Finance IT


Qualität der Daten rückt in den Mittelpunkt

Finanzdienstleister: Ohne Data Cleansing ist MiFID nicht zu stemmen

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Es wird ein heißer Herbst: Im Oktober und November treten das Regulation National Market System (Reg NMS) und die Markets in Financial Instruments Directive (MiFID) in Kraft. Für Finanzdienstleister heißt das: Noch mehr Daten, noch mehr Genauigkeit und Transparenz bei deren Verarbeitung. Die Analysten von Datamonitor raten daher dringend zu Data-Cleansing-Lösungen und Algorithmic-Trading-Modellen.

Mit dem Druck auf die Unternehmen durch die neuen Vorgaben steigt die Bedeutung der Marktdaten-Infrastruktur, so die Analysten. Künftig müssen die Daten fünf Jahre lang aufgehoben und jährlich dupliziert werden.

Aus der Sicht von Datamonitor fixieren sich die Unternehmen zu stark darauf, so viele Rohdaten wie möglich abzugreifen und legen dabei zu wenig Wert auf die Qualität der Informationen. Außerdem stellen sie Geschwindigkeit vor Wert: "Jeder sucht nach Low Latency, aber mit der Schnelligkeit steigt die Zahl der Fehlerquellen", so Financial Service Technology Analyst Amit Shah. Ohne Data-Cleansing-Lösungen gehe es daher nicht.

Finanzdienstleister brauchen Speicher- und Analyse-Kapazitäten, die konsistente Markt-Daten, Referenz-Daten und Analysen durch den gesamten Trading-Zyklus mit den nötigen Anwendungen verknüpfen.

Das dürfte die Adaption von Algorithmic-Trading-Modellen forcieren. Solche Programme zur Entscheidungsunterstützung finden bisher vorwiegend in den USA Absatz, Datamonitor erwartet aber, dass sich zunehmend auch europäische CIOs dafür interessieren.

Schließlich spielt bei den neuen Regularien der Kostenfaktor eine Rolle: Nach den Berechnungen der Analysten geben der europäische und der US-amerikanische Finanzdienstleistungs-Sektor derzeit 2,1 Milliarden US-Dollar für die Front-Office-Marktdaten-Infrastruktur aus. Dieser Betrag dürfte im kommenden Jahr steigen.

Datamonitor führt diese Gedanken im Report "The Growing Significance of Market Data within Financial Markets" aus.

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