IT-Gehälter 2020

Der große Gehaltsvergleich in der Informatik

Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting sowie Social Media im Berufsleben.
Mit einem moderaten Gehaltsplus von 1,5 Prozent schlossen die IT-Experten das vergangene Jahr ab. Die Gehälter der Führungskräfte wuchsen stärker - um durchschnittlich drei Prozent. Das ist ein Ergebnis der exklusiven Vergütungsstudie von Compensation Partner und der COMPUTERWOCHE.

Das Klagen vieler Arbeitgeber über den Fachkräftemangel sind im Zuge der Corona-Pandemie verstummt. Allerdings gehören IT-Fachkräfte nach wie vor zu den Berufsgruppen auf dem Arbeitsmarkt, die von Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit am wenigsten bedroht sind. Das spiegelt sich auch in den Gehältern der IT-Fach- und Führungskräfte wider, die die Hamburger Vergütungsspezialisten von Compensation Partner seit Jahren für die COMPUTERWOCHE analysieren.

Philip Bierbach, Compensation Partner: "IT-Berater und Security-Experten werden am besten bezahlt."
Philip Bierbach, Compensation Partner: "IT-Berater und Security-Experten werden am besten bezahlt."
Foto: gehalt.de GmbH

IT-Berater vor IT-Security-Experten und App-Entwicklern

Die höchsten Gehälter unter den IT-Fachkräften ohne Personalverantwortung beziehen weiterhin die IT-Berater und die IT-Security-Experten. Die jüngste Auswertung für 12.000 Datensätze aus 170 Unternehmen ergab ein durchschnittliches Jahresbruttogehalt für IT-Berater von 78.700 Euro. Auf Platz zwei folgen die IT-Security-Experten mit 73.900 Euro und knapp dahinter die Softwareentwickler, die Apps programmieren, mit 73.150 Euro im Jahr. Back-End-Entwickler kommen auf durchscnittlich 71.250 Euro brutto im Jahr.

Philipp Bierbach, Geschäftsführer der Hamburger Vergütungsberatung Compensation Partner und Projektleiter der Studie, merkt an, dass in dem Jahr erstmals die Security-Spezialisten von den IT-beratern überholt wurden. In den verganenen Jahren hatten die Security-Profis ihre Gehälter am deutlichsten steigern und sich auf Platz eins des Gehaltsrankings setzen können.

Das Schlusslicht unter den IT-Fachkräften bilden die Mitarbeiter in der Datenbankadministration (49.400 Euro) und im Anwender-Support (44.650 Euro für den Mitarbeiter im Second-Level-Support und 37.100 Euro für den Mitarbeiter im First-Level-Support). Damit stagnieren die Gehälter im Support.

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Master verdienen immer mehr

Knapp 60 Prozent aller Personen, deren Daten in die Gehaltsstudie eingeflossen sind, verfügen über einen Hochschulabschluss. Am besten honoriert wird die Promotion mit durchschnittlich 82.300 Euro, der Master-Abschluss bringt IT-Fachkräfte knapp 70.000 Euro. Bei den Zahlen handelt es sich nicht um Einstiegsgehälter, sondern um Einkommen, die im Schnitt mit dem jeweiligen Abschluss zu erreichen sind. im Vorjahr lagen IT-Experten mit Master-Abschluss im Mittel erst bei 65.600 Euro im Jahr. Das zeigt auch, dass immer mehr Experten über diesen Abschluss, aber auch dass sie über eine längere Berufserfahrung verfügen.

Damit platzieren sich IT-Experten mit Master-Abschluss deutlich vor ihren Kollegen, die über eine Berufsausbildung (51.600 Euro), einen Bachelor-Abschluss (56.900 Euro) oder auch eine Meister oder Fachwirt (57.100 Euro) verfügen.

Berufserfahrung wirkt sich positiv im Porte­monnaie aus

IT-Berufseinsteiger verdienen nach ein bis zwei Jahren durchschnittlich 51.700 Euro jährlich. Spezialisten mit drei bis fünf Jahren Berufspraxis kommen auf rund 54.100 Euro (Vorjahr 52.200 Euro) jährlich, mit einer Berufserfahrung von sechs bis acht Jahren liegen die Gehälter im Schnitt bei 56.600 Euro (Vorjahr 56.400 Euro).

Wer mehr als 13 Jahre im Geschäft ist, hat im Mittel etwa 72.600 Euro auf dem Lohnzettel stehen. An das Gehaltsniveau ihrer Chefs kommen ­IT-Fachkräfte trotz aller Berufserfahrung nicht heran: Selbst in kleinen Firmen mit weniger als 100 Mitarbeitern erhalten Führungskräfte im Schnitt 106.000 Euro brutto im Jahr, in Unternehgmen mit 100 bis 1000 Mitarbeitern sind es durchschnittlich 118.530 Euro und in Großunternehmen 143.200 Euro im Jahr. ­IT-Führungskräfte in Unternehmen mit weniger als 100 Mitarbeitern mit mehr als zehn Jahren Berufserfahrung beispielsweise erhalten knapp 150.000 Euro jährlich. Damit geht die Schere zwischen Fach- und Führungskräften weiter auseinander.

Mittelstand holt auf

Die Unternehmensgröße hat Einfluss auf die Höhe des Gehalts. Je größer das Unternehmen, umso höher die Vergütung. Um diesen Unterschied zu verdeutlichen, hat Compensation Partner die Gehälter aller ­IT-Fachkräfte eines Unternehmens in einen Topf geworfen und den Durchschnitt ermittelt. Die gute Nachricht in diesem Jahr: In den kleinen Firmen sind die Gehälter stärker ­gestiegen als in großen ­Betrieben.

In einem kleinen ­Betrieb mit bis zu 100 Mitarbeitern nimmt der Computerfachmann heuer rund 56.000 Euro nach Hause, im Vorjahr waren es 52.700 Euro. Wechselt er zu einem größeren Mittelständler mit bis zu 1000 Beschäftigten, sind es gleich rund 5000 Euro mehr pro Jahr. Bevorzugt er einen Konzern, kommen noch einmal rund 22.000 Euro drauf, insgesamt macht das dann etwa 77.500 Euro. Bierbach erinnert daran, dass Konzerne auch deshalb ihren Beschäftigten mehr bezahlen, weil sie tarifgebunden sind.

Biotechnologie lockt mit hohen Gehältern

Einen entscheidenden Einfluss auf das Gehalt hat auch die Branche, zu der der Arbeitgeber gehört. So verdienen IT-Experten in der Biotechnologie 39 Prozent mehr als ihre Kollegen über alle Branchen weg. Überdurchschnittliche Gehälter zahlt auch die Halbleiterindustrie ( plus 30 Prozent) und der Maschinenbau ( plus 26 Prozent). Im Einzelhandel, in Krankenhäusern, in derZeitarbeit und im Call Center müssen IT-profis dagegen mit Gehältern vorlieb nehmen, die zwischen 15 und 31 Prozent unter dem Durchschnitt liegen.

Zum Vergleich: Das verdienten Softwareentwickler 2019

Zur Studie: IT-Gehälter 2020

  • Datenbasis: An der Studie beteiligten sich dieses Jahr 170 Unternehmen aus der IT-Wirtschaft, die insgesamt 1509 Datensätze geliefert haben. Weitere 10.564 Datensätze stammen aus Direkt­befragungen von Fach- und Führungskräften. Insgesamt sind so 12.073 Datensätze eingeflossen. 941 Meldungen kamen zu Führungspositionen und 11.132 Meldungen zu Fach- und Spezia­listenpositionen. Die Daten wurden von September 2018 bis August 2019 erhoben.

  • Methode: Das auf Vergütungsdaten spezialisierte Hamburger Unternehmen Compensation Partner hat Höhe und Struktur der Gehälter von insgesamt 19 IT-Fachfunktionen und 12 IT-Führungsfunktionen untersucht. Innerhalb der Funktionen wurde nach Anspruchsstufen differenziert: IT-Berater etwa sind vom einfachen Consultant bis hin zum Manager mit Personalverantwortung analysiert worden. Zudem wurden die Gehälter nach Firmengrößen ausgewertet. Compensation Partner hat das Gesamt- und das Grundgehalt sowie sämtliche Nebenleistungen berechnet.

  • Studie kaufen: Die Vergütungsstudie "IT-Funktionen 2020" kann zum Preis von 680 Euro (zuzüglich Mehrwertsteuer und Versandkostenpauschale) über die Homepage von Compensation Partner bestellt werden. Sie richtet sich an Geschäftsführer, Personalleiter und Personalverantwortliche aus der IT-Wirtschaft sowie an Personal- und Unternehmensberater.

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