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Zukunftswünsche

Die Karriere-Erwartungen der digitalen Jugend

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Fast jeder zweite Jugendliche sieht sich schon als digitalen Gründer. Das gilt zumindest für die britische Jugend, wie eine Accenture-Studie zeigt.
Einerseits freuen sich Jugendliche auf ein Berufsleben, das spannender sein wird als das ihrer Eltern - andererseits fühlen sie sich von der Schule schlecht darauf vorbereitet.
Einerseits freuen sich Jugendliche auf ein Berufsleben, das spannender sein wird als das ihrer Eltern - andererseits fühlen sie sich von der Schule schlecht darauf vorbereitet.
Foto: denlitya - Fotolia.com

90 Prozent der Jugendlichen können ein Online-Video erstellen und sharen. Ein Ei kochen können 89 Prozent, einen Knopf annähen 78 Prozent und einen haptischen Stadtplan lesen 73 Prozent. So steht es zumindest um die britische Jugend, wie der "Digital Dream-Makers Report 2014" von Accenture zeigt. Accenture hat die jungen Leute nach ihrer Sicht auf die Digitalisierung befragt.

Die ist optimistisch - im Prinzip. Das heißt in Zahlen: 86 Prozent der 12- bis 17-Jährigen geben an, sie werden mehr Karrieremöglichkeiten haben als ihre Eltern, und sie begründen das mit der Digitalisierung. Fast jeder Zweite (44 Prozent) möchte später ein eigenes digitales Unternehmen gründen. 67 Prozent kennen bereits die Bezeichnung Data Scientist.

Andererseits fühlen sich die jungen Leute schlecht auf diese Zukunft vorbereitet. Fast zwei Drittel (65 Prozent) erklären, in der Schule zu wenig digitale Skills zu lernen. 61 Prozent der Eltern sehen das ebenso. Nick Millmann, Managing Director bei Accenture Digital, nennt das "besorgniserregend". Er sieht dringenden Handlungsbedarf.

Digitalisierung fördert Gründer

Übrigens glauben auch die Eltern dieser Jugendlichen, dass ihr Nachwuchs ein interessanteres Berufsleben haben wird als sie noch selbst. Accenture hat mehrere Generationen befragt, insgesamt nahmen mehr als 5.000 Menschen teil. Werden alle Antworten zusammengefasst, erklären 46 Prozent, dass künftige Arbeitskräfte sich in einer digitalisierten Welt eher selbstständig machen werden als früher - teilweise mit saloppen Aussagen wie "Mit einem Laptop kann doch fast jeder von zuhause aus irgendein Geschäft aufziehen".

Gut jeder Zweite (51 Prozent) erklärt, die JobsucheJobsuche sei in einer digitalen Arbeitswelt einfacher. Knapp jeder Dritte (32 Prozent) sagt außerdem, es sei leichter, Unterstützung bei der KarriereKarriere zu bekommen. Die Befragung untermauert die Diskussion um BYODBYOD (Bring your own Device): 70 Prozent der Teilnehmer erwarten, am Arbeitsplatz genau die Geräte benutzen zu dürfen, die sie auch privat anwenden. Alles zu BYOD auf CIO.de Alles zu Jobsuche auf CIO.de Alles zu Karriere auf CIO.de

Gedanke an Smartphone-Verlust stresst

Wie sehr mobile Endgeräte das Alltagsleben der Menschen prägen, zeigen weitere Ergebnisse: Fast drei Viertel der Befragten (74 Prozent) setzt der Gedanke, das Smartphone zu verlieren, unter erheblichen StressStress. 64 Prozent erklären gar: "Verlöre ich mein Smartphone, dann wäre das, als ob ein Teil meiner Selbst fehlt." Alles zu Stress auf CIO.de

42 Prozent erklären denn auch, sie wünschten, weniger abhängig von ihrem Smartphone zu sein. Andererseits geben 23 Prozent der Studienteilnehmer an, unbegrenzter Zugang zum Smartphone sei ihnen wichtiger, als Familie und Freunde von Angesicht zu Angesicht zu sehen.

Digitale Technologien beeinflussen den Menschen stärker als umgekehrt

Über das Kräfteverhältnis Technik-Mensch sagen 62 Prozent: Digitale Technologien beeinflussen den Menschen stärker als umgekehrt. 49 Prozent fügen an, die Digitalisierung zeige uns viel über uns selbst und die Art, wie wir arbeiten. Hier bezieht sich "arbeiten" nicht nur auf den Beruf, sondern auf das menschliche Gehirn.

In Bezug auf Erkrankungen wie Parkinson oder Epilepsie erwarten sich viele Studienteilnehmer große Erkenntnisse durch digitale Technologien. 67 Prozent versprechen sich viel von der Vorstellung, menschliche Organe von 3D-Druckern anfertigen zu lassen.

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