Empfehlungen, Referenzen, Social Media

Wie man heute zu einem Job kommt

Arnim Wahls ist CEO von Firstbird und WorkHero.
Wie nutze ich mein Netzwerk am besten, um einen neuen Job zu finden? Diese Frage stellt sich jetzt dringender denn je, angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Entwicklung. Ein erfahrener Manager hat drei Typen identifiziert.
Arbeitgeber setzen im Recruiting stark auf Mitarbeiterempfehlungen, deshalb sollten Bewerber genau dieses Instrument stärker nutzen.
Arbeitgeber setzen im Recruiting stark auf Mitarbeiterempfehlungen, deshalb sollten Bewerber genau dieses Instrument stärker nutzen.
Foto: Klever LeveL - shutterstock.com

Der Netzwerker - lässt sich über Empfehlungen Türen öffnen

Empfehlungen regieren die Welt, das gilt in Zukunft zunehmend auch für die JobsucheJobsuche. Es ist ein ungeschriebenes Gesetz: Wer direkt für eine offene Position empfohlen wird, dringt im Bewerbungsverfahren gleich in die Spitzengruppe vor. Dabei kommt es aber vor allem darauf an, von wem man empfohlen wird. Alles zu Jobsuche auf CIO.de

Empfehlungen die von ehemaligen Kollegen aus Arbeit, Studium oder Ausbildung kommen, treffen bei potenziellen Arbeitgebern auf die größte Wertschätzung, da sie aus einem professionellem Kontext kommen und eine gute erste Einschätzung darüber zulassen, ob Bewerber gut ins Unternehmen passen. Dabei ist unbedingt zu beachten, dass eine Empfehlung nur dann hilft, wenn die Empfehler auch ein entsprechendes Vertrauen beim Empfänger genießen und sie die Empfehlung mit faktischen Argumenten untermauern.

Eher ungern gesehen sind Empfehlungen aus einem privaten oder gar verwandtschaftlichen Verhältnis heraus. Ein Vater, der seinen Sohn für ein Praktikum empfiehlt oder der Torwart aus dem Dorfverein, der gerade einen Job sucht, können ins Negative ausschlagen und sich im ungünstigen Fall nachteilig für den Empfehler als auch den Empfohlenen auswirken.

Tipp: Stimmen Sie sich mit Ihrem Empfehler im vornherein ab und geben Sie ihm Fakten an die Hand, warum der angestrebte Job für Sie gemacht ist. Je besser Ihr Empfehler seine Empfehlung argumentieren kann, desto vorteilhafter für beide.

Der Introvertierte - zeigt über Referenzen, was in ihm steckt

Sie sind in einer neuen Stadt, der Magen grummelt und ein gutes Restaurant muss her. Bei solch spontanen Alltagsentscheidungen verlassen wir uns mittlerweile regelmäßig auf Bewertungen anderer, sei es bei Google, Yelp, Trip Advisor oder Amazon. Wer bei seiner nächsten Bewerbung aus der Menge der Bewerber herausstechen möchte, sollte diese Entwicklung zu seinen Gunsten nutzen.

Arbeitszeugnisse in ihrer verklausulierten Konformität verlieren immer mehr an Aussagekraft und Relevanz. Daher sollten Sie stattdessen auf Referenzen ehemaliger Kollegen oder Mitarbeiter setzen, die Ihre Stärken beispielhaft in Szene setzen. Im amerikanischen Kulturkreis ist es bereits üblich, in seinem Lebenslauf einige Referenzen mit Kontaktdaten direkt anzugeben.

Wer einen Schritt weitergehen möchte, holt sich von Menschen, mit denen er oder sie eng zusammengearbeitet hat, kurze schriftliche Referenzschreiben ein. Wer ehemalige Kollegen die Geschichte hinter seinem Lebenslauf erzählen lässt, erhöht das Vertrauen in die Bewerbung und zeigt Fähigkeiten, die sonst wahrscheinlich in den Formzwängen des verklausulierten Bewerbungskorsetts verlorengegangen wären.

Tipp: Über kostenlose Tools können Sie ehemalige Kollegen um Empfehlungen bitten und diese bei Ihrer nächsten Bewerbung digital zur Verfügung stellen.

Der Meinungsmacher - positioniert sich über Linkedin & Co als Experte

Die meisten von uns nutzen Businessnetzwerke wie LinkedinLinkedin oder XingXing fast ausschließlich als digitale Adressbücher. Dabei ist der Nutzen dieser Netzwerke vor allem für die eigene Karriere-Entwicklung weitaus größer - wenn man sich geschickt verhält. Alles zu LinkedIn auf CIO.de Alles zu XING auf CIO.de

Um von zukünftigen Arbeitgebern auf diesen Netzwerken als interessanter Kandidat wahrgenommen zu werden ist es sinnvoll zu versuchen, gute Inhalte beizutragen und sich darüber hinaus als Experte zu Herzblutthemen zu positionieren. Am wenigsten Aufwand hat man mit Fachartikeln, die man mit einem persönlichen Kommentar versehen im Netzwerk teilt. Um die Aufmerksamkeit einer bestimmten Person zu erhalten, bietet es sich an, zu deren Postings sinnvolle Kommentare abzugeben. Mutige wagen sich gleich an die Königsdisziplin und erstellen eigene Artikel auf LinkedIn, um der Community einen Kompetenznachweis zu liefern.

Tipp: Diese Strategie benötigt einen langen Atem. Erst ein Linkedin-Profil zu erstellen, wenn Sie Ihren Bewerbungsprozess starten, ist zu spät.

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