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CIO und CFO

IT-Projekte haben eine technische und eine kaufmännische Seite

13.10.2017
Von Gregor Stephan
Für das Gelingen von IT-Projekten ist eine enge Zusammenarbeit von CIO und CFO entscheidend – nicht zuletzt wegen der neuen Bereitstellungsmodelle für IT-Dienste. Komplettangebote aus einer Hand, die technische und kaufmännische Aspekte berücksichtigen, können die Brücke zwischen IT- und Finanzteam schlagen.

Das besondere Verhältnis zwischen CFO und CIO ist ein wiederkehrendes Motiv in den Berichten aus der Unternehmenswelt. Es stammt wohl aus Zeiten, als eine funktionierende IT vor allem als Werkzeug angesehen wurde, das den Mitarbeitern zwar die tägliche Arbeit erleichtert, den CFO aber vor allem in Form von hohen Investitionskosten beschäftigte. Heute, in Zeiten der Digitalisierung, hat die IT einen viel höheren Stellenwert. Sie gilt als ein zentrales Element in den Zukunftsstrategien der Unternehmen, da es hier nicht mehr nur um die Optimierung von Geschäftsprozessen, sondern um die Weiterentwicklung von Geschäftsmodellen geht.

Nicht zuletzt dadurch hat sich das Verhältnis zwischen Finanzchef und IT-Leiter in den meisten Unternehmen längst entspannt. Sie haben auch allen Grund, gut miteinander auszukommen - oder noch besser - eng zusammenzuarbeiten. Schließlich stehen sie mit der Digitalisierung vor einer komplexen und fordernden Aufgabe.

Neue Nutzungsmodelle schaffen Kostentransparenz

Laut IDC investieren die Unternehmen für die Digitalisierung allein in diesem Jahr weltweit mehr als 1,2 Billionen US-Dollar. Bis 2020 sollen die Ausgaben für die Digitalisierung jedes Jahr weiter steigen; durchschnittlich 18 Prozent soll die Zunahme betragen. Aber nicht allein der Investitionsumfang stellt die CFOs und CIOs vor große Herausforderungen. Auch die Art und Weise, wie IT-Dienstleistungen erbracht und bereitgestellt werden, ändert sich und muss entsprechend in den Strategien berücksichtigt werden.

Schon heute beziehen viele Unternehmen IT-Dienste aus der Cloud. Diese Nutzungsmodelle weisen viele Vorteile auf. Sie können schnell umgesetzt werden und stehen den Unternehmen damit meist schneller zur Verfügung, als wenn man die Hard- und Software beschaffen und selbst installieren müsste. Unternehmen gewinnen darüber hinaus an Flexibilität, da sie jederzeit den Umfang der Leistung erhöhen bzw. reduzieren können.

Bei as-a-Service-Modellen bezahlt der Kunde nur das, was er tatsächlich verbraucht. Damit und wegen der individuell vereinbarten Preismodelle, die die Leistungen beispielsweise zeitpunkt- oder outputbezogen abrechnen können, wird die Kalkulation der IT-Projekte transparent und erspart dem CIO überdies eine langfristige, von vielen Unwägbarkeiten gekennzeichnete Budget-Planung für Hardwareerneuerungen, Software-Updates und Wartungs-und Serviceleistungen - diese sind fester Bestandteil der Nutzungsvereinbarungen.

Technisches Know-how genügt nicht mehr

Steuerliche und bilanzielle Themen fügen den IT-Projekten neben der technischen weitere Dimensionen hinzu, die in der Vergangenheit nicht im Fokus standen. IT-Projekte erfordern heute eine Projektentwicklung, d.h. Analyse, Bewertung und Gestaltung aus technischer, finanzieller, bilanzieller und steuerlicher Perspektive. Angesichts der Vielfalt an Möglichkeiten, die von Leasing und Miete über Miet- und Ratenkauf von Hardware, Software und Services bis hin zu den verschiedenen Bereitstellungsmodellen reichen, sollten CIO und CFO bei IT-Projekten eng zusammenarbeiten, um die für das Unternehmen technisch, finanziell und bilanziell bestmögliche Lösung zu finden.

CIO und CFO arbeiten heute eng zusammen

"In den meisten Unternehmen arbeiten IT -und Finanzabteilung inzwischen eng zusammen, um die immer komplexer werdenden Projekte sinnvoll bewältigen zu können", stellt Dr. Henning Herzog, Vorstand der Bechtle Financial Services AG, fest. Trotzdem verlangen die Unternehmen häufig nach einem Partner, der als Mittler auftritt und beide Parteien versteht - den CIO und den CFO. Systemhäuser wie Bechtle haben sich mit der firmeneigenen Finanzierungsgesellschaft frühzeitig darauf eingestellt und unterstützen die Unternehmen als Full-Service-Anbieter in technologischer und finanzieller Hinsicht.

"Wir schauen uns nicht nur an, was für unsere Kunden technisch am sinnvollsten ist, sondern auch, wie wir Projekte kaufmännisch am besten aufsetzen", erläutert Dr. Herzog. "So sind zusätzlich zu den bisherigen Kriterien auch die kaufmännischen und finanziellen Aspekte gestaltbar." Dazu gehören laut dem Finanzexperten die Berücksichtigung von Budget- und Bilanzierungsvorgaben, die Flexibilisierung der Verträge in zeitlicher und volumenmäßiger Hinsicht und das Schaffen klarer Kalkulationsstrukturen. "Am Ende schließt der Kunde mit Bechtle nur einen Vertrag", fasst Dr. Herzog zusammen.

Finanzierung hemmt häufig Digitalisierungsprojekte

Dass die Finanzierung von Digitalisierungsprojekten keine Nebensächlichkeit, sondern vor allem für den Mittelstand ein heißes Eisen ist, zeigt eine Studie, die das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) und das infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH im Auftrag der KfW Bankengruppe durchgeführt haben. Sie stellt fest, dass 38 Prozent der jungen Unternehmen, die höchstens 10 Jahre bestehen die Finanzierung als Hemmnis für Digitalisierungsprojekte angibt. Mit einer engen Zusammenarbeit von CIO und CFO und einem maßgeschneiderten Lösungsangebot eines Full-Service-Partners lässt sich diese Hürde leichter überwinden.