Healthcare IT


Wenn es ums Budgeht geht

Medizintechnik und IT: Tauziehen mit vielen Enden

Thomas Pelkmann ist freier Journalist in München.

Beschaffung jenseits der IT kennt auch Uwe Gansert aus Ludwigshafen: "Medizintechnische Geräte werden vom Einkauf angeschafft, nicht von der IT", heißt es bei ihm kurz und bündig. Ein Problem dabei ist für ihn vor allem die mangelnde Absprache der Abteilungen. "Jeder Nutzer hat seine Wünsche, die IT hat ihre und die Medizintechnik wiederum eigene Vorstellungen." Das unter ein Hut zu kriegen sei in dezentral organisierten Einheiten fast unmöglich. Auf jeden Fall aber, so Gansert, mache das mehr Arbeit. Allerdings sind sich beide IT-Fachleute darüber einig, dass eine Zentralisierung unter dem Dach der IT nur bedingt Sinn macht. "Es gibt ja auch Medizintechnik ohne IT" sagt Gunther Nolte, elektronische Geräte für Diagnose und Therapie, die nicht in die IT-Infrastrukturen eingebettet sind. "Da müssen wir auch nichts zu beitragen."

Informationsmanagement als Kernaufgabe

Gunther Nolte, Vivantes-Klinik Berlin: "Da prescht der Einkauf schon mal vor, ohne dass die IT konsultiert wurde."
Gunther Nolte, Vivantes-Klinik Berlin: "Da prescht der Einkauf schon mal vor, ohne dass die IT konsultiert wurde."
Foto: Vivantes-Klinik

Dort aber, wo die Mediziner und das Unternehmen nach einer technologischen Lösung verlangen, die einen hohen Integrationsgrad von Medizingerätetechnik, IT und Facility- Management erfordert, sieht sich IT-Manager Nolte als Generalunternehmer mit "Gesamtlösungskompetenz". "Der Mediziner soll nicht zum Facility-Management gehen, um Kabel zu bestellen, danach zur Medizingerätetechnik, die die Geräte beschafft, und dann zur IT, die schließlich alles einrichtet."

So sieht Nolte die Kompetenz seiner IT-Abteilung eher auf den klassischen Gebieten Systemtechnik, SecuritySecurity, Service- Management und Administration. Erst an fünfter Stelle in der Aufzählung der Aufgaben seiner Abteilung steht die Begleitung "medizinisch-pflegerischer Verfahren aus dem medizinischen Leistungsprozess". Alles zu Security auf CIO.de

Da ist es nicht mehr weit zur Ansicht von Uwe Gansert:
"Ich sehe für die klassische IT mittelfristig im Krankenhaus keine Zukunft." Angesichts der Tatsache, dass IT-Infrastruktur immer mehr zur Commodity wird, sei es nachrangig, wo die IT geführt werde, im Unternehmen oder außerhalb. "Da geht es einfach nur noch darum, wer es besser und günstiger
kann", so der IT-Leiter aus Ludwigshafen.

Er sieht wie Nolte stattdessen als eine der Kernaufgaben der IT das Informations-Management. Im Vivantes-Klinikum in Berlin hat Nolte dafür ein zentrales Data Warehouse auf SAP-Basis eingerichtet, das alle administrativen und medizinischen Bereiche beliefern und für ihre Reports auch nutzen. Auch Uwe Gansert hat in seiner Klinik schon kurz vor der Jahrtausendwende ein Krankenhaus-Informationssystem etabliert. "Damit haben wir sowohl auf Verwaltungsseite als auch auf der medizinischen ein einheitlich strukuriertes System, das auf allen Arbeitsplätzen vorhanden ist und wo alle Informationen reinlaufen.“

Zur Startseite