Erstes Quartal 2017

Tote Hose im Servermarkt - HP Enterprise leidet

Heinrich Vaske ist Editorial Director von COMPUTERWOCHE und CIO. Seine wichtigste Aufgabe ist die inhaltliche Ausrichtung beider Medienmarken - im Web und in den Print-Titeln. Vaske verantwortet außerdem inhaltlich die Sonderpublikationen, Social-Web-Engagements und Mobile-Produkte und moderiert Veranstaltungen.
Hewlett-Packard Enterprise (HPE) hat schwache Geschäftsergebnisse für das erste Geschäftsviertel ausgewiesen und vor einer weiter schleppenden Geschäftsentwicklung gewarnt. Die mäßigen Server- und Storage-Umsätze setzen dem Konzern zu. Besser lief es für die HP Inc.

Die Einnahmen von HPEHPE im ersten Quartal 2017 lagen mit 11,4 Milliarden Dollar um rund zehn Prozent unter dem Ergebnis der vergleichbaren Vorjahresperiode (12,7 Milliarden), wofür teilweise auch Währungsverluste und Portfolioanpassungen verantwortlich waren. HPE verfehlte allerdings auch die durchschnittlichen Erwartungen der Wall-Street-Analysten deutlich (12,07 Milliarden). Der Nettoertrag belief sich auf 267 Millionen Dollar, im Vorjahr hatte HPE noch 302 Millionen Dollar erwirtschaftet. Der Aktienkurs des Unternehmens gab nachbörslich um gut fünf Prozent nach. Alles zu HP auf CIO.de

HPE-Chefin Meg Whitman hat keine guten Nachrichten zur Geschäftsentwicklung zu verkünden.
HPE-Chefin Meg Whitman hat keine guten Nachrichten zur Geschäftsentwicklung zu verkünden.
Foto: Evernine

Besonders heftig traf es HPE im Geschäftsbereich Enterprise Group, der Server, Storage und Networking-Equipment verkauft. Die Erlöse lagen hier um zwölf Prozent unter denen des Vorjahres und beliefen sich auf 6,3 Milliarden Dollar. Das Geschäft mit Enterprise Services belief sich auf vier Milliarden Dollar, ein Minus von elf Prozent. Der Softwarebereich schrumpfte um acht Prozent auf 721 Millionen Dollar (Lizenzumsatz: minus neun Prozent).

Ungünstige Währungskurse

CEO Meg Whitman machte vor allemWährungsschwankungen für die mäßigen Zahlen verantwortlich. Die Rahmenbedingungen blieben weiter schwierig, so Whitman, deshalb korrigiere HPE seine Ziele für das Geschäftsjahr nach unten. HPE ist derzeit massiv mit Carve-outs beschäftigt. Der rund 100.000 Mitarbeiter umfassenden IT-Services-Bereich wird im Rahmen eines 8,5 Milliarden Dollar-Deals mit dem Dienstleister CSC zusammengeführt. Das Softwaregeschäft wird mit der britischen Micro Focus international fusioniert, ebenfalls ein gigantischer Merger im Wert von rund 8,8 Milliarden Dollar.

Hat HPE diese Schritte bewältigt, bleibt das Unternehmen im Wesentlichen mit Server-, Storage und Networking-Produkten am Markt. Das Servergeschäft schrumpfte allerdings im abgelaufenen Quartal um zwölf Prozent, das Speicher-Business um 13 Prozent und der Bereich Netz-Equipment um 33 Prozent. Nur in der Networking-Sparte hätte es bei stabilen Währungskursen und ohne die Veräußerung von Vermögenswerten deutlich besser ausgesehen.

Im Hardwaremarkt sind die Rahmenbedingungen allerdings für alle Anbieter schwierig. Cisco musste in der vergangenen Woche ebenfalls Umsatzeinbußen von drei Prozent für sein zweites Fiskalquartal melden, weil das Stammgeschäft mit Routern und Switches derzeit nicht rund läuft. Die Marktforscher von IDC erwarten, dass 2017 der Servermarkt um 3,3 Prozent rückläufig sein wird. HPE erwirtschaftet hier mehr als die Hälfte seiner Einnahmen.

HP Inc. wächst um vier Prozent

Dion Weisler, Chef der HP Inc., freut sich über starke Notebook-Geschäfte und solide Zahlen.
Dion Weisler, Chef der HP Inc., freut sich über starke Notebook-Geschäfte und solide Zahlen.

Besser als bei HPE läuft es für die abgespaltene PC- und Druckerfirma HP Inc. Sie konnte im vergangenen Quartal die Erlöse um vier Prozent auf 12,7 Milliarden Dollar steigern. Der Nettogewinn lag mit 611 Millionen Dollar leicht über dem des Vorjahres (592 Millionen). Insbesondere die starken Notebook-Verkäufe (Plus 16 Prozent) und Erfolge im Gaming-Markt sorgten dafür, dass die Sparte Personal Systems um zehn Prozent zulegte. Im Druckgeschäft ging es bei den Einnahmen um drei Prozent bergab. Für HP ist das ein eher ungünstiges Verhältnis, liegt die Bruttomarge im Printer-Business doch bei 16 Prozent, während sie sich im umkämpften PC-Geschäft nur bei knapp vier Prozent einpendelt.

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