CIO-Rolle

Digital rückt CIOs ins Rampenlicht



Marc Wilczek verfügt über Erfahrung darin, als Unternehmer und Manager Pionierarbeit zu leisten und Expansion voranzutreiben. Er ist Autor zahlreicher Beiträge rund um die Themen digitale Transformation, Cloud Computing, Big Data und Security. Aktuell ist er als Geschäftsführer beim IT-Sicherheitsanbieter Link11 tätig. Neben Managementstationen im Deutsche Telekom Konzern und bei CompuGroup Medical, leitete er zuvor unter anderem als Managing Director das Asiengeschäft beim IT-Sicherheitsexperten Sophos.
Im Zuge der digitalen Transformation wird die CIO-Rolle von einer Support-Funktion zu einer Kernfunktion erkoren. Statt im Schatten die Fäden zu spinnen rücken immer mehr CIOs aufgrund zunehmender Abhängigkeit von IT in den Mittelpunkt der Unternehmensaktivitäten.
Die Rolle des CIO verändert sich. Der CIO wird wichtiger.
Die Rolle des CIO verändert sich. Der CIO wird wichtiger.
Foto: Pressmaster - shutterstock.com

Für 82 Prozent der CIOs in der Region Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA) führt das digitale Geschäft zu weitreichenden Veränderungen und einer offeneren Denkweise in der IT-Organisation, wie eine CIO-Umfrage des Marktforschers Gartners ergab. Im Durchschnitt wenden EMEA-CIOs inzwischen ein Drittel mehr Zeit für die Unternehmensführung auf - von 30 Prozent vor drei Jahren auf heute 41 Prozent. Dies unterstreicht einmal mehr, dass sich die Rolle des CIOs mit der Einzug der digitalen Transformation evolutionär ändert und weiterentwickelt.

Über den eigenen Tellerrand hinaus

"Während der IT-Betrieb auch weiterhin der Verantwortung des CIOs obliegt, sind Umsatzwachstum und die Entwicklung der digitalen Transformation für das Jahr 2018 die am häufigsten genannten und wichtigsten Prioritäten im Unternehmen. Um am Steuerruder zu bleiben, müssen sie ihre Aktivitäten an den strategischen Zielen ihrer Unternehmung ausrichten", sagt Andy Rowsell-Jones, Vice President und Distinguished Analyst bei Gartner.

Sechsundzwanzig Prozent der CIO-Befragten in EMEA erwarten, ihre Tätigkeiten noch stärker auf die Geschäftsaktivitäten des Unternehmens auszurichten zu müssen, und 22 Prozent erwarten eine stärkere Konzentration auf die Analyse und Nutzung von Daten. Business IntelligenceBusiness Intelligence und Big DataBig Data Analytics (26 Prozent) sowie DigitalisierungDigitalisierung (17 Prozent) sind als die Technologiebereiche identifiziert, die ihren Unternehmen am ehesten helfen, sich im Markt zu differenzieren und gegenüber Wettbewerbern zu behaupten. Alles zu Big Data auf CIO.de Alles zu Business Intelligence auf CIO.de Alles zu Digitalisierung auf CIO.de

Insgesamt wurden seitens Gartner im Rahmen der 2018 CIO Agenda Survey 3.160 CIOs und IT-Führungskräfte in 98 Ländern über eine Vielzahl von Branchen hinweg befragt. Die beteiligten Unternehmen repräsentieren dabei einen kumulierten Umsatz von 13 Billionen US-Dollar und IT-Ausgaben in Höhe von 277 Milliarden US-Dollar. Rund ein Drittel (1.069 Teilnehmer) der befragten CIOs stammt aus der EMEA-Region.

Digitales Geschäft bedingt die kulturelle Transformation

"[Der] digital[e Wandel] ist real und Mainstream", sagt Rowsell-Jones. "CIOs experimentieren nicht nur, sondern beschäftigen sich inzwischen zunehmend mit der Skalierung ihrer digitalen Initiativen." Die Herausforderung in diesem Zusammenhang besteht für CIOs vor allem darin, diese Initiativen so auszubauen, das Skalen- und Verbundvorteile entstehen. Laut Umfrage entwickeln 29 Prozent der CIO-Befragten in EMEA derzeit digitale Initiativen und weitere 29 Prozent implementieren sie. Während 15 Prozent mit der Skalierung beschäftigt sind, ernten vier Prozent bereits die Früchte all ihrer bisherigen Bemühungen".

Gleichzeitig birgt die digitale Transformation eine ganze Reihe von Herausforderungen. So haben einige CIOs Schwierigkeiten, ihre digitalen Geschäftsinitiativen zu skalieren. Die Umfrage ergibt, dass das der kulturelle Wandel häufig die größte Baustelle ist, die auf den ersten Blick oft unterschätzt wird. Fast die Hälfte (48 Prozent) der CIOs in EMEA sehen die "Kultur" als enorme Hürde um die ersten Phasen der digitalen Geschäftstransformation zu überwinden und mit der Skalierung zu starten.

"Kultur ist ein dehnbarer Begriff", betont Rowsell-Jones. "Es lässt sich nichts ändern, was zuvor nicht explizit skizziert wurde. Führungskräfte sollten deshalb damit beginnen, klar zu formulieren, warum eine Änderung aus Unternehmenssicht unabdingbar ist und anschließend verdeutlichen, was sich konkret ändern muss." Unternehmen müssen sich jedoch auch darüber im Klaren sein, dass Veränderungen nicht über Nacht geschehen. Kulturen wurden über Jahre hinweg ausgeprägt und verfeinert. Sie zu ändern geschieht allmählich und braucht Zeit.

Mehr Verantwortung und Kompetenz

Die digitale Transformation verlangt dem CIO vieles ab. Sich alleine auf Technologien zu konzentrieren, reicht bei Weitem nicht aus. Ebenso genügt es nicht, sich ausschließlich dem operativen Tagegeschäft - namentlich dem IT-Betrieb - zu widmen. Die Erwartungshaltung steigt rapide an.

Von CIOs wird zunehmend erwartet, dass sie eine langfristige Vision formulieren und aufzeigen, wie Unternehmen die IT strategisch einsetzen können, um sich Wettbewerbsvorteile zu verschaffen und Marktanteile zu gewinnen. Dazu ist im digitalen Zeitalter IT zwar unerlässlich, doch diese ist Mittel zum Zweck. Maßgeblich sind Wachstum und Profitabilität des Unternehmens.

Fast die Hälfte (46 Prozent) der CIO-Befragten in EMEA sind für die digitale Transformation innerhalb ihrer Organisation verantwortlich. Ganze 41 Prozent verantwortet zudem das Themenfeld InnovationInnovation. Beide Zahlen erscheinen vergleichsweise hoch, insbesondere wenn man den gesamten Abgesang berücksichtigt, der in den letzten Jahren beobachtet wurde, als neue CxO-Rollen mit überlappenden Verantwortlichkeiten inflationär wie Tulpen aus dem Boden sprießen (z. B. Chief Data Officer, Chief Digital Officer, Chief Transformation Officer usw.). Heute scheint es beinahe so, als ob die CIO-Funktion eine regelrechte Renaissance wiederfährt - getreu dem Motto "Der König ist tot, lang lebe der König". Alles zu Innovation auf CIO.de

Um den Weg in die Zukunft zu ebnen und langfristiges Wachstum zu ermöglichen, beschäftigen sich viele CIOs in EMEA mit einer Reihe von aufstrebenden Technologien, so u.a. in den Bereichen Cyber-Sicherheit (76 Prozent), dem Internet der Dinge (39 Prozent) oder der künstlichen Intelligenz (28 Prozent).

Die richtigen digitalen Organisationstrukturen schaffen

CIOs haben eine Vielzahl von Möglichkeiten, digitales Geschäft in ihrer Organisation zu entwickeln und zu forcieren. Die Umfrage ergibt, dass 47 Prozent der befragten CIOs in EMEA ein eigenständiges digitales Business-Team haben. Auch zeigt es sich, dass nur wenige dieser Teams (16 Prozent) ausschließlich aus IT-Mitarbeitern bestehen. In lediglich einem Viertel der Fälle (23 Prozent) berichten diese Teams direkt an den CIO. Nahezu die Hälfte (47 Prozent) der CIOs führt interdisziplinäre Teams, die ebenso parallel an die Leiter der verschiedenen Geschäftsfelder oder sogar direkt an den CEO berichten.

"Die Rolle des CIORolle des CIO verändert sich angesichts des Anstiegs des digitalen Geschäfts und des rasanten Tempos des technologischen Fortschritts", so resümiert Rowsell-Jones. "Sich nur auf den IT-Betrieb zu fokussieren, reicht schon lange nicht mehr aus. Die Zeit ist reif mehr Verantwortung zu übernehmen und sich stärker auf die strategischen Ziele des Unternehmens zu konzentrieren und diese erfolgreich zu meistern". Alles zu Rolle des CIO auf CIO.de

Kostenloses PDF mit den IT-Trends 2018

Foto: cio.de

Ein kostenloses PDF mit den IT-Trends von großen Analysten- und Beratungshäusern erhalten sie hier:
IDG Insider: Die IT-Trends 2018

Zur Startseite