CIO Leadership Excellence Program 2017

Ohne Strategie und Führung keine Digitale Transformation!

Simon Hülsbömer verantwortet als Program Manager Executive Education die Geschäftsentwicklung und die Inhalte des IDG-Weiterbildungsangebots an der Schnittstelle von Business und IT. Zuvor war er rund zehn Jahre lang als (leitender) Redakteur für die Computerwoche tätig und betreute alle Themen rund um IT-Sicherheit, Risiko-Management, Compliance und Datenschutz.
In der Digitalisierung sind Strategie- und Leadership-Fähigkeiten mehr denn je gefragt. Dem trägt auch das "Leadership Excellence Program" von CIO und WHU Rechnung, das im Herbst in die nächste Runde startet. Bewerben Sie sich jetzt!

Mit nunmehr bereits dem sechsten Durchgang zählt das CIO Leadership Excellence Program (LEP) zu den etablierten "Advanced Management Programs" für CIOs und IT-Führungskräfte. Warum die im LEP gemeinsam von den Teilnehmern im kleinen Kreis erarbeiteten Lernerfahrungen zu Strategie, Leadership, Innovation und Entrepreneurial Thinking gerade im Kontext der aktuellen Digitalisierungsdebatte mehr denn je Relevanz haben, erläutern uns Prof. Dr. Jürgen Weigand, Associate Dean WHU – Otto Beisheim School of Management, sowie Dr. Rebecca Winkelmann, Managing Director WHU Executive Education.

CIO.de: Wie sieht der Akademiker die aktuelle Digitalisierungsdiskussion?

Jürgen Weigand: Als Industrieökonom muss ich natürlich betonen, dass es in der Wirtschaftshistorie technologischen Wandel seit jeher gab und dieser auch häufig zu massiven Verschiebungen in Marktstruktur und Wettbewerbsverhältnissen geführt hat. Dennoch hat die DigitalisierungDigitalisierung viele Facetten, die in ihrer Qualität und Geschwindigkeit eine neue Dimension erreichen. Nehmen Sie nur das Beispiel von Zalando, einem von vielen Startups unserer WHU-Absolventen, und machen Sie sich selbst ein Bild, wie radikal Zalando binnen weniger Jahre den deutschen Schuh- und Mode-Retailmarkt verändert hat. Ohne Digitalisierung wäre das undenkbar gewesen. Alles zu Digitalisierung auf CIO.de

Gleichzeitig sind diese Unternehmen heute viel agiler und oft - auch global - sehr dezentral organisiert. Daraus resultieren natürlich direkt Effekte auf die Führungskultur. Managen in hierarchischen Strukturen funktioniert hier nicht. Es geht um wirkliche FührungFührung, das heißt Richtung geben durch persönliche Glaubwürdigkeit und der Fähigkeit zu Integration oft wiederstrebender Charaktere und Interesse in den verschiedenen Teams. Alles zu Führung auf CIO.de

Jürgen Weigand ist Associate Dean der WHU und gehört zum Dozententeam des CIO Leadership Excellence Program.
Jürgen Weigand ist Associate Dean der WHU und gehört zum Dozententeam des CIO Leadership Excellence Program.
Foto: WHU

CIO.de: Was bedeuten diese Entwicklungen für zukunftsgerichtete Ausbildungsprogramme - gerade für die Zielgruppe der Executives? Brauchen wir jetzt reine Digitalisierungsprogramme beziehungsweise müssen wir die bestehenden Modelle neu denken?

Rebecca Winkelmann: Darauf ein klares Jein. Weder wird Digitalisierung die Inhalte noch die Art und Weise, wie Executive Education Lernerfahrungen schafft - beispielsweise bei den Teilnehmern im CIO Leadership Excellence Program -, radikal auf den Kopf stellen. Anderseits müssen große richtungsgebende Trends, wie die Digitalisierung, konsequente Berücksichtigung in den Programmen finden.

Ich darf hier nur auf eine Analyse verweisen, die bereits 2013 im CIO Magazin unter dem Titel "Das IT-Wissen der Vorstände" erschienen ist, und in der die These vertreten wird, dass in naher Zukunft keine Führungsrolle mehr ohne IT- oder besser gesagt Digitalisierungskompetenz auskommt. Was damals vielleicht noch Vision war, ist heute vielfach bereits Wirklichkeit. Auf ein solches Zielsystem von Führungskräften, die Business-Strategien für ein digital getriebenes Marktumfeld entwickeln können, richten wir insbesondere auch das CIO Leadership Excellence Program aus.

Anderseits müssen sich die Führungskräfte darauf einstellen, dass zukünftig ein immer größerer Teil der Mitarbeiter Digital Natives sein werden. Diese wollen anders motiviert werden und für sie sind gute Work-Life-Balance oder Sinnhaftigkeit der Arbeit wesentliche Entscheidungskriterien. Die Relevanz und Konsequenz dieses Perspektivenwechsels für sich selbst als Führungskraft zu erkennen, führt häufig zu einer aktiven Auseinandersetzung mit der eigenen Wertewelt - was wiederum ein sehr klassisches Thema darstellt.

Rebecca Winkelmann zeichnet für den Bereich Executive Education der WHU verantwortlich.
Rebecca Winkelmann zeichnet für den Bereich Executive Education der WHU verantwortlich.
Foto: Rebecca Winkelmann

Strategie- und Führungs-Skills weiterentwickeln

CIO.de: Wie können wir uns eine Verknüpfung von klassischen Strategie-Skills mit den Herausforderungen der Digitalisierung im Unterricht konkret vorstellen?

Jürgen Weigand: Lassen Sie mich das am Beispiel einer Simulation erläutern, die wir in vielen Ausbildungsprogrammen - auch innerhalb des LEP - nutzen. Konkret geht es darum, eigene StrategienStrategien zu entwickeln und die Auswirkungen der eigenen Strategie auf die von Mitwettbewerbern respektive die gegenseitigen Interaktionen zu erleben. Alles zu Strategien auf CIO.de

Natürlich könnte man dies an einem Beispiel aus der Automobilindustrie oder der Konsumgüterindustrie durchspielen, also einem Auto oder einem Softdrink. Deutlich größer ist jedoch der Lerneffekt, wenn man beispielsweise einen jüngeren Markt wie den des 3D-Druck als den zu bearbeitenden Markt nimmt. Während Faktoren wie Preispunkte, Markstrukturen, Kostendegressionseffekte in reifen Industrien bereits relativ stabil sind, herrscht in diesem Markt hohe Unsicherheit und Komplexität. Hierdurch werden die Teilnehmer vor eine Vielzahl von zusätzlichen Faktoren gestellt, die in der Strategiefindung zu berücksichtigen sind.

Was das Thema Führung und Leadership angeht, beobachten wir während einer solchen Simulation zudem immer auch gruppendynamische Prozesse, die sich innerhalb der Lerngruppen abspielen. Die zufällige Zusammensetzung der Teams und die Unterschiedlichkeit der darin vertretenen Persönlichkeiten fördern zwangsläufig Führungs- und Vermittlungskompetenzen in einem sehr überschaubaren, gleichwohl aber realistisch agil-volatilen Umfeld innerhalb der Gruppe. So entwickeln die Lernenden neben ihren Strategie-Skills auch ihre Führungsqualitäten weiter.

Um in der digitalen Welt mit seinem Unternehmen durchzustarten, sind Führungsqualitäten gefragt.
Um in der digitalen Welt mit seinem Unternehmen durchzustarten, sind Führungsqualitäten gefragt.
Foto: turgaygundogdu - shutterstock.com

CIO.de: Diese gruppendynamischen Prozesse sprechen im Executive-Umfeld wohl auch für Präsenzseminare in der Weiterbildung und gegen den E-Learning-Trend, oder?

Rebecca Winkelmann: Ja, unter anderem. Sicherlich bieten neue Technologien auch neue Möglichkeiten des Blended oder Online Learnings. Gerade in Executive-Programmen ist die Erarbeitung der Lösungen im persönlichen Gespräch und im geschützten Raum ein wesentlicher Aspekt der Lernerfahrung. Um im Beispiel zu bleiben: So wird der CIO eines Maschinenbauers anders über die Marktchancen und Voraussetzungen des 3D-Drucks denken als zum Beispiel der CIO eines Schokoladenherstellers.

Darüber hinaus darf bei aller Digitalisierung nicht vergessen werden, dass Communities von Top-Führungskräften - so auch die CIO Community - immer noch eine starke persönliche Komponente haben. Gemeinsam im Klassenzimmer oder im Gruppenarbeitsraum zu lernen, ist eine gute Basis für die Community-Bildung. Dies zeigen ja beispielsweise auch die LEP-Alumni beim "CIO des Jahres" immer sehr schön.

Neue Impulse im Programm 2017

CIO.de: Wo werden im aktuellen CIO LEP-Programm neben den bewährten Themen neue Akzente gesetzt?

Jürgen Weigand: Im Wesentlichen geht es immer noch darum, erfolgreiche Führungskräfte und CIOs noch besser zu machen, in dem wir ihre Stärken stärken und ihnen Anregunge sowie Tools an die Hand geben, mit denen sie in Einzelbereichen eventuell noch vorhanden Lücken schnell und pragmatisch schließen können.

Wo wir sicherlich im Programm allgemein einen noch stärken Fokus legen, als wir dies in der Vergangenheit getan haben, ist der Bereich der agilen und kreativen Strategie- und Ideenentwicklung, beispielsweise durch ein Modul zu "Entrepreneurial Thinking", in dem die Methode des Business Model Canvas eingesetzt wird. Wir tun dies aus unserer Erfahrung heraus, dass neben persönlicher Authentizität und fachlicher Kompetenz in der Führung die große Neugier für neue Themen und die Bereitschaft zum permanenten Neu- und Umlernen zu den Erfolgsfaktoren von Führungskräften gehört.

Jetzt für LEP 2017 bewerben!

Vom 23. bis 27. Oktober 2017 startet der nächste Durchgang des "CIO Leadership Excellence Program" mit dem Modul "General Management" auf dem WHU-Campus in Düsseldorf. Vom 23. bis 27. April 2018 führt das Modul "Interkulturelles Management" die Teilnehmer dann nach China, unter anderem nach Shanghai und Hongkong. Ausführliche Informationen zum Programm und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie auf der LEP-Website. Wir freuen uns auf Sie!

Um Ihnen die Wartezeit bis Oktober zu verkürzen, können Sie hier schon einmal Ihre General-Management-Skills austesten:

Links zum Artikel

Kommentare zum Artikel

comments powered by Disqus