Logistik und Financial gefragt

Was Unternehmen von SAP-Experten erwarten

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
SAP-Spezialisten mit Erfahrung in den Modulen Logistik und Financial sind derzeit besonders stark gefragt. Jeder vierte potenzielle Arbeitgeber will sie außerdem in einer Führungsposition sehen. Das dokumentiert der DEKRA-Arbeitsmarktreport.
  • Unternehmen suchen stärker SAP-Berater (61 Prozent) als Entwickler (26 Prozent) und Key User (13 Prozent)
  • Rund sechs von zehn Arbeitgebern legen auf ein klassisches Informatik-Studium wert
  • Nur in zwölf von mehr als 320 untersuchten Job-Angeboten steht, welches Gehalt geboten wird

Erst die Kombination aus IT- und betriebswirtschaftlichen Kenntnissen einerseits und sozialen Kompetenzen andererseits machen SAP-Experten zu "exzellenten Beratern und Entwicklern", schreibt der DEKRA-Arbeitsmarktreport 2017. Der Report belegt, welche Anforderungen einstellungswillige Unternehmen an SAP-Fachkräfte stellen.

Teils überschneiden sich die Kenntnisse, die Arbeitgeber von SAP-Beratern und SAP-Entwicklern erwarten.
Teils überschneiden sich die Kenntnisse, die Arbeitgeber von SAP-Beratern und SAP-Entwicklern erwarten.
Foto: Dekra-Arbeitsmarktreport

Die Studie basiert auf der Auswertung von 323 Stellenangeboten. Meist suchen die Firmen SAP-Berater (61 Prozent). Außerdem sind SAP-Entwickler (26 Prozent) und SAP-Anwender oder Key User gefragt (dreizehn Prozent). DEKRA unterscheidet die Bezeichnungen so: "Berater sind mehr auf die Prozesse fokussiert, die die Software steuern soll, und Entwickler auf technische Lösungen." Allerdings überschnitten sich die Tätigkeiten manchmal. Den größten Teil ihrer Arbeit verbringen sowohl Berater (79 Prozent) als auch Entwickler (97 Prozent) mit dem Programmieren, Implementieren und Entwickeln von Anwendungen.

SAP-Berater müssen kommunikativ sein

In unterschiedlichem Maß erwarten Arbeitgeber interne Beratung (Berater: 49 Prozent, Entwickler: 41 Prozent). Das heißt konkret, dass die Kandidaten auch interne Kunden von geeigneten Lösungen überzeugen, Zweifler an Bord holen und erklären müssen, warum manche Vorstellungen nicht umsetzbar sind. Deshalb legen die Firmen auf Kommunikationsstärke Wert (Berater: 55 Prozent, Entwickler 42 Prozent). Weiter erwarten sie Durchsetzungsvermögen und ein sicheres Auftreten (Berater: 20 Prozent, Entwickler: 18 Prozent).

In puncto Soft Skills sollten SAP-Entwickler vor allem Teamfähigkeit mitbringen.
In puncto Soft Skills sollten SAP-Entwickler vor allem Teamfähigkeit mitbringen.
Foto: Dekra Arbeitsmarktreport

Teamfähigkeit ist bei Entwicklern stärker gefragt (49 Prozent) als bei Beratern (33 Prozent). Dagegen sollten Berater stärker bereit sein, beruflich zu reisen (39 Prozent) als Entwickler (20 Prozent).

Knapp jede vierte Firma will ihre künftigen SAP-Experten auch mit Führungsaufgaben betrauen. Unter den Beratern steigt rund jeder Fünfte als Projektleiter ein, unter den Entwicklern ist es jeder siebte.

Von SAP-Beratern erwarten potenzielle Arbeitgeber in erster Linie Kommunikationsstärke.
Von SAP-Beratern erwarten potenzielle Arbeitgeber in erster Linie Kommunikationsstärke.
Foto: Dekra-Arbeitsmarktreport

Was die fachlichen SkillsSkills betrifft, verlangen Unternehmen von Entwicklern vor allem ABAP (62 Prozent). Damit punkten auch Berater (27 Prozent). Von beiden Richtungen werden folgende Kenntnisse erwartet: SAPSAP Logistik, MM, PP, PM, SD, WM, QM und CS (Berater 37 Prozent, Entwickler 35 Prozent). Auch SAP HANA ist begehrt (Berater: 23 Prozent, Entwickler: 22 Prozent). Stärker gefragt sind Entwickler mit Kenntnissen in SAP ERPERP (25 Prozent, Berater: 17 Prozent). Alles zu ERP auf CIO.de Alles zu SAP auf CIO.de Alles zu Skills auf CIO.de

Zur Gehaltsfrage: In Deutschland ist es unüblich, dass der Arbeitgeber konkrete Zahlen nennt, schreibt DEKRA. Nur zwölf der mehr als 320 untersuchten Stellenanzeigen machen es anders: sie stellen Jahreseinkommen von bis zu 100.000 Euro in Aussicht. Andere Unternehmen sprechen lediglich von "attraktiver Bezahlung". 23 Prozent der Firmen fordern den Kandidaten auf, eine Summe zu nennen.

Rund jede fünfte Firma erwartet nur irgendein Studium

In puncto Ausbildung liegt das klassische IT-Studium weit vorn. 60 Prozent der Arbeitgeber wünschen sich einen SAP-Berater, der Informatik oder Wirtschaftsinformatik studiert hat. 57 Prozent bevorzugen das auch bei einem Entwickler. Ein Wirtschaftsstudium als Alternative akzeptieren 41 Prozent (Berater) beziehungsweise 39 Prozent (Entwickler).

21 Prozent (Berater) beziehungsweise 20 Prozent (Entwickler) erwarten lediglich, dass der Kandidat irgendetwas studiert hat. Allerdings: mindestens ebenso viele Firmen akzeptieren Bewerber mit einer Informatik-Ausbildung (Berater: 21 Prozent, Entwickler: 22 Prozent). Wichtig ist einstellungswilligen Unternehmen vor allem, dass der Bewerber Berufspraxis mitbringt. Das steht in mehr als jedem zweiten Stellenangebot (Berater: 56 Prozent, Entwickler 53 Prozent).

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Themen: ERP, SAP und Skills

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