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Apple stellt Airpods Pro 2 vor

09.09.2022
Von  und Eugen Wegmann
Peter Müller ist der Ansicht, dass ein Apple täglich den Arzt erspart. Sei es iMac, Macbook, iPhone oder iPad, was anderes kommt nicht auf den Tisch oder in die Tasche. Seit 1998 beobachtet er die Szene rund um den Hersteller von hochwertigen IT-Produkten in Cupertino genau. Weil er schon so lange dabei ist, kennt er die Apple-Geschichte genau genug, um auch die Gegenwart des Mac-Herstellers kritisch und fair einordnen zu können. Ausgeschlafene Zeitgenossen kennen und schätzen seine Beiträge im Macwelt-Morgenmagazin, die die Leser werktags pünktlich um acht Uhr morgens in den nächsten Tag mit Apfel und ohne Doktor begleiten. Privat schlägt sein Herz für die Familie, den FC Bayern, sechs Saiten, Blues-Skalen und Triolen im Shuffle-Rhythmus.
Wie allgemein erwartet, hat Apple zeitgleich mit neuen iPhones auch die zweite Generation der Airpods Pro vorgestellt. Das hat sich verbessert.
Optisch unterscheiden sich die Airpods Pro 2 kaum von ihren Vorgängern.
Optisch unterscheiden sich die Airpods Pro 2 kaum von ihren Vorgängern.
Foto: Apple

Die im Herbst 2019 herausgekommenen Airpods Pro korrigierten einen Fehler, den AppleApple immer noch nicht so recht eingestehen will: Die Airpods mögen zwar in den meisten Ohren sicher sitzen, aber es gibt eben Menschen, deren Lauscher aus der von Apple definierten Norm fallen und denen ein oder zwei Hörer immer aus den Ohren rutschen. Mit Silikon-Aufsätzen in drei unterschiedlichen Größen ist Apple aber nicht nur das Problem der Passform angegangen: Denn erst, wenn der Gehörgang wirklich gut abgeschirmt ist, kann so etwas wie aktive Geräuschunterdrückung (Active Noise Cancelling, ANC) auch funktionieren. Alles zu Apple auf CIO.de

Hervorragend: Beim Einrichten absolviert man einen Hörtest, der die richtigen Aufsätze ermitteln lässt. Im Betrieb vermessen sensible Mikrofone stets den Schall im Gehörgang, das SoC (System-on-a-Chip), H1 genannt, vergleicht den Ist-Zustand mit dem Soll-Zustand und regelt den Gegenschall mehrmals in der Sekunde. ANC lässt sich mit einem Griff an einem der Stiele ein- oder ausschalten, zudem gibt es einen Transparenzmodus, der das Außengeräusch verstärkt – nützlich etwa im Straßen- und Bahnverkehr. Ebenso dienen die Airpods Pro mit dieser Technik als Hörhilfe, in den Bedienungshilfen findet man gut versteckt die "Konversationsverstärkung", welche die Stimmen der Personen, die direkt mit einem sprechen, verstärkt.

Die wichtigsten Verbesserungen der Airpods Pro zusammengefasst.
Die wichtigsten Verbesserungen der Airpods Pro zusammengefasst.
Foto: Apple

Airpods Pro 2 spielen länger und zuverlässiger

Das kostet natürlich Energie, weshalb die Laufzeit der Airpods Pro mit eingeschaltetem ANC deutlich kürzer ist. Hier setzt nun unter anderem die gestern auf dem Event "Far out." vorgestellte zweite Generation der Airpods Pro an. Apple hat die Laufzeit verlängert und spricht nun von 6 Stunden mit ANC und 30 Stunden mit Case – eine Verbesserung von rund anderthalb Stunden in den Pods selbst und sechs Stunden mit Case.

Während Apple weder in der Präsentation, noch in der Pressemitteilung auch nur ein einziges Wort dazu verloren, wie es das bewerkstelligt, geben die technischen Daten Aufschluss: Nicht Bluetooth 5.1, nicht Bluetooth 5.2 – wie das iPhone 14 unterstützen die Airpods Pro 2 Bluetooth 5.3 und damit auch den effizienteren Standard Bluetooth LE. Ein weiterer Vorteil davon: Neide Airpods Pro können gleichzeitig mit dem Sendegerät kommunizieren und können deshalb auch einzeln verwendet werden, sofern der Bedarf dazu besteht.

Der neue H2-Chip ist das Gehirn der Airpods Pro 2.
Der neue H2-Chip ist das Gehirn der Airpods Pro 2.
Foto: Apple

Besserer Klang, besseres Noise Cancelling

Wie nicht anders zu erwarten war, verspricht Apple bei den Airpods Pro der 2. Generation den Klang verbessert zu haben. Dafür verwendet es eine Kombination aus einem neuen, verzerrungsarmen Treiber, einem neuen Verstärker und dem neuen H2-Audiochip, der "high bandwidth connectivity" unterstützen soll. Letzteres klingt verdächtig nach Lossless Audio, auch wenn Apple sich wahrscheinlich bewusst davor hütet, den Begriff zu verwenden.

Spatial Audio wird verbessert – oder zumindest personalisierbar gemacht. Mithilfe von iOS 16 und der TrueDepth Camera können Sie Ihre Ohren scannen und Apples Raumklang-Lösung an Ihre Ohren anpassen, was zu einem besseren Klangerlebnis führen sollte. Auch die Active Noise Cancellation (ANC), also die aktive Geräuschunterdrückung, wird nicht zuletzt mit dem leistungsfähigeren H2-Chip und einer optimierten Platzierung der Sensoren und Mikrofone verbessert und unterdrückt Apples eigenen Aussagen zufolge doppelt so viele Geräusche wie die Vorgänger. Einen kleinen Beitrag dazu leistet bei kleinen Ohren auch eine vierte und kleinste Größe der Silikontips, "XS". Der Transparenzmodus wird um eine dynamische Komponente erweitert und wird je nach Umgebungslautstärke stärker oder schwächer.

Dank der neuen Touchsteuerung lässt sich die Lautstärke auch an den Airpods einstellen.
Dank der neuen Touchsteuerung lässt sich die Lautstärke auch an den Airpods einstellen.
Foto: Apple

Neue Steuerung

Was andere Hersteller schon seit geraumer Zeit machen, integriert Apple erst jetzt in seine Airpods Pro 2: Das Bedienfeld am Stiel reagiert künftig nicht nur auf Druck, sondern auch auf Wischgesten, um die Lautstärke anpassen zu können. Nicht gerade revolutionär und längst überfällig, aber gerade deshalb ein willkommener Anblick.

Die Änderungen am Ladecase sind optisch kaum auffällig, aber ziemlich nützlich.
Die Änderungen am Ladecase sind optisch kaum auffällig, aber ziemlich nützlich.
Foto: Apple

Neues Ladecase

Überraschend viele Neuerungen gibt es am Ladecase der Airpods Pro. Auch die Schale unterstützt künftig Apples "Wo ist?"-Feature, mit der Sie verlorene bzw. verlegte Gegenstände wiederfinden können. Das Case hat dafür zwei Funktionen: Einerseits kann ein iPhone mit U1-Chip Sie zielgerichtet zu der Sofaritze oder der Jackentasche führen, in der Sie das Case verloren haben, andererseits hat Apple einen Lautsprecher integriert, der Geräusche von sich gibt, um es auch akustisch auffinden zu können. Letzterer wird auch dazu verwendet, um Kopplung zu signalisieren oder den Batteriestand auszugeben.

Auf USB-C verzichtet Apple indes weiterhin bei den Airpods Pro und stattet das Case stattdessen mit dem altbewährten Lightning-Anschluss aus. Da aber auch das iPhone 14 noch über einen Lightning-Anschluss verfügt und die beiden Geräte starke Synergien haben, ist es durchaus nachvollziehbar, dass beide den gleichen Anschlusstyp besitzen.

Ein netter Touch ist eine kleine Öse am Case, an der sich ein Band befestigen lässt, um das Case beispielsweise als überdimensionierten Schlüsselanhänger verwenden zu können.

Preiserhöhung

Nicht zuletzt wegen des starken Dollars sind die Airpods Pro 2 teurer als ihre Vorgänger: 299 Euro kosten sie bei Apple selbst, also immerhin nur 20 Euro mehr. Die Airpods Pro der ersten Generation bietet Apple nicht mehr an, Restbestände bekommt man noch im regulären Einzelhandel.

Die Unterschiede im Detail anhand der technischen Spezifikationen Apples:

Airpods Pro 1. Gen

Airpods Pro 2. Gen

Audiotechnologie

Aktive Geräusch­unterdrückung

Verbesserte aktive Geräuschunterdrückung

Transparenzmodus

Adaptive Transparenz

Adaptiver EQ

Adaptiver EQ

Belüftung für Druckausgleich

Belüftung für Druckausgleich

Spezieller High-Excursion Apple Tieftöner

Spezieller High-Excursion Apple Tieftöner

Spezieller Verstärker mit großem Dynamikbereich

Spezieller Verstärker mit großem Dynamikbereich

3D-Audio mit dynamischem Head-Tracking

Personalisiertes 3D-Audio mit dynamischem Head-Tracking

Sensoren

Zwei Beamforming Mikrofone

Zwei Beamforming Mikrofone

Nach innen gerichtetes Mikrofon

Nach innen gerichtetes Mikrofon

Zwei optische Sensoren

Hauterkennungssensor

Beschleunigungsmesser mit Bewegungserkennung

Beschleunigungssensor mit Bewegungserkennung

Beschleunigungsmesser mit Spracherkennung

Beschleunigungssensor mit Spracherkennung

Drucksensor

Touch-Steuerung

Chip

Apple H1 Chip

Apple H2 Chip U1-Chip im Ladecase für Genaue Suche

Schutzklasse

Vor Schweiß und Wasser geschützt (IPX4)

Vor Schweiß und Wasser geschützt (IPX4), Airpods Pro und Ladecase

Maße Airpods

Höhe: 30,9 mm, Breite: 21,8 mm, Tiefe: 24,0 mm, Gewicht: 5,4 g

Höhe: 30,9 mm, Breite: 21,8 mm, Tiefe: 24,0 mm, Gewicht: 5,3 g

Maße Ladeschachtel

Höhe: 45,2 mm, Breite: 60,6 mm, Tiefe: 21,7 mm, Gewicht: 45,6 g

Höhe: 45,2 mm, Breite: 60,6 mm, Tiefe: 21,7 mm, Gewicht: 50,8 g

Ladeschachtel

Funktioniert mit MagSafe Ladegerät, Qi zertifizierten Ladegeräten oder dem Lightning Anschluss

Funktioniert mit MagSafe Ladegerät, Apple Watch Ladegerät, Qi zertifizierten Ladegeräten oder dem Lightning Anschluss

Batterie

4,5 Stunden mit ANC, 5 Stunden ohne; 3,5 Stunden Sprechdauer

6 Stunden mit ANC, 5,5 Stunden mit personalisiertem 3D-Audio; 4,5 Stunden Sprechdauer

Batterie Ladecase

Mehr als 24 Stunden Wiedergabe, mehr als 18 Stunden Sprechzeit

Bis zu 24 Stunden Wiedergabe, bis zu 24 Stunden Sprechdauer (Airpods und Case insgesamt: 30 Stunden, 28,5 Stunden)

Konnektivität

Bluetooth 5.0

Bluetooth 5.3

Lieferumfang

AirPods Pro, MagSafe Ladecase, Silikontips (drei Größen), Lightning auf USB-C Kabel, Dokumentation

AirPods Pro, MagSafe Ladecase, Silikontips (vier Größen), Lightning auf USB-C Kabel, Dokumentation

Bedienungs­hilfen

"Live-Mithören" Audio, Kopfhörerlevel, Kopfhörer-Anpassungen, Konversations­verstärkung

"Live-Mithören" Audio, Kopfhörerlevel, Kopfhörer-Anpassungen, Konversationsverstärkung

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Thema: Apple

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