Neuer Smart-Home-Standard

Wie Matter IoT-Innovationen freisetzen könnte

Der freie Autor Jonny Evans betreibt den Apple Holic-Blog auf der Website der Computerworld.
Der nun vorgestellte Matter-Standard könnte dazu beitragen, dass das Versprechen vom Internet of Things (IoT) endlich Realität wird und sich (fast) alle Objekte miteinander vernetzen lassen.
Die Kompatibilität mit Matter erleichtert die Einrichtung eines Smart Home deutlich.
Die Kompatibilität mit Matter erleichtert die Einrichtung eines Smart Home deutlich.
Foto: pozitivo / Shutterstock.com

Nachdem im Oktober die endgültigen Spezifikationen vorgestellt wurden, hat die Connectivity Standards Alliance nun offiziell den Matter-Standard eingeführt. Dies könnte sich als branchenbestimmender Schritt erweisen, der neue Innovationen freisetzt, die unweigerlich über den Verbrauchermarkt hinausgehen.

Das Internet der Dinge muss smart sein, nicht dumm

In seiner Rede auf dem Matter-Launch-Event in Amsterdam erläuterte Ben Wood, Chefanalyst von CCS Insight, warum die Einführung des Standards für die künftige IndustrieIndustrie der Dinge ebenso wichtig werden könnte wie die Einführung von Bluetooth in anderen Bereichen der Technik. "Die nächste Wachstumsphase im Smart HomeSmart Home wird auf Standards basieren", sagte er. Alles zu Smart Home auf CIO.de Top-Firmen der Branche Industrie

"Matter ist für Verbraucher gedacht, die Systeme wollen, die einfach funktionieren, und für innovative Unternehmen, die ein robustes System brauchen, auf dessen Grundlage sie Innovationen entwickeln können. Mit ein wenig Glück wird es diese Industrie öffnen", sagte Tobin Richardson, Präsident und CEO der Connectivity Standards Alliance.

Wood präsentierte mehrere Statistiken, um den aktuellen Stand der Smart-Home-Branche zu verdeutlichen. Er erklärte, dass 37 Prozent der Haushalte mindestens ein Smart-Home-Gerät besitzen, wobei Spanien mit 46 Prozent der Verbreitung der führende europäische Markt ist. "Einer von drei spanischen Haushalten hat einen Roboterstaubsauger", sagte er. In den USA, wo 36 Prozent der Haushalte über mindestens ein intelligentes Gerät verfügen, sind intelligente Türklingeln und CCTV-Systeme sehr beliebt.

Die Entwicklung von Matter

Die Entwicklung von Matter war eine dreijährige Reise, bei der einige der größten Konkurrenten der Technologiebranche eine gemeinsame Basis gefunden haben, um einen Standard zu schaffen, der wahrscheinlich eine schnelle Entwicklung im gesamten IoT auslösen wird. Auch Sicherheit und Interoperabilität sind in diesem Standard enthalten. Die Arbeit sei nicht immer einfach gewesen, erklärte die CSA.

Im Wesentlichen bedeutet dies, dass Sie sich beim Kauf eines vernetzten Geräts keine Gedanken darüber machen müssen, ob es mit Ihrem bestehenden System kompatibel ist, denn das ist es wahrscheinlich.

Die Kompatibilität mit Matter erleichtert die Einrichtung mit einem Gerät Ihrer Wahl und ermöglicht es Ihnen, anderen Personen in Ihrem Bereich plattformunabhängig die Kontrolle zu übertragen. So sind Sie vielleicht ein Apple-Nutzer, dennoch kann Ihr Mitbewohner die Smart-Home-System auch von einem Android-Gerät aus steuern.

Das zentrale Problem, das Matter löst, ist die Fragmentierung. Gegenwärtig haben alle Smart-Home-Systeme unterschiedliche Protokolle und sprechen verschiedene Sprachen. Diese Fragmentierung hat die Verbreitung gebremst und dazu geführt, dass die versprochenen Annehmlichkeiten der Automatisierung und der personenzentrierten Steuerung durch konkurrierende Standards, inkompatible Geräte und andere Probleme, die Innovationen und Ambitionen beeinträchtigen, zunichte gemacht wurden.

Matter bringt all diese Faktoren zusammen und bewirkt, dass die Hürden für InnovationInnovation und Wachstum in der IoT-Produktentwicklung gesenkt wurden. Alles zu Innovation auf CIO.de

Für die Zukunft hat sich CSA zu einem halbjährlichen Veröffentlichungsrhythmus verpflichtet, was bedeutet, dass sich die Art des Standards im Laufe der Zeit ändern kann und neue Gerätefamilien berücksichtigt werden können.

Enormes Branchenpotenzial freisetzen

Die Redner auf der Eröffnungsveranstaltung schienen zu betonen, dass jetzt, da es den Standard gibt, innovative Nutzungsmodelle möglich sind, die man sich bisher noch nicht vorstellen konnte.

Manish Kothari, Senior Vice President für Softwareentwicklung bei Silicon Labs, betonte auf der Veranstaltung, dass das in vernetzten Geräten verwendete Silizium unweigerlich leistungsfähiger werden wird, was neue, bisher nicht erkannte Einsatzmöglichkeiten ermöglicht. Matter sei ein Baustein für die Entwicklung einer globalen Industrie, die weit über den privaten Bereich hinausgehen wird.

"Wir glauben, dass Matter ein wegweisender Standard ist, der die derzeitige Komplexität beseitigt und zu einem erheblichen Mehrwert für uns alle beiträgt, der die Umstellung auf intelligente Systeme vereinfacht und die intelligente Nutzung und Einsparung von Energie oder anderer menschlicher Unterstützung vorantreibt", sagte Thomas Rosteck, Leiter der Division "Connected Secure Systems" (CSS) beim Halbleiterhersteller Infineon.

Marja Koopmans, Director Smart Home & Health bei Amazon, erläuterte anhand einer Geschichte über Transportkisten, warum Matter die Entwicklung anderer Branchen widerspiegelt. Sie wies darauf hin, dass einer der Gründe, warum diese Kisten ein effizienter Teil der logistischen Erfahrung sind, darin liegt, dass sie standardisiert sind. Auch im digitalen Bereich sollte die StandardisierungStandardisierung von IoT-Technologien in Form von Matter eine Grundlage für das sein, was sich zu einer riesigen Industrie entwickeln wird. "Es ist ein beispielloser, monumentaler Schritt, den wir heute machen", sagte sie. Alles zu Standardisierung auf CIO.de

Erste Firmware-Updates für Smart-Home-Zubehör

Die ersten 190 Produkte durchlaufen derzeit den Matter-Zertifizierungsprozess. So plant unter anderem Eve Systems, ab dem 12. Dezember über ein kostenloses Software-Upgrade die Matter-Unterstützung für seine gesamte Palette an Thread-fähigen Produkten bereitstellen. Das Münchner Unternehmen stellt eine Reihe von Smart-Home-Geräten her, darunter smarte Thermostate, Bewegungs-, Fenster- und Türaktivitätssensoren.

Die neuesten Modelle der smarten Steckdose Eve Energy, des Kontaktsensors Eve Door & Window und des Bewegungssensors Eve Motion haben bereits die Matter-Zertifizierung erhalten.
Die neuesten Modelle der smarten Steckdose Eve Energy, des Kontaktsensors Eve Door & Window und des Bewegungssensors Eve Motion haben bereits die Matter-Zertifizierung erhalten.
Foto: Eve Systems

Eve ist ein gutes Beispiel für die Bedeutung von Matter, da es jetzt die Steuerung über Apple-Geräte hinaus auf Android-Devices ausweitet. Die nur für iOS erhältliche Eve-App (die als initialer Hub für die Geräte dient) wird 2023 ein Geschwisterchen in Form einer Android-Version der gleichen App erhalten.

"Eve ist ein großartiges Beispiel dafür, wie Hersteller von Smart-Home-Geräten hilfreiche, innovative Matter-Geräte entwickeln können, die mit Android Fast Pair und Google Home ein großartiges Erlebnis bieten", sagte Karen Yao, Director of Product Management für Google Home.

"Das Versprechen von Matter ist die beschleunigte Verbreitung von vernetzten Dingen, indem es den Verbrauchern Einfachheit und Interoperabilität bietet, die nun Produkte aus verschiedenen Ökosystemen einfacher und zuverlässiger kombinieren können. Und die Grundlage der Interoperabilität von Matter beginnt auf der Chipebene", sagte Matt Johnson, CEO von Silicon Labs.

Dieser Artikel basiert auf einem Beitrag der US-Schwesterpublikation Computerworld.

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