Strategien


Tools lenken nur ab

Social Media überfordert Mitarbeiter

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Social Media-Tools überfordern Mitarbeiter und lenken sie ab. So lauten die Vorbehalte deutscher IT-Chefs, wie eine Umfrage von Beck et al. und Q-Perior zeigen.
Deutsche Entscheider befürchten, Social Collaboration-Tools könnten die Belegschaft überfordern. Auch fehle es an der Firmenkultur.
Deutsche Entscheider befürchten, Social Collaboration-Tools könnten die Belegschaft überfordern. Auch fehle es an der Firmenkultur.
Foto: Beck et al.

"Social Readyness Check" nennt sich eine Studie, die der IT-Dienstleister Beck et al. gemeinsam mit dem Unternehmensberater Q-Perior, beide aus München, durchgeführt hat. Rund 100 Entscheider haben sich beteiligt. Das Fazit läuft aber eher auf Un-Readyness hinaus.

Denn deutsche Entscheider trauen dem Einsatz von Social Media wenig Nutzen zu. 44 Prozent erwarten, dass zu viele Informationswege die Mitarbeiter überfordern. Ebenso viele sind der Meinung, in ihrem Unternehmen fehlten die kulturellen Voraussetzungen dafür. Gut 40 Prozent glauben, dass solche Tools die Belegschaft nur ablenken.

Gleichzeitig streiten die Befragten die Notwendigkeit von Zusammenarbeit nicht ab. Sie sollten folgendes Statement bewerten: "Die Arbeit erfordert regelmäßige intensive Kommunikation und Koordination der Mitarbeiter untereinander." Dieser These stimmen im Durchschnitt 80 Prozent der Entscheider zu. Gleichzeitig erklärt mehr als jeder Dritte (35 Prozent), dass die Unternehmenskultur das Teilen von Informationen eher behindert.

38 Prozent nutzen Social-Tools

Die Befragten sollten angeben, wie viel Prozent der Mitarbeiter in ihrer Abteilung Tools zur Social Business CollaborationCollaboration (SBC) nutzen. Der Mittelwert liegt bei 38 Prozent. "Von einer flächendeckenden Nutzung sind wir noch weit entfernt", kommentieren die Studienautoren. Alles zu Collaboration auf CIO.de

Wer mit SBC arbeitet, nutzt sie vor allem zur internen Kommunikation (82 Prozent). Den Austausch mit Partnern nennen 61 Prozent und den mit Kunden 55 Prozent. Die am häufigsten verwendeten Tools sind gemeinsame Laufwerke (72 Prozent), Gruppenkalender (67 Prozent) und Filesharing (64 Prozent). Andere Werkzeuge wie etwa Wikis, Blogs und Foren bleiben unter der 50-Prozent-Marke.

Marketing und IT wollen Collaboration, die Forschungsabteilung nicht

Sofern es Treiber für den Einsatz von Social MediaSocial Media gibt, kommen sie aus Marketing und IT. Abteilungen wie Produktion, aber auch Forschung & Entwicklung engagieren sich unterdurchschnittlich. Alles zu Social Media auf CIO.de

Unter den Entscheidern, die bereits mit SBC arbeiten, scheint sich die Begeisterung in Grenzen zu halten. Lediglich drei Prozent von ihnen geben an, das wichtigste Ziel, nämlich den Austausch von Wissen zu fördern, bereits erreicht zu haben. Nur neun Prozent geben an, Probleme schneller lösen zu können. Die Kommunikation mit den Mitarbeitern hat sich nur für zwölf Prozent vereinfacht. "Es gibt das Risiko, dass SBC-Initiativen im ‚Tal der Desillusionierung‘ hängen bleiben", schreiben denn auch die Studienautoren.

Immerhin gibt es auch einige positive Ergebnisse: Jeweils 38 Prozent der Befragten geben an, sie könnten Produkte schneller auf den Markt bringen und verzeichneten Umsatzsteigerungen. In welcher Höhe, erklärt die Studie leider nicht.

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