Entwicklungskooperation

Porsche und Audi entwickeln gemeinsame Architektur für Elektroautos

16.02.2018
Vor zehn Monaten fiel der Startschuss zur gemeinsamen Elektroautomobil-Entwicklung von Porsche und Audi. Nun konkretisieren und vertiefen die Automobilhersteller ihre Entwicklungskooperation.

Ziel der Zusammenarbeit, die eine Architektur unter dem Namen Premium Platform Electric (PPE) hervorbringen soll, ist es, zukünftige Elektroautos schneller auf den Markt zu bringen. Durch den effektiven, gemeinsamen Einsatz von Entwicklungskapazitäten schaffen die beiden Automobilmarken Spielraum für die Themen Elektrifizierung, Digitalisierung und autonomes Fahren sowie die Weiterentwicklung hoch effizienter konventioneller Antriebe.

Audi CEO Rupert Stadler: Audi ist Porsche-Kooperationspartner.
Audi CEO Rupert Stadler: Audi ist Porsche-Kooperationspartner.
Foto: Audi AG

"Wenn wir die anstehenden Aufgaben alleine bewältigen müssten, würden rund 30 Prozent höhere Kosten anfallen," so Oliver Blume, Vorstandsvorsitzender der PorschePorsche AG. Rupert Stadler, Vorstandsvorsitzender der AUDI AGAUDI AG sagt: "Die PPE ist für uns ein zentrales Stück Zukunft. Eigenschaften, Null-Emissionen und Profitabilität gehen dank einer in der Autoindustrie bislang einmaligen Kooperation eine ideale Verbindung ein. 1+1 ergibt in diesem Fall 3." Top-500-Firmenprofil für Audi AG Top-500-Firmenprofil für Porsche

Für das gemeinsame Vorhaben, aus dem insgesamt drei Modellfamilien hervorgehen sollen, wurden Projekthäuser in Ingolstadt und Weissach geschaffen. Zwei der drei geplanten Fahrzeugprojekte, die jeweils Modelle beider Hersteller umfassen, werden von Audi geführt, eine von Porsche. Aktuell arbeiten rund 550 Audi- und 300 Porsche-Entwickler in dem Projekt - Tendenz steigend. Sie verbringen jeweils zwei Präsenztage pro Woche am Partnerstandort.

Vorteile des Elektrofahrzeuges optimal nutzen

Mit der neuen elektrischen Architektur können Audi und Porsche die Vorteile des reinen Elektrofahrzeuges optimal nutzen - so zum Beispiel bei Package, Radstand und Raumangebot. Gleichzeitig sind die Architekturen so variabel, dass innerhalb einer Modellfamilie sowohl Hoch- als auch Flachbodenfahrzeuge, also SUVs und Limousinen, entstehen können. Erste Modelle auf Basis der PPE sind für Ende 2021 geplant. Zuvor werden 2018 und 2019 mit den Serienmodellen des e-tron und des Mission E die ersten Elektromodelle der beiden AutomobilmarkenAutomobilmarken an den Start rollen. Top-Firmen der Branche Automobil

Fahrzeugladeanschluss des Porsche Panamera 4 E-Hybrid.
Fahrzeugladeanschluss des Porsche Panamera 4 E-Hybrid.
Foto: Porsche AG

Bis 2022 investiert Porsche mehr als sechs Milliarden Euro in die Elektromobilität. Damit verdoppelt der Hersteller die bislang in diesem Bereich geplanten Aufwendungen. Von den zusätzlichen drei Milliarden Euro fließen etwa 500 Millionen Euro in die Entwicklung von Varianten und Derivaten des Mission E, gut eine Milliarde Euro in die Elektrifizierung und Hybridisierung der bestehenden Produktpalette, mehrere hundert Millionen in den Ausbau der Standorte sowie rund 700 Millionen Euro in neue Technologien, Ladeinfrastruktur und Smart Mobility.

"Für den Erfolg der Elektromobilität müssen immer mehrere Faktoren zusammenspielen. Dazu gehören vor allem attraktive Produkte mit großen Reichweiten, kurzen Ladezeiten und hohem Kundennutzen. Wenn wir diese anbieten können, wird der Markt schnell an Tempo gewinnen", so Blume.

In Europa wurden seit Markteinführung der Porsche Panamera Hybridmodelle rund 60 Prozent aller Fahrzeuge der Baureihe mit diesen Antrieben ausgeliefert. Bei den Auftragseingängen lag die Quote Porsche zufolge in manchen Ländern darüber, so zum Beispiel in Skandinavien, wo rund 90 Prozent der Bestellungen auf die Hybrid-Varianten des Panamera entfallen. (rs)

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