Strategien


Weiterbildung und Netzwerke

Manager halten sich für Digital Leader

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Insgesamt 67 Prozent der deutschen Top-Entscheider beschreiben sich als Digital Leader. Über Digitalisierung tauschen sie sich vor allem mit hierarchisch gleich gestellten Kollegen aus, wie eine Befragung von Personalberater Rochus Mummert zeigt.
  • 63 Prozent der Manager bringen eine bis fünf Stunden pro Woche für die eigene Qualifizierung in Sachen Digitalisierung auf
  • Wer die Digitalisierung im Unternehmen verantwortet, soll sich vor allem um digitale Geschäftsmodelle kümmern, Führung gilt als weniger wichtig
  • Auf einer Skala von eins bis sechs verorten die Manager die Digital-Kompetenz ihrer IT-Leiter bei 4,5

Eine Selbsteinschätzung deutscher Top-Entscheider über ihre Fähigkeiten in puncto DigitalisierungDigitalisierung zeigt Widersprüche auf. In der Befragung "Digital Leadership 2017" des Personalberaters Rochus Mummert erklärten sich 67 Prozent der 114 Teilnehmer zu Digital Leadern. Gleichzeitig verorten sie ihre Kompetenz auf einer Skala von eins bis sechs bei 3,8. Alles zu Digitalisierung auf CIO.de

Deutsche Top-Entscheider halten ihre IT-Leiter für "eher" bis "gut" gerüstet in puncto Digitalisierung.
Deutsche Top-Entscheider halten ihre IT-Leiter für "eher" bis "gut" gerüstet in puncto Digitalisierung.
Foto: Rochus Mummert

Den höchsten Wert - nämlich 4,5 - bescheinigen sie den IT-Leitern in ihren Unternehmen. Strategie-Leiter, Entwicklungs-Leiter und Vorstände/Geschäftsführer sehen sie um den Wert 4, Führungskräfte der zweiten und dritten Ebene bei 3,9. Den geringsten Wert - 3,4 - schreiben sie HR-Leitern zu.

Digitale Weiterbildung für Manager

63 Prozent der Befragten nehmen sich zwischen einer bis fünf Stunden pro Woche Zeit für die persönliche Weiterbildung in Sachen Digitalisierung. Hier hat Rochus Mummert bei Vorständen und Geschäftsführern separat nachgefragt. Diese wenden demnach mehr Zeit auf: 22 Prozent investieren fünf Stunden bis einen Tag (Durchschnitt: 15 Prozent), bei 64 Prozent sind es eine bis fünf Stunden und 14 Prozent (Durchschnitt: 22 Prozent) wenden weniger als eine Stunde oder gar keine Zeit dafür auf.

Die Mehrheit der Manager bringt eine bis fünf Stunden pro Woche für die eigene Qualifizierung in Sachen Digitalisierung auf.
Die Mehrheit der Manager bringt eine bis fünf Stunden pro Woche für die eigene Qualifizierung in Sachen Digitalisierung auf.
Foto: Rochus Mummert

Mit wem Manager über Digitalisierung reden

Dabei tauschen sich 74 Prozent der Befragten mit Kollegen auf derselben Hierarchiestufe aus, 71 Prozent auch mit ihren eigenen Mitarbeitern. 62 Prozent diskutieren Digitalisierung mit dem IT-Leiter oder dem Leiter der Entwicklungsabteilung. Wenig Austausch findet über die Unternehmensgrenzen hinweg statt: 35 Prozent nennen Wissenschaftler (von Forschungseinrichtungen oder Universitäten) als Gesprächspartner, 34 Prozent Vertreter aus Partnerunternehmen und 33 Prozent Verbände wie Bitkom oder den VDE. 22 Prozent führen den Aufsichtsrat oder Beirat an.

Managern fehlt die Außensicht

Carlo Mackrodt, Partner bei Rochus Mummert, kommentiert: "Die starke Orientierung auf die Innensicht hat nicht nur Folgen für die einzelne Führungskraft, sondern für das gesamte Unternehmen. Wer auf die disruptiven Veränderungen von Märkten und Kundenbedürfnissen reagieren möchte, muss regelmäßig über den Tellerrand schauen."

Wer die Digitalisierung verantwortet, braucht sich nicht in erster Linie um Führung und Mitarbeiterentwicklung zu kümmern, zeigt eine Umfrage unter Managern.
Wer die Digitalisierung verantwortet, braucht sich nicht in erster Linie um Führung und Mitarbeiterentwicklung zu kümmern, zeigt eine Umfrage unter Managern.
Foto: Rochus Mummert

Wer in einem Unternehmen die Digitalisierung verantwortet, soll nach Auffassung der Befragten in erster Linie digital gestützte Geschäftsmodelle entwickeln (71 Prozent) und "visionäre Szenarien" für das digitale Zeitalter entwerfen (68 Prozent). Als weniger wichtig für diese Position gelten FührungFührung und Mitarbeiterentwicklung (28 Prozent der Nennungen) sowie Networking und persönliche Kommunikation (27 Prozent). Alles zu Führung auf CIO.de

Welche Skills von Managern erwartet werden

Ganz anders sehen die Befragten die erforderlichen Kompetenzen eines Top-Managers. Hier erwarten sie wertorientierte Führung und Mitarbeiterentwicklung (74 beziehungsweise 71 Prozent). 52 Prozent nennen auch das Entwickeln "visionärer Szenarien" für das digitale Zeitalter und 48 Prozent das Entwickeln digital gestützter Geschäftsmodelle.

Knapp jedes dritte Unternehmen (32 Prozent) sieht sich digital besser aufgestellt als der Wettbewerb. 45 Prozent sehen sich gleichauf. Elf Prozent haben einen Chief Digital Officer (CDO) eingesetzt, weitere zehn Prozent planen das.