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BMW-Werk Hams Hall

Robo-Dog SpOTTO überwacht Produktionsanlagen bei BMW

Jürgen Hill ist Chefreporter Future Technologies bei der COMPUTERWOCHE. Thematisch befasst sich der studierte Diplom-Journalist und Informatiker derzeit mit aktuellen IT-Trendthemen wie KI, Quantencomputing, Digital Twins, IoT, Digitalisierung etc. Zudem verfügt er über einen langjährigen Background im Bereich Communications mit all seinen Facetten (TK, Mobile, LAN, WAN). 
BMW ist auf den Hund gekommen. Im britischen Werk Hams Hall überwacht ein Roboterhund die Produktionsanlagen und sammelt Daten. Ist das die Zukunft?
Roboterhund im BMW-Werk Hams Hall.
Roboterhund im BMW-Werk Hams Hall.
Foto: BMW Group

Die autonomen, KI-gesteuerten RoboterRoboter sind im Kommen. Vorbei scheinen die Zeiten, in denen Roboter durch Zäune vom Menschen getrennt arbeiteten. Erst kürzlich berichteten wir über Pläne, bei BMW und Mercedes-Benz humanoide Roboter einzuführen. Alles zu Roboter auf CIO.de

Nach den Humanoiden kommt der Robo-Dog

Und nun hält bei BMW die nächste autonome Robotergattung Einzug: Der Roboterhund SpOTTO, den das US-Unternehmen Boston Dynamics produziert. Neben BMWBMW experimentiert hierzulande auch die Deutsche BahnDeutsche Bahn mit dem Robo-Dog. Im Instandhaltungswerk Mainz-Bischofsheim soll er für die Wagenortung und Radsatzwelleninspektion eingesetzt werden. Und in München wird getestet, inwieweit der Roboterhund für die Jagd auf Graffiti-Sprayer taugt. Top-500-Firmenprofil für BMW AG Top-500-Firmenprofil für Deutsche Bahn

SpOTTO sammelt Daten

Ganz andere Aufgaben hat dagegen der vierbeinige Roboter namens "SpOTTO" im britischen BMW-Motorenwerk Hams Hall. Er soll zum einen die Anlagen überwachen und so für einen reibungslosen Produktionsablauf sorgen. Zum anderen hat er die Aufgabe, das WerkWerk zu scannen, um Daten für den digitalen Zwilling des Werks zu sammeln. Neben Hams Hall wird der Einsatz von Roboterhunden derzeit in weiteren Werken der BMW Group getestet. Top-Firmen der Branche Automobil

Den Hintergrund für den Einsatz von SpOTTO erklärt Klaus von Moltke, Leiter Motorenproduktion der BMW AG: "VirtualisierungVirtualisierung, Automatisierung und künstliche Intelligenzkünstliche Intelligenz sind wichtige Grundpfeiler der BMW iFACTORY." Und dabei spielt der Robo-Dog eine wichtige Rolle bei der Erstellung und Weiterentwicklung eines vollständig vernetzten digitalen Zwillings des Werks. Alles zu Künstliche Intelligenz auf CIO.de Alles zu Virtualisierung auf CIO.de

Hund trifft Digital Twin

Der digitale Zwillingdigitale Zwilling arbeitet auf drei Ebenen: Auf der ersten Ebene werden 3D-Darstellungen des kompletten Werks erstellt. Die zweite Ebene umfasst eine große Datenschicht, in die der autonome Roboterhund sowie Produktionsanlagen und IT-Systeme des Werks alle relevanten Informationen einspeisen. Alles zu Digital Twin auf CIO.de

Robo-Dog SpOTTO sammelt nicht nur Daten für den Digital Twin des Werkes, sondern überwacht auch die Produktionsanlagen.
Robo-Dog SpOTTO sammelt nicht nur Daten für den Digital Twin des Werkes, sondern überwacht auch die Produktionsanlagen.
Foto: BMW Group

Auf der dritten Ebene - der Anwendungsebene - sortieren spezielle Programme die gesammelten Daten in verständliche und nachvollziehbare Einheiten. Mit Hilfe von Apps können die Mitarbeiter im Werk die Daten auswerten und nutzen. Anwendungsbeispiele dafür sind etwa die Qualitätssicherung und die Produktionsplanung.

Das Sammeln von Daten für den digitalen Zwilling ist nur eine der vielen Aufgaben für den Vierbeiner. Ausgestattet mit zahlreichen visuellen, thermischen und akustischen Sensoren kann SpOTTO auch in der Instandhaltung eingesetzt werden.

SpOTTO überwacht die BMW-Produktion

So überwacht er unter anderem die Temperaturen in den Produktionsanlagen und erkennt, wenn eine Anlage zu heiß läuft - ein frühes Anzeichen für einen möglichen Ausfall. n Hams Hall ist SpOTTO zudem darauf spezialisiert, undichte Druckluftleitungen in der Produktion zu identifizieren. Da Druckluft viel Energie benötigt, senkt das schnelle Aufspüren von Lecks den Energieverbrauch.

Während es SpOTTO im warmen und trockenen BMW-Werk durchaus komfortabel hat, ist sein Artgenosse im Instandhaltungswerk Mainz-Bischofsheim der Deutschen Bahn härter dran: Er muss bei Wind und Wetter raus und zudem auf unwegsamen Gelände entlang der Gleise laufen. Die Bahn testet, ob sie Roboterhunde wie Spot künftig zur Inspektion von Waggons einsetzt.

Robohunde bei der Deutschen Bahn

Im Instandhaltungswerk Mainz-Bischofsheim der Bahn inspiziert ein Robo-Dog die Güterwagen.
Im Instandhaltungswerk Mainz-Bischofsheim der Bahn inspiziert ein Robo-Dog die Güterwagen.
Foto: Deutsche Bahn/Stefan Wildhirt

So soll der Robo-Dog eigenständig Güterwagen identifizieren und Sichtprüfungen vornehmen, um Schäden am Zug zu erkennen. Darüber hinaus übernimmt der Vierbeiner die aufwendigen Grubenarbeiten unter dem Zug. Angedacht sind auch weitere Anwendungsfälle, wie etwa die Erkennung loser Bremsschläuche oder Leckagen an Güterwagen.

Bei der Bahn übernimmt die Roboterhund auch die unbequeme Grubenarbeit.
Bei der Bahn übernimmt die Roboterhund auch die unbequeme Grubenarbeit.
Foto: Deutsche Bahn/Stefan Wildhirt

Bewährt sich Spot, so ist der Einsatz in weiteren Werken der DB Cargo geplant. Eine ganz andere Bewährungsprobe muss der Roboterhund seit März bei der Deutschen Bahn in München bestehen. Er soll dabei helfen, die S-Bahn-Züge frei von Graffiti zu halten und Vandalismus vorbeugen.

Spot jagt Graffiti-Sprayer

In München jagt Robo-Dog bei der S-Bahn testweise Graffiti-Sprayer.
In München jagt Robo-Dog bei der S-Bahn testweise Graffiti-Sprayer.
Foto: Deutsche Bahn AG/Thomas Kiewning

Dazu patrouilliert er eigenständig über Abstellanlagen und erkennt der Bahn zufolge KI-gestützt unbefugte Personen oder andere Unregelmäßigkeiten. Erkennt Spot solche Unregelmäßigkeiten, startet er eine Liveübertragung in HD-Qualität an die Mitarbeiter des DB-Sicherheitsdienstes. Diese können dann entscheiden, welche weiteren Schritte einzuleiten sind.

Die Bahn hofft, so die Graffiti-Flut eindämmen zu können. Denn die Verunstaltungen müssen in mühsamer Handarbeit entfernt werden. Das verursacht allein bei der S-Bahn München Kosten im hohen sechsstelligen Bereich und pro Woche müssen rund zwölf Fahrzeuge in die Werkstatt.

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