Lebenslauf retten

7 Bewerbungstipps für Job-Hopper

Andrea König ist PR-Beraterin bei Mann beißt Hund - Agentur für Kommunikation GmbH und freie Journalistin in Hamburg. Arbeiten von ihr wurden unter anderem in der Süddeutschen Zeitung und im Focus veröffentlicht, seit 2008 schreibt sie auch für CIO.de. Die Schwerpunkte Ihrer Arbeit für die CIO-Redaktion sind Themen rund um Karriere, soziale Netzwerke, die Zukunft der Arbeit und Buchtipps für Manager.
Wer im Lebenslauf viele Stationen von kurzer Dauer listet, outet sich schnell als Job-Hopper. Solche Mappen fliegen beim ersten Sichten raus, mahnen Experten. Wir sagen, wie das nicht passiert.
Kurze Beschäftigungszeiten auf keinen Fall im Lebenslauf hervorheben.
Kurze Beschäftigungszeiten auf keinen Fall im Lebenslauf hervorheben.
Foto: Sergey Nivens - shutterstock.com

Wer innerhalb eines kurzen Zeitraums für mehrere Arbeitgeber tätig war, macht sich häufig Gedanken, wie diese zahlreichen Wechsel wohl bei einer Bewerbung ankommen könnten. Zu Recht. 40 Prozent der Personaler sortieren die Mappen von Job-Hoppern aus, ergab eine US-Umfrage.

David Perry hat das Buch "Guerilla Marketing for Job Hunter 2.0" geschrieben. Er sagt: "Wenn man sie für einen Job-Hopper hält, bekommen sie nie ein Bewerbungsgespräch". Arbeitgeber haben nun mal ihre eigenen Ansichten über Bewerber, die sich nach weniger als einem Jahr auf eine neue Stelle bewerben.

"Job-Hopping vermittelt Instabilität", sagt Karriere-Beraterin Louise Kursmark. "Da kommt natürlich die Befürchtung auf, dass sie gefeuert worden sind, dass sie schnell gelangweilt sind oder dass sie einfach nicht in der Lage sind, den für sie richtigen Job zu finden."

Das Einstellungsprozedere ist häufig langwierig und nie billig. Da befürchten Arbeitgeber bei einem Job-Hopper, dass er auch ihnen schnell wieder den Rücken zukehren könnte. Wer will sich schon nach ein paar Monaten auf die erneute Suche nach einem neuen Mitarbeiter machen.

Wie Sie Job-Hopping im Lebenslauf herunterspielen

Die oft negative Wirkung eines sagen wir abwechslungsreichen Lebenslaufes kann man nicht völlig umgehen. Abschwächen könne man sie allerdings, sagen Experten. Sie empfehlen, im Lebenslauf die Fachkenntnisse und Errungenschaften hervorzuheben. Unsere amerikanische Schwesterpublikation CIO.com gibt Ihnen sieben Tipps, um Job-Hopping im Lebenslauf herunterzuspielen.

1. Hinterlassen Sie einen guten Eindruck

Lebenslauf-Experten empfehlen bei einem zwei- bis dreiseitigen Lebenslauf, mindestens auf der ersten halben Seite auszuführen, was sie ihrem zukünftigen Arbeitgeber bieten können. Ein anderer Experte empfiehlt einen einseitigen Lebenslauf, der nur auf die Fähigkeiten und Projekte eingeht. So lenkt man den Personaler davon ab, wo und wann man die aufgeführten Dinge erreicht hat. Man sollte vor allem klarstellen, dass man sich nicht aus einer Kündigung heraus erneut bewirbt und hervorheben, was man bislang erreicht hat.

2. Gruppieren Sie Projektarbeiten

Es ist nicht ungewöhnlich, dass IT-Experten auf Projektbasis arbeiten. Es ist auch nicht ungewöhnlich, wenn diese Projekte nicht von langer Dauer sind. Die Bewerbungsexperten empfehlen, mehrere Aufträge unter einer Überschrift à la "Projekte" zusammenzufassen und so mehrere kurzfristige Projekte wie ein längerfristiges aussehen zu lassen.

3. Lenken Sie von Zeitangaben ab

Wenn Sie die Zeiträume Ihrer kurzfristigen Beschäftigungen angeben, hüten Sie sich vor Fettungen, separaten Zeilen und Sonderüberschriften. Eine weitere Methode: Verzichten Sie auf die Monatsangaben im Lebenslauf. Sie werden sicherlich im Bewerbungsgespräch darauf eingehen müssen, aber diese Tipps zielen darauf ab, dass Sie das Bewerbungsgespräch erst einmal bekommen.

4. Erklären Sie kurze Beschäftigungen

Eine kurze Erklärung im Lebenslauf kann der Personalabteilung vermitteln, dass Sie kein Job-HopperJob-Hopper sind. War es der Fall, versehen Sie Stationen mit Vermerken wie Firmenfusion oder globale Reorganisation. Allerdings sollte man nicht jede Station mit einem solchen Kommentar aufhübschen, das wäre zuviel. Man möchte ja auch nicht den Eindruck vermitteln, dass man bei jeder Kündigungswelle sofort als erster betroffen ist. Alles zu Karriere auf CIO.de

5. Zweifelhaftes weglassen

Man ist keineswegs verpflichtet, in einer Bewerbung jede einzelne Karrierestation aufzulisten. Was irrelevant für die Wunschposition ist, kann man getrost auslassen, vor allem wenn man nicht länger als ein Jahr beschäftigt war. Wird im Bewerbungsgespräch gezielt nachgehakt, liefern Sie die Erklärung. Sagen Sie, dass Sie nur für die Position Relevantes in den Lebenslauf aufgenommen haben.

6. Nutzen Sie Netzwerke

Experten vermuten bei Job-Hoppern eine größere Chance auf eine Stelle, wenn sie ihre persönlichen Netzwerke anzapfen. Das würde mehr bringen als auf Stellenausschreibungen zu reagieren. Wer über das eigene Netzwerk eine Stelle ergattert, wird nicht so stark über den Lebenslauf definiert.

7. Nehmen Sie künftigen Arbeitgebern Bedenken

Erklären Sie im Vorstellungsgespräch kurze Beschäftigungszeiten positiv und glaubwürdig. Wenn Sie verschiedene Dinge gemacht haben, könnten Sie sagen, dass Sie sich ausprobieren wollten. Dann müssen Sie aber auch eine Erklärung parat haben, warum der jetzt angestrebte Job das ist was Sie nun langfristig tun möchten.

Wenn Sie in der Vergangenheit gefeuert wurden, erklären Sie das so: Der Job war nicht das richtige für Sie. Liefern Sie zugleich Erklärungen mit, was sie aus der Erfahrung mitgenommen haben.

All diese Strategien sollen vermitteln, dass Sie keine riskante Partie sind, die in ein paar Monaten wieder das Weite sucht. Wenn Sie das Job-Hopping im Lebenslauf nicht hervorheben, werden auch die zukünftigen Arbeitgeber nicht darauf herumreiten.

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