt sein Herz für die Familie, den FC Bayern, sechs Saiten, Blues-Skalen und Triolen im Shuffle-Rhythmus.
Bis zu der WWDC bleiben noch zwei Wochen, erste Betas von iOS 12 werden intern ausprobiert. Was wir vom neuen Betriebssystem für iPhone und iPad erwarten.

In gut zwei Wochen beginnt die WWDC in San Jose. AppleApple wird auf der Entwicklermesser erstmals Einblick in iOS 12 und macOS 10.14 geben, schon jetzt aber sind deutliche Spuren der Systeme zu sehen, berichtet 9to5Mac. Es sei jedes Jahr das gleiche Muster, ab Januar könne man in den Weblogs vereinzelte Zugriffe von Safari in neuen Systemversionen erkennen, bis zum Frühjahr nehme das zu und mehrere hundert Seitenaufrufe geschehen mit internen Vorabversionen von Apples Büros und Laboren aus. So ist es auch heuer, Ende April habe man einen ersten signifikanten Peak in den Statistiken gesehen - die Testerei bei Apple wird also immer intensiver. Alles zu Apple auf CIO.de

Aus Sicht von Experten sollte sich Apple bei iOS stärker an Android P orientieren.
Aus Sicht von Experten sollte sich Apple bei iOS stärker an Android P orientieren.
Foto: Habrahabr.ru

Der Rhythmus ist seit dem Jahr 2011 und iOS 5 unverändert: Apple stellt auf seiner Entwicklerkonferenz eine neue Fassung des Betriebssystems vor und bringt sie nach etwa drei Monaten einer intensiven Testphase im Herbst heraus, zusammen mit einem neuen iPhoneiPhone. Seit iOS 8.3 im Frühjahr 2015 gibt es auch jeweils eine Public Beta, gegen Ende Juni wird diese wieder für iOS 12 aufgelegt. Alles zu iPhone auf CIO.de

Seit Februar kursieren Berichte, Apple wolle sich in diesem Jahr verstärkt um Sicherheit und Stabilität des Systems für iPhone und iPadiPad kümmern und weniger neue Features einbauen. Baustellen gibt es jedenfalls genügend, wie die immer wieder auftauchenden Sicherheitslücken zeigen oder jene Bugs, über die man mit bestimmten Buchstaben und Sonderzeichen iOS 11 zum Absturz bringen konnte. Alles zu iPad auf CIO.de

Verbesserungen und Optimierungen tun also dringend Not, zuletzt hatte Google auf seiner Entwicklerkonferenz Google I/O mit Android P einige Neuerungen gezeigt, an denen sich auch Apple orientieren könnte. Darüber hinaus haben wir noch einige Wünsche an iOS 12 gesammelt, die wir teilweise schon seit Jahren mit uns herumtragen.

Googles Android: Plötzlich Vorbild

Wie Android P ein Vorbild für iOS 12 geben könnte, erklärt Michael Simon auf Macworld. Android-Systeme waren bislang für ein größeres Sicherheitsrisiko bekannt, vor allem weil man in vielen von Handyherstellern verwendeten Versionen nicht so leicht an ein aktuelles und gepatchtes System kommt. Simon sieht aber die bei Android gegebene Entkoppelung von System und Apps, die getrennt voneinander Updates bekommen, als vorteilhaft an. Denn zuletzt hatte der iPhone-Hersteller im Jahrestakt nicht nur das Betriebssystem mit neuen Funktionen oder Ansichten versehen, sondern zeitgleich auch zentrale Apps wie Mail, iMessages oder Kalender renoviert und aufgebohrt.

Google würde sich hingegen bei neuen Fassungen, aktuell Android P, vor allem darum kümmern, dass Kernbestandteile des Systems besser oder erweitert würden. Auch die Oberfläche bekäme in subtiler, aber steter Weise Verbesserungen, während Apple Softwareoptimierungen eher aufgrund von Änderungen an der Hardware vornimmt, etwa 3D Touch oder die neuen Gesten für das Homebutton lose iPhone X.

Mit iOS 12 müsse Apple schließlich mehr liefern als versprochen, so wartet man etwa immer noch auf das längst angekündigte Airplay 2 und Apple Pay Cash kam auch erst mit einem Punkt-Update. Lieber sollte Apple Funktionen zurückhalten und diese erst in Public Betas einfließen lassen, wenn sie reif genug sind. Genau das scheint Apple aber mit iOS 12 zu planen.

Wunschliste

Ganz ohne Neuheiten wird Apple im Sommer aber iOS 12 nicht vom Stapel lassen, Macworlds Jason Cross hat daher einen kleinen Wunschzettel an Apple für das Betriebssystemupdate geschrieben. Ganz oben stehen da natürlich Verbesserungen, vor allem an Siri – Apple hinkt in Sachen künstlicher Intelligenz der Konkurrenz von Amazon und Google mittlerweile hinterher. Siri benötige vor allem eine bessere Stimmenerkennung und wie etwa Alexa mehr Spaßfunktionen wie das Erzählen von Witzen.

Cross stört sich zudem an dem großen Overlay auf dem Bildschirm, das beim Verstellen der Lautstärke erscheint und daran, dass die Kamera-App zu wenige Konfigurationsmöglichkeiten lässt – man muss sich immer erst in die App Einstellungen bemühen, will man etwa das Videoformat ändern. Ein echter Dark Mode sei ebenso erforderlich wie die Möglichkeit, App-Icons komplett frei platzieren zu können.

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Das energieeffiziente OLED-Display des iPhone X könnte auch stets angeschaltet bleiben und etwa weiß auf schwarzem Hintergrund die Uhrzeit und das Datum zeigen. An die Benachrichtigungen muss Apple auch ran, zumindest sollte iOS 12 diese gruppieren, ehe sie überhand nehmen. Facetime schließlich sollte Gruppengespräche erlauben und den Portait-Modus ab iPhone 7 Plus könnte Apple auch mit Software allein für die eine einzelne Front- oder Rückkamera einbauen.

Apropos Fotos: Warum Apple nach wie vor nur 5 GB an Gratis-Storage für die iCloud bietet, müsste Cupertino noch mal erklären – Druck könnte aber durch das Google Pixel bestehen, das für Fotos und Videos unbegrenzt Speicher zur Verfügung stellt. Zur I/O hatte Google zudem das Google Drive in Google One umbenannt und 15 GB freien Speicher gewährt. Cross wiederholt zuletzt auch eine alte Forderung, an die sich zahlreiche Entwickler anschließen: iOS 12 muss in der Variante für das iPad endlich mal ein Mehrbenutzersystem werden.

Neue Features von Apple

Nun hilft das Wünschen nicht immer weiter, auf dem Ohr zeigt sich Apple meistens taub. Doch gab es in den Wochen vor der WWDC einige Hinweise auf neue Funktionen. So will der Hersteller angeblich wohl auf die zunehmende Kritik an Smartphone-Abhängigkeiten bei Kinder und Jugendlichen reagieren: Ein neues Tool namens Digital Health wird den Eltern zeigen, wie lange ihre Kinder auf den Bildschirm gestarrt haben.

Zu den auf 2019 verschobenen iOS-Neuheiten sollen ein überarbeiteter Homescreen und Benutzeroberflächen für die Nutzung im Auto gehören, auch Verbesserungen für Apps wie Mail und Updates für Kamera-App, Bildbearbeitung und Sharing kommen demnach erst 2019. Einige neue Funktionen bleiben aber im Programm: So sollen schon 2018 Verbesserungen in den Bereichen Augmented Reality, Gesundheits-Apps und Kinderschutz kommen.

Der neue Fokus auf Qualität und Performance ist nicht unumstritten, so fragten laut Bloomberg manche Apple-Manager im entscheidenden Meeting, ob dieser Ansatz wirklich zu höherer Qualität führe. Außerdem würden Kunden dazu tendieren, eher für neue Funktionen zu zahlen, als für mehr Sicherheit und Zuverlässigkeit.

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