Arbeitgeber kontrollieren

10 ungewöhnliche Krankmeldungen

Andrea König lebt als freie Journalistin in Hamburg. Arbeiten von ihr wurden unter anderem in der Süddeutschen Zeitung und im Focus veröffentlicht, seit 2008 schreibt sie auch für CIO.de. Die Schwerpunkte Ihrer Arbeit für die CIO-Redaktion sind Themen rund um Karriere, soziale Netzwerke, die Zukunft der Arbeit und Buchtipps für Manager.
Fast jeder dritte Angestellte in den USA hat schon einmal die Arbeit geschwänzt. In Deutschland wird auch blau gemacht, allerdings seltener.
In den USA hat in diesem Jahr schon fast jeder Dritte die Arbeit geschwänzt.
In den USA hat in diesem Jahr schon fast jeder Dritte die Arbeit geschwänzt.
Foto: aijiro - shutterstock.com

Eine Umfrage des amerikanischen Karriereportals Careerbuilder zeigt, dass ein nicht geringer Anteil von Angestellten schon mal eine angebliche Krankheit als Ausrede benutzt, um gesund von der Arbeit fernzubleiben. 29 Prozent der mehr als 4.000 Befragten gaben zu, dass sie in diesem Jahr bereits die Arbeit geschwänzt haben.

Ob krank oder nur vorgetäuscht - die häufigsten Krankmeldungen (34 Prozent) erreichen US-Unternehmen in den Monaten Januar bis März. Im zweiten Viertel des Jahres ist der Krankenstand mit 13 Prozent am geringsten. Von Juli bis September steigt er wieder stark an - auf 30 Prozent der gesamten Krankmeldungen. In den Monaten Oktober bis Dezember fällt der Anteil der Krankmeldungen auf ein knappes Viertel (23 Prozent).

Wenn Angestellte sich bei ihrem Arbeitgeber krankmelden, greifen sie am häufigsten zum Telefonhörer: 84 Prozent rufen an, wenn sie nicht zur Arbeit kommen. 24 Prozent melden sich per E-Mail krank, elf Prozent mit einer SMS. Bei dieser Frage waren auch mehrere Antworten möglich.

Careerbuilder bat die Arbeitgeber in der Umfrage um Beispiele für absonderliche und ungewöhnliche Krankmeldungen von Mitarbeitern und erhielt dabei die folgenden Antworten:

1. Die zwölfjährige Tochter eines Mitarbeiters hat das Auto ihres Vaters gestohlen. Er hatte keine andere Möglichkeit zur Arbeit zu kommen und meldete sich deshalb krank.

2. In den Haaren einer Angestellten verfingen sich Fledermäuse.

3. Ein Mitarbeiter entschuldigte sich von der Arbeit, weil ein Kühlschrank auf ihn fiel.

4. Eine Mitarbeiterin wollte sich gerade in einem Café einen Kaffee holen, als ein Lastwagen Mehl in ihr Cabrio kippte.

5. Ein Angestellter meldete sich krank, weil er während der Jagdsaison von einem Hirsch gebissen wurde.

6. Weil er auf einer Party zu viel gegessen hatte, meldete sich ein Mann beim Arbeitgeber krank.

7. Ein Mitarbeiter fiel aus dem Bett und brach sich dabei die Nase.

8. Ein anderer Angestellter steckte sich bei einem Welpen mit einer Erkältung an.

9. Bei der Jagd auf einen Biber verletzte sich ein Mitarbeiter am Rücken.

10. Ein Mitarbeiter meldete sich krank, weil sein Schwager in Mexiko von einem Drogenkartell entführt wurde.

Jeder Dritte kontrolliert Krankmeldungen

Die Umfrage zeigt, dass eine Krankmeldung ohne Krankheit Konsequenzen nach sich ziehen kann. 15 Prozent der Befragten Arbeitgeber gaben an, sie hätten schon einmal jemanden aus diesem Grund entlassen. 28 Prozent haben schon überprüft, ob Mitarbeiter tatsächlich krank sind. Die meisten (69 Prozent) verlangen dann von ihren krankgemeldeten Mitarbeitern ein ärztliches Attest.

Insgesamt 52 Prozent haben schon einmal einen daheimgebliebenen Angestellten angerufen. 19 Prozent gaben an, dass sie einen Kollegen damit beauftragt haben, den Mitarbeiter anzurufen. Immerhin 16 Prozent sind bei ihrem krankgemeldeten Mitarbeiter vorbeigefahren. Bei dieser Frage konnten die Umfrageteilnehmer auch mehrere Antworten geben.

Das Internetportal boersennews.de veröffentlichte die Ergebnisse einer Umfrage unter 1.000 Arbeitnehmern in Deutschland zum Thema Schwänzen am Arbeitsplatz. Vom Anteil aus den USA von knapp einem Drittel sind deutsche Angestellte laut dieser Umfrage weit entfernt. 2,9 Prozent der Arbeitnehmer hierzulande planen, sich im anstehenden Herbst und Winter ohne vorliegende Krankheit krankschreiben zu lassen. 1,9 Prozent der Befragten denken noch darüber nach, ob sie dies tun werden.

An der Umfrage des Online-Karriereportals Careerbuilder beteiligten sich 2.696 Personaler sowie 4.384 Angestellte aus den USA. Das Unternehmen bezeichnet seine Internetseite Careerbuilder.com als das größte Online-Karriereportal in den USA.