Bis zu 3 Millionen neue Anschlüsse

Telekom rechnet mit steigender Nachfrage nach Glasfaser-Internet

26.02.2024
Aktuell werden nur bei circa 13 Prozent der verfügbaren Glasfaseranschlüsse auch genutzt. Telekom-Chef Tim Höttges rechnet jedoch damit, dass der Anteil in den nächsten Jahren auf 30 bis 40 Prozent klettert.
Die Deutsche Telekom will 2024 bis zu 3 Millionen zusätzliche Glasfaser-Internetanschlüsse bereitstellen und erwartet, dass ein größerer Anteil der potenziell möglichen Kunden das Angebot auch tatsächlich nutzt.
Die Deutsche Telekom will 2024 bis zu 3 Millionen zusätzliche Glasfaser-Internetanschlüsse bereitstellen und erwartet, dass ein größerer Anteil der potenziell möglichen Kunden das Angebot auch tatsächlich nutzt.
Foto: Deutsche Telekom

In ihrem Geschäft mit Glasfaser-Internetkunden will die Deutsche TelekomDeutsche Telekom in diesem Jahr kräftig zulegen. Wie der Konzern mitteilte, hatte er bis zum Jahreswechsel an 7,9 Millionen Haushalten "Fiber to the Home" (FTTH) verfügbar gemacht - das waren 2,5 Millionen mehr als ein Jahr zuvor. 2024 sollen zwischen 2,5 und 3 Millionen hinzukommen. Top-500-Firmenprofil für Deutsche Telekom

Von der Gesamtzahl der möglichen Kunden hatten Ende 2023 aber nur knapp eine Million einen FTTH-Vertrag abgeschlossen. Das Gros verzichtet also bisher auf das sehr schnelle und stabile, aber auch vergleichsweise teure Glasfaser-Festnetz. Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der FTTH-Kunden pro Quartal in der Spanne von 64.000 bis 88.000. Dieses Jahr rechnet Telekom-Finanzvorstand Christian Illek damit, dass man pro Quartal "durch die Hunderttausend durchlaufen", also sechsstellig sein werde.

Telekom-Finanzvorstand Christian Illek rechnet damit, dass 2024 pro Quartal mindestens Hunderttausend FTTH-Kunden hinzukommen.
Telekom-Finanzvorstand Christian Illek rechnet damit, dass 2024 pro Quartal mindestens Hunderttausend FTTH-Kunden hinzukommen.
Foto: Deutsche Telekom

Die Bundesregierung gab mit ihrer "Gigabit-Strategie" das Ziel aus, dass bis 2030 Glasfaser an allen Haushalten liegt. Die Telekom hat bislang mit großem Abstand am meisten FTTH verlegt, Wettbewerber Vodafone stieg mit einer Tochterfirma erst spät in den Massenausbau ein. Anbieter wie die Deutsche Glasfaser oder die vor allem regional tätigen Firmen M-Net und Netcologne mischen inzwischen ebenfalls mit.

Rechnerisch liegt die Aufnahmequote ("takeup-rate") - also das Verhältnis der genutzten Glasfaser-Anschlüsse zu den verfügbaren Anschlüssen - nur bei circa 13 Prozent. Telekom-Chef Tim Höttges sagte, in den nächsten Jahren werde man bei 30 bis 40 Prozent landen. Konkreter wurde er nicht. "Die Investitionen werden sich langfristig lohnen", betonte Finanzvorstand Illek.

Der Ende 2023 von VATM und Dialog Consult vorgestellten Studie zum TK-Markt in Deutschland zufolge ist das Verhältnis zwischen vefügbaren und genutzten Glasfaseranschlüssen insgesamt noch unvorteilhaft für die Anbieter.
Der Ende 2023 von VATM und Dialog Consult vorgestellten Studie zum TK-Markt in Deutschland zufolge ist das Verhältnis zwischen vefügbaren und genutzten Glasfaseranschlüssen insgesamt noch unvorteilhaft für die Anbieter.
Foto: VATM/Dialog Consult

Auf die Frage, warum bisher nur so ein kleiner Anteil der Menschen zugegriffen und Glasfaser-Speed gebucht hat, betonte Illek, dass es nun mal Zeit brauche, bis die Nachfrage stark anziehe. Außerdem sei die Telekom keineswegs auf FTTH angewiesen, da man ja auch "Super-Vectoring" anbiete - also Telefonleitungen, auf denen Unternehmensangaben zufolge ein Download-Tempo von 0,25 Gigabit pro Sekunde möglich ist.

Das einzig Entscheidende sei, dass die Menschen bei der Telekom Kunden würden, sagte der Finanzvorstand. "Wenn sie sagen, mir reicht auch ein Vectoring-Anschluss in meiner Umgebung, dann ist das auch etwas Gutes." Insgesamt gewinne die Telekom kontinuierlich Marktanteile hinzu.

Telekom-Zahlen für 2023 vorgelegt

Höttges und Illek stellten zudem die Konzernzahl für das abgelaufene Geschäftsjahr vor. Demnach liefen die Geschäfte in Deutschland gut: Der Umsatz stieg um 2,8 Prozent auf 24,5 Milliarden Euro und das operative Ergebnis um 4,1 Prozent auf 9,8 Milliarden Euro.

Im Werben um Kunden hatte die Telekom die Nase vorn: Während Vodafone die Zahl seiner Mobilfunk-Vertragskunden im Jahresendquartal um rund 95.000 erhöhen konnte und Telefónica Deutschland (O2) um 284.000, legte die Telekom in Deutschland um 360.000 zu. (dpa/rs)

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