Goodbye, OLED?

Was Apples Mini-LED Technologie kann



Simon Lohmann ist Volontär bei der IDG Business Media GmbH. Im September 2017 beendete er sein Studium „Medienkommunikation & Journalismus“ an der FHM in Hannover, seit 2015 ist er freier Journalist bei der Macwelt.
Derzeit setzt Apple noch auf LCD- und OLED-Technologie - doch die Mini-LEDs sind auf dem Vormarsch. Diese bringen eine Menge Vorteile und schon bald könnte Apple sie in iPads, Macbooks und iMacs einsetzen. Das müssen Sie über die Mini-LED-Technologie wissen.
Was wäre, wenn Apple auf die Mini-LED Technologie umsteigt?
Was wäre, wenn Apple auf die Mini-LED Technologie umsteigt?
Foto: Apple

Der Einsatz von Mini-LED-Bildschirmen in iPads, Macbooks und iMacs würde für Nutzer verschiedene Vorteile mit sich bringen. Was sind eigentlich die Unterschiede zwischen LCD, OLED, Mini-LED und Mikro-LED? Bedeutet die neue Technologie das Ende von OLED? All diese Fragen klären wir in diesem Artikel.

Was sind eigentlich Mini-LEDs?

Im derzeitigen iPhoneiPhone 11 oder iPhone SE setzt AppleApple auf LC-Displays (LCD). Für die Hintergrundbeleuchtung kommen hier LEDs zum Einsatz, die den Bildschirm beleuchten. Mit einer Größe von weniger als 0,2mm sind die Mini-LEDs jedoch deutlich kleiner als die derzeit eingesetzten Leuchtdioden, wodurch eine Menge Vorteile entstehen. Alles zu Apple auf CIO.de Alles zu iPhone auf CIO.de

Im Vergleich zu einem herkömmlichen LCD, das mehrere LEDs verwendet, werden bei einer Panel-Leuchte mit Mini-LEDs viel mehr LEDs verwendet. Das bedeutet: Auf die gleiche Fläche gibt es mehr Dimmbereiche. "Eine herkömmliche Anzeige könnte Hunderte von LEDs verwenden, aber eine Mini-LED-Anzeige könnte mehr als tausend haben. Apple soll derzeit Mini-LED-Displays erforschen, die 10.000 LEDs mit einer Größe von jeweils unter 200 Mikrometern verwenden", erklärt MacRumors.

Vorteile von Mini-LEDs

Dadurch, dass mit Mini-LEDs auf die gleiche Fläche mehr LEDs eingesetzt werden können als bei bisherigen LCDs, ergeben sich verschiedene Vorteile für das Display:

  • mehr Dimmbereiche

  • tiefere und dunklere Schwarztöne

  • höhere Kontraste

  • hellere Helligkeiten

  • sattere Farben

Darüber hinaus vermutet der bekannte Apple-Analyst Ming-Chi Kuo, dass mit der Einführung von Mini-LEDs Apple auch mehr Spielraum im Produktdesign habe. Die Produkte könnten dünner und auch leichter werden.

Des Weiteren ergeben sich laut MacRumors noch weitere Vorteile: "LCDs mit LED-Hintergrundbeleuchtung sind viel energieeffizienter als die Kaltkathoden-Fluoreszenzbeleuchtung, die in der Vergangenheit für LCD-Panels verwendet wurde. Und Mini-LED-LCDs werden zusätzliche Energieeffizienzsteigerungen aufweisen".

Mini-LED, OLED, Mikro-LED: Worin liegt der Unterschied?

Mini-LEDs sind keineswegs mit Mikro-LEDs zu verwechseln. Bei der Mini-LED-Hintergrundbeleuchtung sind kleinere LEDs in höherer Stückzahl verbaut als bei der bisherigen LCD-Technologie. Bei der (derzeit noch recht teuren) Mikro-LED-Technik kommen ähnlich wie bei OLED selbstleuchtende Pixel zum Einsatz. Diese können unabhängig voneinander leuchten.

Das Wort "OLED" steht für "organic light emitting diode". Die Besonderheit hierbei ist, dass jedes Pixel oder Subpixel einzeln in einer bestimmten Farbe leuchten kann oder beim Ein- und Ausschalten des Strom aktiviert wird. Dadurch können die tiefsten Schwarztöne und der beste Kontrast erzielt werden.

"Ein Micro-LED ist ähnlich, aber es besteht aus einem anorganischen Material, das nicht so schnell abklingt wie OLED", erklärt MacRumors.

Was ist besser: OLED, Mini- oder Mikro-LED?

Dadurch, dass die OLED-Technologie eine gleichmäßigere Beleuchtung zustande bringt, gilt sie als besser als die Mini-LED-Technologie. Zwar wird die Mikro-LED-Technologie noch erforscht, allerdings geht man davon aus, dass sie wiederum der OLED-Technologie überlegen sein wird. Warum? Weil sie höhere Helligkeitsstufen bieten kann und sie weniger anfälliger für Probleme ist, wie etwa dem Einbrennen des Bildschirms.

OLED-Displays kommen etwa im neuen iPhone 11 Pro zum Einsatz. Dadurch, dass diese Display-Technologie jedoch recht teuer ist, hat Apple bisher davon abgesehen, diese auch in größere Bildschirme (wie etwa beim iPadiPad oder Mac) zu implementieren. Laut MacRumors plant Apple vielleicht sogar OLED in seinen Macs und iPads ganz zu überspringen und von der Mini-LED-Technologie zu Mikro-LED überspringen: "Mikro-LED ist die Zukunftstechnologie, auf die man sich freuen kann, aber Mini-LED ist die Technologie, die Apple in naher Zukunft auf den Markt bringen will." Alles zu iPad auf CIO.de

Dass Apple beim iPhone die OLED-Technologie durch die Mini-LED-Technologie ersetzt, ist also relativ unwahrscheinlich. Vorerst müssen wir uns also nicht von OLED verabschieden. Stattdessen können wir uns laut Ming-Chi Kuo in den nächsten ein bis zwei Jahren auf folgende Produkte mit Mini-LED-Displays freuen:

  • 16-Zoll-Macbook Pro

  • 14,1-Zoll-Macbook Pro

  • 12,9-Zoll-iPad Pro

  • 27-Zoll-iMac Pro

  • Kostengünstiges iPad

  • iPad Mini

(Macwelt)

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