Employee Experience

Wie der digitale Arbeitsplatz der Zukunft aussieht

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
"Leichtgewichtige" Technologien wie Datenbrillen, Voice, Smartphones und Mixed-Reality-Anwendungen werden künftig etwa vier Fünftel der IT am Arbeitsplatz ausmachen. Desktop PCs stellen das verbleibende Fünftel. Dieses Szenario skizziert Forrester und gibt CIOs fünf Ratschläge, wie sie sich darauf vorbereiten können.
  • Vergleichbar mit der Customer Experience, der Kundenerfahrung, spricht Forrester von der Employee Experience, der Erfahrung aus Sicht der Angestellten
  • Eine Alternative zum Gerätekauf bieten Modelle wie Device-as-a-Service

CIOs und alle anderen Entscheider in puncto Workplace IT sollten sich an der Regel 80 zu 20 orientieren. Das rät Forrester in dem Papier "The future of enterprise computing". Die Analysten beschränken sich dabei nicht auf Bürogebäude, sondern beziehen sich ebenso auf Fabriken und Geschäfte.

Forrester sieht die IT am Arbeitsplatz der Zukunft vor allem durch leichtgewichtige Technologien wie Smartphones und Datenbrillen gekennzeichnet.
Forrester sieht die IT am Arbeitsplatz der Zukunft vor allem durch leichtgewichtige Technologien wie Smartphones und Datenbrillen gekennzeichnet.
Foto: Forrester

Die 80 in dieser Regel heißt: Etwa vier Fünftel der Technologie - an welchem Arbeitsplatz auch immer - wird aus "leichtgewichtigen" Geräten und Anwendungen bestehen. Die Datenbrille ist dafür ein Beispiel, ebenso Mainstream-Handhelds wie Smartphone und Laptops, außerdem Sprachassistenten und Screen-basierte Assistenten. Forrester spricht von Geräten, die auf bestimmte Zwecke spezialisiert sind. Die verbleibenden 20 Prozent füllen klassische Desktop-PCs.

5 Ratschläge für den digitalen Arbeitsplatz

Diese Entwicklung geht mit einem veränderten Blick auf die MitarbeiterMitarbeiter einher. Vergleichbar mit der Customer Experience, der Kundenerfahrung, spricht Forrester von der Employee Experience, der Erfahrung aus Sicht der Angestellten. Die Analysten empfehlen, sich die 80/20-Regel bereits jetzt auf die Fahnen zu schreiben. Sie geben IT- und anderen Entscheidern folgende fünf Ratschläge mit auf den Weg. Alles zu Personalführung auf CIO.de

1. Mit "Employee Journeys" die Innovationsfähigkeit steigern

Vergleichbar mit der Customer Journey sollten CIOs mit einer "Employee Journey" arbeiten. Damit können sie herausfinden, wie Mitarbeiter jeden Tag durch ihre Aufgaben und Entscheidungen navigieren, wann sie mit welchen Kollegen kommunizieren und wie sie Technologie nutzen. Ziel ist, die IT an jedem Arbeitsplatz innovativer und nutzerfreundlicher zu gestalten. Forrester rät zu standardisierten Employee Journey-Mappings.

2. "Lästige" Technologien durch neu aufkommende ersetzen

Als Paradebeispiel dafür, wie ein Unternehmen mit neu aufkommenden Technologien bisher langwierige Abläufe beseitigen kann, nennt Forrester Alexa for business. Der Befehl "Alexa, eröffne das Meeting" ersetzt eine ganze Reihe an Einzelschritten, die bisher in verschiedenen Anwendungen durchgeführt werden müssen. Dazu zählt auch, das Licht heller und dunkler zu drehen, den Projektor zu starten und den Bus Shuttle für Externe zu bestellen.

3. Physische und virtuelle Realität kombinieren

Wie bewegen sich Mitarbeiter im Raum, welche Anordnung von Maschinen und Möbeln ist ergonomisch sinnvoll - solche Fragen lassen sich beispielsweise mit dem Einsatz von Augmented Reality-Brillen beantworten, bevor ein Verkaufsraum, ein Büro oder eine Werkshalle eingerichtet werden.

4. Auch im Hinblick auf den Workplace Business Cases entwerfen

Die Analysten empfehlen, auch die für Ausstattung der Arbeitsplätze Business Cases zu entwerfen. Ziel ist, Kosten, Nutzen und Risiken zu berechnen. Beispiel Außendienst: Verfügt ein Unternehmen bereits über virtualisierte Umgebungen, ist es wirtschaftlich sinnvoll, den Außendienstmitarbeitern mobile Thin Clients an die Hand zu geben. Andere Firmen fahren möglicherweise besser, wenn sie in Smartphones investieren.

5. Neue Beschaffungsmethoden im Blick behalten

Rund um 2009 sorgte das Kürzel BYOD (Bring Your Own Device) für Diskussionen. CIOs sollten beobachten, welche Geräte die Mitarbeiter am Arbeitsplatz nutzen wollen, so Forrester. Eine Alternative zum Kauf bieten auch Modelle wie PC-as-a-Service (die sich als Device-as-a-Service auf andere Geräte übertragen lassen). Dabei endet der Lebenszyklus von Arbeitsgeräten nicht automatisch mit dem Ausscheiden des bisherigen Anwenders.

Insgesamt geht es beim Thema Workplace nicht nur um Mitarbeiterbindung. Technologisch aufgerüstete Arbeitsplätze sollen auch die Basis für eine leichtere Einführung von Automatisierungstechniken und Künstlicher Intelligenz (KI oder AI für Artificial Intelligence) schaffen, betont Forrester.

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