Capgemini-Studie

IT-Manager setzen auf DevOps und Digital Twins

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
IT-Verantwortliche aus dem deutschsprachigen Raum setzen in den kommenden Jahren stärker auf DevOps und Digital Twins. Die größten Sorgen bereitet die Datenschutzgrundverordnung, wichtigster Hoffnungsträger ist Virtual Reality.
  • Zu den wichtigsten Themen der IT-Manager gehören die DSGVO, Privacy by Design, das Management digitaler Identitäten sowie Gefahren durch die private Nutzung von Services am Arbeitsplatz.
  • Viele IT-Chefs arbeiten vorrangig an ihrer Anwendungslandschaft.
  • Eine Mehrheit rechnte für 2019 und 2020 mit steigenden IT-Budgets.

"Viele Unternehmen stecken noch mitten in der Digitalisierung, da kommt nach Cloud und Big Data die nächste große Herausforderung auf sie zu: intelligente Technologien", erklärt Uwe Dumslaff, Chief Technology Officer Germany bei Capgemini. Was bei CIOs für das laufende und die kommenden Jahre auf der Tagesordnung steht, zeigt eine aktuelle Studie der Unternehmensberater.

Fünf Trends und sechs Hoffnungsträger leitet Capgemini aus einer aktuellen Studie ab.
Fünf Trends und sechs Hoffnungsträger leitet Capgemini aus einer aktuellen Studie ab.
Foto: Capgemini

Aus den Antworten von mehr als 100 Entscheidern großer Unternehmen im deutschsprachigen Raum leitet Capgemini fünf Trends für 2019 ab. Ganz oben rangiert die Datenschutzgrundverordnung (DSVGO). Es folgen die Integration des Datenschutzes in die IT-Systeme ("Privacy by Design") und das Management digitaler Identitäten beziehungsweise Multi-Faktor-Authentifizierung. Gefahren durch die private Nutzung von Apps und Services am Arbeitsplatz, in der Studie mit "BYOx" umschrieben, sowie Security-Automation schließen die fünf wichtigsten Trends ab.

Innerhalb dieser Trends identifizieren die Berater "Aufsteiger des Jahres". Das sind zum einen DevOpsDevOps. Das Kunstwort aus Development und Operations bezeichnet einen Ansatz zur Prozess-Optimierung: gemeinsame Anreize, Prozesse und Werkzeuge sollen eine effektivere Zusammenarbeit von IT-Entwicklungs- und -Betriebs-Teams ermöglichen. Alles zu DevOps auf CIO.de

Ein weiterer Aufsteiger im Capgemini-Ranking sind Digital TwinsDigital Twins. Haptische Gegenstände erhalten einen digitalen "Zwilling", an dem beispielsweise simuliert werden kann, wie sich Veränderungen an einer Maschine auswirken. Noch werden Digital Twins im Tagesgeschäft wenig genutzt, kommentiert Capgemini. Da sich aber rund ein Viertel der Befragten mit der Planung und Implementierung beschäftigt, erwarten die Berater in den kommenden Jahren einen Anstieg. Alles zu Digital Twin auf CIO.de

Cloud, Plattformen und Automatisierung prägen die Arbeit

Die Studie identifziiert darüber hinaus auch "Hoffnungsträger". Dazu gehören Themen wie Virtual & Augmented Reality, Cognitive Computing zur Steuerung von Geschäftsprozessen, Mobile Wallet (Payment, Access Control), Infrastructure as acode und Sicherheitsmaßnahmen für das Quanten-Computing. Stichwort Virtual & Augmented Reality: Viele Unternehmen suchen noch nach Use Cases, schreibt Capgemini und fügt an: "Die könnten sich mit der Einführung des neuen Mobilfunkstandards 5G ergeben."

Unabhängig von diesen Trends zeigt die Studie, dass CIOs in diesem Jahr vor allem an der Anwendungslandschaft arbeiten. Fast zwei von drei Befragten (63 Prozent) migrieren weitere Anwendungen in die Cloud. 58 Prozent schaffen neue Plattformen für Sales/Kundenkontakte, ERP-Systeme oder das Internet of Things (IoT). Jeder Zweite setzt auf die Automatisierung von Software-Tests.

Den Erfolg bisheriger Digitalisierungsinitiativen hält Capgemini für "ernüchternd".
Den Erfolg bisheriger Digitalisierungsinitiativen hält Capgemini für "ernüchternd".
Foto: Capgemini

Insgesamt sei der Erfolg der Digitalisierungsprojekte aber bislang mittelmäßig, kommentiert Capgemini, die Bilanz "ernüchternd". Die höchsten Wertungen geben sich die Befragten selbst in puncto Effizienzsteigerung und Sicherung der Marktposition. Am schwächsten schneiden sie nach eigener Einschätzung beim Erschließen neuer Geschäftsfelder ab.

Eine weitere Frage drehte sich um die IT-Budgets. Eine relative Mehrheit von 44 Prozent rechnet in diesem Jahr mit mehr Geld - für 2020 sagen das sogar 47 Prozent. Unternehmen investieren im Schnitt knapp ein Viertel ihres IT-Budgets in die Digitalisierung. In Konzernen mit mehr als einer Milliarde Euro Jahresumsatz sind es 30 Prozent.

Der internationale Wettbewerb wird sich in den nächsten drei Jahren verschärfen, erwarten die Studienteilnehmer. Capgemini empfiehlt daher, nicht zu lange mit dem Einsatz intelligenter Technologien zu warten.

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