CIO Wolf von Rödl & Partner

Der BYOD-Hype ist entmystifiziert

Werner Kurzlechner lebt als freier Journalist in Berlin und beschäftigt sich mit Rechtsurteilen, die Einfluss auf die tägliche Arbeit von Finanzentscheidern nehmen. Als Wirtschaftshistoriker ist er auch für Fachmagazine und Tageszeitungen jenseits der IT-Welt tätig.
Nur wenige Mitarbeiter wollen mit ihrem eigenen Gerät arbeiten. Und das Problem Datenschutz bei BYOD hält CIO Ingo Wolf für übertrieben komplex und lösbar.
"Am Ende steht und fällt alles mit einem ordentlichen Telekommunikationsvertrag", sagt Ingo Wolf, CIO von Rödl & Partner.
"Am Ende steht und fällt alles mit einem ordentlichen Telekommunikationsvertrag", sagt Ingo Wolf, CIO von Rödl & Partner.
Foto: Actelion Pharmaceuticals Ltd.

Ängstlich und starr, so wie im Sprichwort das Kaninchen auf die Schlange schaut: Genauso so verhalten sich zu viele CIOs gegenüber Bring Your Own Device (BYODBYOD) und Choose Your Own Device (CYOD). Jedenfalls nimmt es Ingo WolfIngo Wolf so wahr. "Viele Unternehmen lassen sich zum Beispiel von den hiesigen Datenschutzgesetzen einschüchtern", bemerkt der CIO der in Nürnberg ansässigen Beratungs- und Prüfungsgesellschaft Rödl & Partner. "Der Respekt vor einer vermeintlich zu großen Komplexität ist oft zu groß." Profil von Ingo Wolf im CIO-Netzwerk Alles zu BYOD auf CIO.de

Provider-Vertrag ist die Basis

Dass die in der Redensart kolportierte Strategie des Stillhaltens im Grunde zum Scheitern verdammt ist, zeigt übrigens schon der Blick ins Tierreich. Schlangen haben einen scharfen Geruchssinn auf der Zunge sitzen und überdies ein feines Gespür auch für kleinste Temperaturschwankungen. "Und dagegen hilft kein Stillhalten", klärte Christoph Drösser in der ZEIT schon vor vielen Jahren seine Leser auf. "Wenn die Schlange das Kaninchen gewittert hat, sollte dieses schleunigst das Hasenpanier ergreifen." Und genau dazu rät Wolf auch den IT-Chefs bei der Mobilität.

Dabei muss man vorausschicken, dass der Rödl-CIO beileibe kein Freund von Begriffen wie BYOD und CYOD ist. Ingo Wolf nimmt derlei Begriffe als Schlagwörter wahr, von denen beispielsweise die Analystenzunft gut lebt. Entscheidend sei letztlich, mit gesundem Menschenverstand und Pragmatismus eine mobile Strategie zu entwickeln und dann auch umzusetzen. Was mit BYOD und CYOD gemeint ist, sind dann am Ende kleinere oder größere Werkzeuge in einem umfassenden Konzept. "Am Ende steht und fällt alles mit einem ordentlichen Telekommunikationsvertrag", sagt Wolf.

Die Basis für die erfolgreiche Veränderung bei Rödl & Partner waren deshalb die letztlich erfolgreichen Verhandlungen mit dem alten und neuen Provider Deutsche TelekomDeutsche Telekom. Dem Anwender ging es um eine Flexibilisierung bei den Preisen, die nutzungsabhängige Abrechnung auf Tagespreisbasis beispielsweise. Ab 2012 wurde einige Monate lang hart verhandelt mit dem Primärziel, die Telekommunikationskosten drastisch zu senken. Laut Wolf ist dies in erheblichem Umfang gelungen. Top-500-Firmenprofil für Deutsche Telekom

Neben Festnetz/Voice over IP (VoIP) und Videokonferenzen ist der Mobilfunk nur eines von drei Modulen in der Vereinbarung mit der Telekom, wie der CIO betont. Gleichwohl ein sehr wichtiger Baustein, um die angestrebten Kostenziele zu erreiche. Zur Steuerung dieses Bereichs implementierte Rödl & Partner Mobile Device Management (MDM) des Anbieters Airwatch.