Worldcoin-Projekt

Spanien bremst Sam Altman aus

07.03.2024
Sam Altman ist vor allem als Chef des KI-Start-ups OpenAI weltberühmt. Er ist aber auch Mitbegründer des ID- und Kryptowährungsprojektes Worldcoin. Und das hat in Spanien Ärger am Hals.
Sam Altman kassiert bei seinem Worldcoin-Projekt in Spanien einen herben Rückschlag.
Sam Altman kassiert bei seinem Worldcoin-Projekt in Spanien einen herben Rückschlag.
Foto: YouTube

Spanien hat nach einem Bericht der Financial Times das Kryptowährungsprojekt Worldcoin von OpenAI-Mitbegründer Sam Altman blockiert. Die spanische Datenschutzbehörde Agencia Española de Protección de Datos (AEPD) habe Worldcoin aufgefordert, das Sammeln von persönlichen Daten über das Scannen der Augeniris der Teilnehmer sofort einzustellen und die bereits gesammelten Daten nicht mehr zu verwenden, schreibt die FT.

Kernidee des Projektes ist, mithilfe eines Iris-Scans einen Digital-Ausweis herauszugeben, um in Zeiten Künstlicher IntelligenzKünstlicher Intelligenz im Netz zweifelsfrei nachweisen zu können, dass die Inhaber tatsächlich menschliche Wesen sind - und keine Software-Roboter. Ziel von Worldcoin ist es nach Angaben der Projektmacher zudem, einen neuen digitalen Token kostenlos an alle Menschen auf der Welt zu verteilen, um ihnen den Zugang und die Teilnahme an der globalen Wirtschaft zu ermöglichen. Hinter dem Projekt steht das von Altman mitbegründete Unternehmen Tools for Humanity (TFH) mit Sitz in Erlangen, Berlin und San Francisco. Zu den TFH-Gründern zählt auch der deutsche Informatiker Alex Blania. Alles zu Künstliche Intelligenz auf CIO.de

Großes Misstrauen

Obwohl TFH beim Iris-Scan keine weiteren persönlichen Daten wie Name, Geburtstag und Adresse sammelt, war das WorldID-Konzept in der Politik und bei Behörden auf großes Misstrauen gestoßen. Das System sei aus datenschutzpolitischerdatenschutzpolitischer Perspektive als dystopisches - also nicht wünschenswertes - Vorhaben abzulehnen, meinte im vergangenen Herbst die Bundestagsabgeordnete Misbah Khan (Grüne). Das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht und die Bankenaufsicht Bafin kündigten Untersuchungen an. Ergebnisse liegen bislang nicht vor. Alles zu Datenschutz auf CIO.de

In Spanien gab die Aufsichtsbehörde laut FT am Mittwoch bekannt, dass sie die "Vorsichtsmaßnahme" Anfang der Woche ergriffen und Worldcoin 72 Stunden Zeit gegeben habe, um die Einhaltung der Anordnung nachzuweisen. Spanien sei das erste europäische Land, das gegen Worldcoin vorgehe.

Zum Zeitpunkt der Markteinführung im vergangenen Sommer hatte das Start-up mit Sitz in San Francisco und Berlin die Einführung seiner Krypto-Token in den USA vermieden, weil das Land hart gegen den Sektor der digitalen Vermögenswerte vorgeht. (dpa/rs)

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