IT-Trends von PwC

8 Technologien krempeln das Business um

14.12.2016
Marcus Eul ist Partner und Managing Director bei Strategy&, der Strategie-Einheit von PwC.
Die Allgegenwart von IT und deren Erreichbarkeit, Reichweite, Tiefe und Wirkung verändern die Geschäftsmodelle. Unternehmen müssen eine Strategie, wie sie die neuen Technologien für sich nutzen können.
  • Fünf Faktoren entfalten Industrieübergreifende Wirkungen
  • Acht Technologien bestimmen in den kommenden Jahren nachhaltig die Geschäftsmodelle von Unternehmen
  • Unternehmen sollten den Einfluss der Trends auf ihr Businessmodell prüfen und eine Strategie entwickeln
  • Der CEO sollte die Initiativen treiben, der CIO sollte das Rückgrat aller Initiativen sein

Wo können CEOs und ihre Top-Teams ansetzen, um sich heute im Dschungel der technologischen Durchbrüche, die sich auf das Geschäft auswirken, zu orientieren? Wie schätzen sie die Auswirkungen der künstlichen Intelligenz für die Zukunft ihrer Unternehmen ein, etwa im Vergleich zum Internet der Dinge oder der virtuellen Realität?

Unternehmensführer besorgt wegen Geschwindigkeit

Angesichts der zunehmenden Dynamik des technologischen Fortschritts in den letzten Jahren ist es Wirtschaftsführern nachzusehen, wenn sie sich überfahren fühlen oder gar etwas entmutigt sind. Als PwC im Rahmen der jährlichen globalen CEO-Umfrage mit Unternehmensführern sprach, sagten 61 Prozent, dass sie die Geschwindigkeit des technologischen Wandels in ihren Industrien besorgt verfolgen.

Gewiss besitzen mehr und mehr Top-Manager eine hohe technische Kompetenz und sind sogar zunehmend effektive Treiber der Technologie-Vision ihrer Unternehmen - und eine beständig anwachsende Anzahl von ihnen ist sich darüber klar, dass der digitale Umbruch Freund und Feind zugleich sein kann. Man kann aber durchaus feststellen, dass die meisten von ihnen sich schwertun, die Zeit und Energie aufzubringen, um mit den Technologien Schritt zu halten, die den Wandel in allen Branchen und in jedem Teil der Welt vorantreiben.

Kein einzelner Auslöser, sondern viele

Die Veränderungen in den Rankings der führenden Unternehmen im Laufe der Jahre zeigen, dass unzählige Unternehmen, die die 'nächste Neuheit' im Glauben, dass es sich nur um einen kurzfristigen technologischenTrendTrend ohne große Bedeutung für ihre Branchen in den kommenden Jahrzehnten handelt, aussitzen und damit verpassen. Umbrüche kommen jedoch vor. Alles zu IT Trends auf CIO.de

Man kann mit Sicherheit behaupten, dass die Geschichte der Menschheit eine Geschichte der Umbrüche ist - ein Fluss von Innovationen, die sich für Innovatoren als äußerst günstig erwiesen haben. In diesem Sinne sind bahnbrechende technologische Entwicklungen der allererste Megatrend überhaupt. Einzigartig ist im 21. Jahrhundert jedoch die Allgegenwart der Technik sowie ihre Erreichbarkeit, Reichweite, Tiefe und Wirkung.

Die Gründe für schnelle technologische Veränderungen

Führungskräfte in aller Welt erkennen diese Veränderungen und sind sich deren Bedeutung bewusst. Technologische Fortschritte treten schnell und gleichzeitig in sehr unterschiedlichen Bereichen auf, wie beispielsweise im Gesundheitswesen und in der industriellen Fertigung. Das liegt an einer Reihe von Faktoren, die Industrie-übergreifende Wirkungen entfalten:

  • Günstigerer Zugang zu Technologie: sowohl Endgeräte zum Lesen und Verwerten der Daten, erforderliche Speichertechnologien wie auch Datenleitungen werden zunehmend leistungsfähiger, zugleich erschwinglicher und führen zu mehr Informationen und einer deutlich höheren Kommunikationsfrequenz

  • Einfachere Handhabung von Technologie: während noch vor kurzer Zeit die Nutzung von Technologien einigen Wenigen vorbehalten war, die die entsprechende Ausbildung genossen hatten und wussten, welche Programmier-Befehle oder Datenbank-Abfragen für welche Zwecke am besten geeignet sind, werden Technologien heute "jedermann" zugänglich gemacht. Gängige Benutzeroberflächen sind aus dem Alltag bekannt (Consumerization), auch komplexer Sachverhalte werden zunehmend einfacher gestaltet. Gamification drückt den Anspruch aus, den Umgang mit Technologien spielerisch einfach zu bewerkstelligen.

  • Globalisierung der Technologie: weltweite Standards auf Software- und Hardware-Ebene aber auch bei z.B. Kommunikationsprotokollen führen zu einer weltweit möglichen Nutzbarkeit von Lösungen.

  • Wettbewerbsvorteil von Technologie: spätestens mit der durch die DigitalisierungDigitalisierung gewonnenen Dynamik ist dieser Punkt unstrittig. Eine rapide steigende Informationsflut durch Internet 2.0, aber auch durch Sensorik in der Produktion und Logistik (Industrie 4.0Industrie 4.0) werden nutzbar durch innovative Speichertechnologien wie In-Memory Computing oder moderne Analyse-Techniken. Der gleichzeitig fast überall mögliche Zugriff auf die Daten durch breitbandige Leitungsnetze und leistungsfähige Endgeräte bietet neue und sich zunehmend verändernde Möglichkeiten zur Kostensenkung und gleichzeitigen Differenzierung im Wettbewerb. Alles zu Digitalisierung auf CIO.de Alles zu Industrie 4.0 auf CIO.de

  • Multiplikator-Effekt von Technologie: Erfahrungen der letzten Jahre zeigen, dass der originäre Nutzen von Technologie weiteren Nutzen in anderen Bereichen induziert. So führt die Anbindung von Kunden an die eigenen Prozesse im Unternehmen über ein Kundenportal nicht nur zu einer effizienteren Kommunikation und reibungsloser verlaufenden, ineinander greifenden Prozessen, sondern typischerweise auch zu einer höheren (Kauf-) Treue angebundener Kunden.

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