Gehälter-Reform

Volkswagen verordnet sich neues Vergütungssystem

26.02.2017
Der frühere Konzernchef Martin Winterkorn strich für das Jahr 2011 rund 17,5 Millionen Euro ein. Das war zwar vor "Dieselgate" - dennoch stehen hohe Managerbezüge wieder massiv in der Kritik. Der Aufsichtsrat von VW hat nun eine Reform des Vergütungssystems beschlossen.
Matthias Müller, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG, verdient künftig maximal zehn Millionen Euro pro Jahr.
Matthias Müller, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG, verdient künftig maximal zehn Millionen Euro pro Jahr.
Foto: Volkswagen AG

Obergrenze
Der VW-Vorstandschef darf künftig maximal zehn Millionen Euro im Jahr verdienen, für die übrigen Vorstandsmitglieder liegt die Obergrenze bei 5,5 Millionen Euro. Diese Summen könnten aber nur bei einer "herausragenden Unternehmensentwicklung" erreicht werden, erklärte VWVW. Das neue System gilt vom Geschäftsjahr 2017 an. Im Rückblick gesehen wäre die Vergütung der Top-Manager in den vergangenen Jahren deutlich gesunken, wäre das neue System bereits angewendet worden. Nach dpa-Informationen wäre das Durchschnittsgehalt des Vorstandschef in den Jahren 2011 bis 2015 um 40 Prozent auf 8,4 Millionen Euro gesunken, die Gehälter der Vorstände um 28 Prozent auf 4,3 Millionen. Top-500-Firmenprofil für VW

Grundvergütung
In dasFixgehaltFixgehalt fließen auch Vergütungen für die Übernahme von weiteren Ämtern im Konzern, Sachzuwendungen und andere Leistungen wie Dienstwagen ein. Im Zuge der Neuordnung steigt die Grundvergütung laut VW um bis zu 30 Prozent auf 2,125 Millionen Euro für den Vorstandsvorsitzenden und auf 1,35 Millionen für die übrigen Vorstandsmitglieder. Alles zu Gehalt auf CIO.de

Variable Vergütung
Dabei handelt es sich um eine erfolgsabhängige Bezahlung - in der öffentlichen Debatte sind damit vor allem die umstrittenen "Bonuszahlungen" gemeint. Im Kern sieht die Reform, dass die Ziele für die variable Vergütung verschärft werden und diese damit sinkt. Künftig richtet sich die jahresbezogene variable Vergütung zur einen Hälfte nach dem operativen Ergebnis: Die Mindesthürde für eine Auszahlung liegt bei 9 Milliarden Euro, statt bisher 5 Milliarden. Zur anderen Hälfte richtet sich die variable Vergütung nach der operativen Umsatzrendite, einer wichtigen Kennziffer in der Bilanz - dabei gibt es eine Hürde von 4 Prozent. Werden beide Ziele verfehlt, soll es keine variable Vergütung geben. Daneben berücksichtigt das neue System die "Transformation" der Belegschaft in neue Aufgabenfelder wie die Elektromobilität. Weiterhin gibt es zudem individuelle Ziele der einzelnen Vorstandsmitglieder.

Aktienbasierte Vergütung
Künftig gibt es eine sogenannte aktienbasierte langfristige Vergütung. Sie sieht vor, den Vorständen "virtuelle" Aktien zu gewähren - abhängig vom Gewinn je Aktie sowie von der Entwicklung des Aktienkurses. (dpa/rs)

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