Finance IT


Gesetzgeber schreibt Kostensenkung vor

Deutsche Rentenversicherung steigt auf Linux Mainframe um

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Vier Träger der Deutschen Rentenversicherung verschieben ein gemeinsam genutztes Verwaltungssystem von der IBM-Middleware CICS auf Linux. Das Projekt mit einem Umfang von zweieinhalbtausend CICS-Cobol-Programmen soll noch in diesem Jahr abgeschlossen werden.

An ihr kommt keiner vorbei: Die Deutsche Rentenversicherung (DRV) betreut mehr als 57 Millionen Bürger, das sind fast drei Viertel der Bevölkerung. Weil die Deutschen immer älter werden, hat der Gesetzgeber der Versicherung einen Sparzwang verordnet. Der Etat für die Gesamtverwaltung muss 2010 um zehn Prozent unter dem Budget von 2004 liegen. In Zahlen sind es rund 350 Millionen Euro, die pro Jahr gespart werden müssen.

Zu diesem Ziel will die IT mit Streichungen bei Software-Lizenzen beitragen. Daher haben sich die Versicherungsträger DRV Baden-Württemberg, DRV Hessen, DRV Saarland und DRV Knappschaft-Bahn-See entschieden, eine zentrale Anwendung namens "Gemeinsames Rentenversicherungssystem" (GRVS) künftig auf einem unter Linux eingerichteten Mainframe laufen zu lassen. Bisher war eine Applikation auf Basis des IBM-Transaktionsmotors CICS (Customer Information Control System) im Einsatz.

Bei der Umsetzung hilft der US-Anbieter Clerity mit der Lösung UniKix TPE. Dazu Falk-Oliver Bischoff, IT-Leiter bei der DRV Baden-Württemberg: "Angesichts des engen Zeitrahmens und der Komplexität des Gemeinsamen Rentenversicherungssystems war das Rehosting die sicherste Lösung bei größtmöglicher Rentabilität für diesen zukunftweisenden Schritt."

Durch das Rehosting wollen die vier DRV-Träger zwei Drittel des gesamten MIPS-Workloads von z/OS auf Linux verschieben. Dabei geht es um etwa 3,5 Millionen Zeilen Quellcode und rund 2.500 CICS-Cobol-Programme, die bis zu 5.000 Anwender gleichzeitig bedienen.

Die Versicherungsträger wollen das Projekt noch in diesem Jahr abschließen, damit das neue System auf der Linux-Mainframe-Partition Anfang 2009 anfangen kann, zu arbeiten. Das wäre also noch vor dem gesetzten Termin 2010.

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