Healthcare IT


SOA schafft Gerechtigkeit

Marktbeherrschende Systeme geraten ins Abseits

05.08.2008
Von Andreas Schmitz
Der Einsatz von Service-orientierten Architekturen schafft für alle Systeme gleiche Voraussetzungen. Über eine gescheite Middleware und sauber definierte Services können CIOs ihre Systeme bald beliebig auswechseln. Das bringt Märkte durcheinander - etwa den der Krankenhaus-Software. Ein Interview mit dem SOA-Pionier in der Klinik, dem CIO am Klinikum Rechts der Isar, Udo Poth.
Udo Poth, CIO des Klinikums Rechts der Isar: "Der Hauptkampf in der Industrie spielt sich im Markt um die geeignete Middleware ab". Poth ist seit über 10 Jahren CIO des Klinikums Rechts der Isar der TU München. Davor sammelte er Erfahrungen aus der Industrie als Experte für SAP und Organisation beim Baseler Pharmakonzern Sandoz und als CIO im Thyssen Industrie-Konzern.
Udo Poth, CIO des Klinikums Rechts der Isar: "Der Hauptkampf in der Industrie spielt sich im Markt um die geeignete Middleware ab". Poth ist seit über 10 Jahren CIO des Klinikums Rechts der Isar der TU München. Davor sammelte er Erfahrungen aus der Industrie als Experte für SAP und Organisation beim Baseler Pharmakonzern Sandoz und als CIO im Thyssen Industrie-Konzern.
Foto: Klinikum rechts der Isar

Herr Poth, Sie sind der erste CIO im Klinikbetrieb, der sich an die Service-orientierte Architektur heranwagt. Was ist das Problem?

Eigentlich gibt es keins. Einerseits ist ein Krankenhaus ein Hightech-Betrieb andererseits gibt es Uraltsysteme wie bei einer Bank. Gerade wegen der Vielzahl unterschiedlicher Systeme bietet sich die Service-orientierte Architektur als Methode an.

Trotzdem ist sonst noch niemand in Ihrer Branche darauf gekommen. Ist die Abhängigkeit von einigen Herstellern in der Branche zu groß geworden?

SOA wird dafür sorgen, dass die Hersteller von Krankenhausinformationssystemen an Macht verlieren. Bisher ist das KIS oft der Dreh- und Angelpunkt in der Systemlandschaft. Mit Hilfe von SOA wird sich ein KIS-System leichter als bisher ergänzen lassen. Es gibt durchaus Anbieter, die ihren Kunden zu einem sehr umfassenden Krankenhausinformationssystem (KIS) bringen wollen. Das wird künftig nicht mehr so einfach sein.

Welche Idee steckt bei Ihnen hinter SOA?

Wir haben für unsere Anästhesie ein System orchestriert, das wir im August als Prototyp ans Laufen bringen wollen. Über einen Enterprise Service Bus und klar definierte Services binden wir die Systeme wir das Krankanhausinformationssystem, Bildarchivierungs- und Laborsysteme oder das Patienten-Daten-Management-System an.

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