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Cloud-Dienste von einem Provider mit Sitz in Deutschland

Welche Vorteile eine "Deutschland-Cloud" bietet

08.11.2017
Von Michael Teniz
"Made in Germany" ist ein Gütesiegel – auch von Cloud-Diensten. Denn ein Servic-Servic aus einem deutschen Rechenzentrum bietet etliche Vorteile.

Zugegeben, auf den ersten Blick mag es etwa eigenartig erscheinen, wenn ein Export-Weltmeister wie Deutschland auf Cloud-Services "Made in Germany" setzt. Doch Welthandel hin, Globalisierung her: Es hat auch gewisse Vorzüge, wenn ein deutsches Unternehmen Cloud-Dienste bei einem Anbieter bucht, der seinen Unternehmenssitz ebenfalls in Deutschland hat.

Das hat nichts mit Chauvinismus zu tun. Vielmehr gilt es bei der Wahl des Cloud-Service-Providers mehrere Aspekte zu beachten, beispielsweise:

  • Rechtliche Vorgaben wie Datenschutzgesetze und Regelungen, die sich auf die Auftragsdatenverarbeitung beziehen,

  • Fragen der Sicherheit der Daten, die Nutzer in Cloud-Rechenzentren speichern und bearbeiten,

  • die Beratung von Unternehmen, die Cloud-Dienste einsetzen wollen sowie

  • Service und Support.

Zunächst ein Blick auf die juristischen Rahmenbedingungen. Hier gilt es insbesondere den Schutz von Geschäfts- und personenbezogenen Daten zu beachten, wenn ein Unternehmen Cloud-Services einsetzt. Die EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), die alle Unternehmen und Organisationen bis zum 25. Mai 2018 umsetzen müssen, sieht unter anderem einen verbesserten Schutz von personenbezogenen Daten vor. Das gilt auch für das Speichern und Verarbeiten solcher Informationen auf Servern und Speichersystemen in Cloud-Datacentern, die außerhalb der EU angesiedelt sind.

In Deutschland nutzten bereits Ende 2016 zwei Drittel der Unternehmen mindestens einen Cloud-Service.
In Deutschland nutzten bereits Ende 2016 zwei Drittel der Unternehmen mindestens einen Cloud-Service.
Foto: KPMG/Bitkom

Rechenzentren in Deutschland

Daher haben Cloud-Service-Provider aus mit Sitz in den USA, etwa Amazon Web Services (AWS), Google, IBM und Salesforce.com, in der EU und Deutschland Cloud-Rechenzentren eingerichtet. Diese Anbieter bieten ihren Kunden an, dass deren Daten in einem Datacenter in Deutschland oder einem EU-Mitgliedsland gespeichert werden. Das hat den Vorteil, dass der Nutzer die Kontrolle über die Informationsbestände behält. Zudem erfüllt er bei dieser Vorgehensweise die Vorgaben der Datenschutz-Grundverordnung.

Ein spezielles Modell hat Microsoft in Deutschland für seine Azure-Cloud gewählt: Nutzer können Cloud-Dienste vorgeben, dass sie Azure-Services ausschließlich über zwei deutsche Rechenzentren beziehen. Zugang zu Daten von Kunden hat ein Treuhänder, eine Tochtergesellschaft der Telekom, nicht Microsoft selbst. Allerdings kostet dieser "deutsche" Cloud-Service von Microsoft 25 Prozent mehr als die Standard-Cloud-Angebote des Unternehmens. Parallel dazu bietet Microsoft seine Cloud-Dienste auch über Rechenzentren in der Europäischen Union an.

Welche Option für ihn die beste ist, also eine reine Deutschland-Cloud eines Service-Providers oder eine EU-Cloud-Umgebung, sollte ein Unternehmen anhand seiner spezifischen Anforderungen festlegen. Hat der Schutz von Daten höchste Priorität, kommt die "Deutschland-Variante in Betracht. Ansonsten ist auch eine "Europa-Cloud" eine gute Wahl, wenn die Cloud-Datacenter in einem Mitgliedsstaat der EU angesiedelt sind.

Hilfe beim Weg in die Cloud

Doch es gibt weitere Punkte, die Cloud-Services "Made in Germany" attraktiv erscheinen lassen. Speziell für mittelständische Unternehmen ist es häufig alles andere als einfach, ihre hauseigene IT-Umgebung um Cloud-Services zu erweitern. In solchen Fällen ist es gut, wenn der Anbieter von Cloud-Diensten eine fachlich fundierte Hilfestellung geben kann. Doch das ist bei den "großen" Public-Cloud-Providern oft nicht der Fall. Sie setzen weitgehend auf ein Selbstbedienungsmodell. Das heißt, der Nutzer bucht standardisierte Cloud-Dienste in Eigenregie. Wie sie dann auf den PC oder das Notebook des Mitarbeiters kommen, bleibt der IT-Abteilung des Users überlassen.

Ideal ist in solchen Fällen ein Cloud-Spezialist, der Systemhaus-Know-how mit IT- und Cloud-Beratungskompetenz und einem Angebot an Cloud-Services kombiniert. Ein Anbieter wie Bechtle hilft einem Unternehmen dabei, die "richtigen" Cloud-Dienste und Bereitstellungsmodelle zu ermitteln. Das ist wichtig, weil der Trend in Richtung Multi-Cloud geht. Das heißt, Unternehmen nutzen verstärkt Cloud-Dienste unterschiedlicher Provider, oft in Verbindung mit einer "Private Cloud".

Passgenaue Angebote statt Massenware

Hinzu kommt, dass ein IT-Dienstleister vor Ort beim Nutzer die Implementierung der Cloud-Services und das "Andocken" der IT-Umgebung im Unternehmensrechenzentrum an die Cloud übernehmen kann. Um sich von den Angeboten von Service-Providern wie Amazon Web Services, Google, Microsoft, IBM oder Salesforce abzuheben, stellen lokale Cloud-Spezialisten zudem häufig Dienste bereit, die erweiterte Funktionen bieten oder auf besondere Anforderungen von Kunden hin zugeschnitten sind.

Solche Cloud-Dienste nach Maß geben Nutzern die Option, von den Vorteilen einer Cloud wie der hohen Skalierbarkeit und der Kostenkontrolle zu profitieren. Gleichzeitig können spezielle technische, organisatorische oder rechtliche Vorgaben berücksichtigt werden. Dazu zählt auch, dass sich der Nutzer darauf vertrauen kann, dass seine Daten in einem deutschen Cloud-Rechenzentrum gespeichert werden und nicht auf Servern im Ausland landen.

Ein Bestandteil eines "Cloud-Anzugs nach Maß" können zudem Managed Services und Hosting-Angebote sein. So haben Unternehmen die Möglichkeit, Aufgaben wie die Bereitstellung, Verwaltung und Abrechnung der von ihnen genutzten Cloud-Dienste einem Cloud-Spezialisten wie Bechtle zu übertragen. Auf Wunsch übernehmen solche Dienstleister dies auch für Dienste, die ein Kunde von einem Public-Cloud-Service-Provider wie Microsoft bezieht.

Bechtle Cloudservices
Bechtle Cloudservices
Foto: Bechtle

Service vor Ort

Auch für Service und Support gilt, dass es von Vorteil ist, wenn der Nutzer und Anbieter von Cloud-Diensten die gleiche Sprache sprechen. Sich mit einem Call-Center in den USA, Indien oder Fernost auseinanderzusetzen, wenn ein Cloud-Dienst nicht funktioniert, kostet Zeit und Nerven.

Besser ist es, wenn ein Cloud-Spezialist vor Ort zu Verfügung steht, der auch einmal direkt beim Kunden vorbeischauen kann. Auch in Zeiten von Videokonferenzen und Collaboration-Tools ist der direkte Austausch zwischen Nutzer und Anbieter von IT-Services unverzichtbar. Denn zum einen lässt sich auf diese Weise eine Vertrauensbasis zwischen einem Unternehmen und deinem IT-Lösungsanbieter und Cloud-Service-Provider wie Bechtle aufbauen. Zum anderen trägt der persönliche Kontakt dazu bei, die Anforderungen von Nutzern besser zu verstehen.

IT-Führungskräfte aus Deutschland schenken laut einer Studie von Bitdefender vorzugsweise Anbietern von Cloud-Diensten ihr Vertrauen, die ihren Unternehmenssitz in Deutschland haben.
IT-Führungskräfte aus Deutschland schenken laut einer Studie von Bitdefender vorzugsweise Anbietern von Cloud-Diensten ihr Vertrauen, die ihren Unternehmenssitz in Deutschland haben.
Foto: bitdefender

Deutsche Unternehmen vertrauen "deutschen Clouds"

Unter dem Strich sprechen somit etliche Punkte dafür, zumindest nicht komplett auf Cloud-Service-Provider zu setzen, die ihren Unternehmenssitz außerhalb Deutschlands oder der EU haben. Das sehen laut einer Studie des IT-Sicherheitsspezialisten Bitdefender offenkundig auf die Unternehmen hier zu Lande so. Demnach stufen 89 Prozent der deutschen IT-Entscheider Cloud-Service-Provider aus Deutschland als besonders vertrauenswürdig ein. Mit 11 Prozent folgen die Niederlande auf Platz zwei, vor Japan (10 Prozent) und Großbritannien (9 Prozent). Im Rahmen der Studie konnten die Befragten parallel mehrere bevorzugte Standorte von Cloud-Service-Anbietern nennen.

Aber Vertrauen ist nur ein Faktor. Mindestens ebenso wichtig ist, welche ergänzenden Dienstleistungen ein Cloud-Service-Provider vor Ort anbieten kann, etwa in puncto Support und Beratung. Somit kommt es auf das Gesamtpaket an, nicht nur darauf, wie viele Cloud-Dienste ein Provider auf seiner Web-Seite auflistet.

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