Audio-Ausbau

Axel Springer setzt auf tägliche Formate

18.02.2022
2021 gründete Axel Springer einen TV-Sender seiner Boulevardmarke Bild. Auch für den journalistischen Audio-Bereich gab der Konzern ein Ziel aus. Diese Schritte sind in diesem Jahr bei Audio geplant.

Der Medienkonzern Axel Springer setzt beim Ausbau seines journalistischen Audio-Portfolios verstärkt auf tägliche Angebote. "Mehr tägliche Formate ist ein ganz großes Ziel", sagte der Geschäftsführer der Axel Springer Audio GmbH, Christoph Falke, der Deutschen Presse-Agentur mit Blick auf dieses Jahr. Auch der Ausbau der Distributionskanäle, um "neue Wege zum Hörer zu finden", sei ein Ziel.

Tägliche Angebote sollen helfen Springers Audio-Angebot auszubauen.
Tägliche Angebote sollen helfen Springers Audio-Angebot auszubauen.
Foto: nitpicker - shutterstock.com

Der Medienkonzern in Berlin kündigte im vergangenen Sommer an, bis 2025 zum führenden Medienunternehmen für Audio-Journalismus im deutschsprachigen Raum werden zu wollen. Dafür wurde ein neues Team Audio gegründet, das bei der Bild- und der Welt-Gruppe verankert ist.

Falke sagte: "Wir setzen jetzt sehr stark auf Daily-Formate. Für uns geht es darum, Teil von täglichen Nutzungsroutinen zu werden." Man sehe heute schon, dass Millionen Nutzer die Marken Welt und Bild fest in ihren Tag integriert hätten via Zeitung, Webseite, App oder Fernsehen. "Das wollen wir um Audio erweitern."

Jüngstes Beispiel beim Podcast-Ausbau ist ein tägliches Fußball-Format ("Stammplatz") der Marke Bild, das auf der Webseite und auch auf externen Audio-Plattformen abrufbar ist.

Mehrere Standbeine

Der Audiobereich des Unternehmens setzt sich aus mehreren Standbeinen zusammen. Im klassischen Podcast-Bereich in Deutschland seien derzeit rund 50 Formate im Portfolio. "Das ist ungefähr das Doppelte von dem, was wir vor einem Jahr hatten", sagte Falke. Zudem sei Springer einer der größten Gesellschafter im Privatradio-Bereich. Und es gibt sogenannte Text-to-Speech-Angebote, bei denen Texte vertont werden. Viele andere Zeitungs- und Zeitschriftenhäuser setzen auch seit einiger Zeit auf die Erweiterung ihres journalistischen Angebots durch Podcasts und vertonte Texte auf ihren Webseiten.

Genaue Angaben zu Umsätzen und Investitionssummen machte Springer auf Anfrage nicht. Falke sagte: "Wir haben im letzten Jahr unsere Reichweite fast verdreifacht. Bei Welt sind wir um Faktor vier gewachsen. Wir haben auch die Umsätze vervielfacht. Wir liegen also deutlich über Marktniveau."

Springer zog sich 2020 von der Börse zurück mit dem Ziel, schneller in den digitalen Geschäften zu wachsen. Zuvor war das Medienhaus eine strategische Partnerschaft mit dem US-Finanzinvestor Kohlberg Kravis Roberts (KKR) eingegangen. Im Sommer 2021 gab Springer das Audio-Ziel aus. Wenig später folgte auch der Start des TV-Senders Bild der gleichnamigen Boulevardmarke.

Co-Geschäftsführer Max Franke geht von Wachstum im hiesigen Podcast-Markt aus. "Wir sehen, dass gerade kurze Formate deutlich an Stärke gewinnen." Zu weiteren Audio-Projekten bei Springer nannte Franke unter anderem die Arbeit an einem täglichen Reiseformat (Travelbook).

Franke sagte, man wolle die Sichtbarkeit der eigenen Angebote weiter ausbauen. Einmal auf den eigenen Webseiten der Marken Bild und Welt. "Unser Ziel ist, dass wir Leserinnen und Lesern immer öfter die Möglichkeit geben, unsere Inhalte auch zu hören." Zugleich schaue man, wie die Podcast-Angebote auf Drittplattformen von anderen Anbietern angenommen werden. "Wir finden auch neue Kanäle interessant. Youtube ist im Audio ein noch viel zu unterschätzter Kanal", sagte Franke. (dpa/ad)

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