Firmenwagen vor dem Aus

Audi stoppt Produktion von A6 und A7 mit 271-PS-Dieselmotor

08.05.2018
Der Dieselskandal holt Audi immer wieder ein: Jetzt droht der Rückruf Zehntausender A6- und A7-Fahrzeuge. Dass Audi seine Ziele beim Elektroauto gerade weiter hochschraubt, wird zur Randnotiz.
Produktionsstopp für die Modelle A6 (Foto) und A7 mit 271-PS-Dieselmotor.
Produktionsstopp für die Modelle A6 (Foto) und A7 mit 271-PS-Dieselmotor.
Foto: Tadeas Skuhra - shutterstock.com

AudiAudi ist mit einem weiteren Verdacht auf Abgas-Tricksereien erneut in die Kritik geraten. Der Ingolstädter Autobauer stoppte die Auslieferung der als DienstwagenDienstwagen beliebten Modelle A6 und A7 mit 271-PS-Dieselmotor. Das Kraftfahrtbundesamt leitete eine Anhörung ein, wie ein Sprecher am Dienstag in Flensburg sagte. Top-500-Firmenprofil für Audi Alles zu Dienstwagen auf CIO.de

Zuvor hatte "Der Spiegel" über den jüngsten Manipulationsverdacht berichtet. Audi-Vorstandschef Rupert Stadler sagte, der jüngste Verdachtsfall sei vergangene Woche bei internen Prüfungen entdeckt und dem KBA in Flensburg gemeldet worden. Dabei gehe es um den seit 2014 in rund 60.000 Fahrzeuge vom Typ A6 und A7 eingebauten Sechszylinder-Diesel mit 271 PS.

Dem "Spiegel" zufolge wurden die Fahrzeuge zwar mit einem SCR-Katalysator zur Beseitigung der Stickoxide ausgerüstet. Aber damit die Autofahrer den Harnstoff nicht selbst nachfüllen müssten, habe Audi die Einspritzung des Harnstoffs zur Reinigung gedrosselt, und das Auto habe zu viel Stockoxid in die Luft geblasen.

Weitere Rückrufe drohen

Stadler sagte, Audi untersuche systematisch alle Motoren. Dass mit weiteren Rückrufen zu rechnen sei, hatte er schon im März angekündigt. Für 156.000 hat das KBA bereits Rückrufe angeordnet, aber für 200.000 Fahrzeuge standen noch Prüfungen oder Bescheide aus. Im jüngsten Fall sind laut KBA in Deutschland 33.000, weltweit 60.000 AutosAutos betroffen. Bestätigt sich der Einbau einer unzulässigen Abschalteinrichtung, drohen weitere Rückrufe. Top-Firmen der Branche Automobil

Der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion Sören Bartol sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Die Bosse der Automobilhersteller spielen mit ihrem guten Ruf, wenn sie seit Jahren immer nur scheibchenweise zugeben, wo sie noch manipuliert haben. So langsam bin ich es leid."

Stadler kündigte am Dienstag an, Audi wolle 2025 bereits 800.000 Elektroautos und Plug-in-Hybride verkaufen, also ein Drittel der ausgelieferten Fahrzeuge. Mercedes-Benz und BMW sind vorsichtiger und planen je nach Kundennachfrage mit einem Anteil von 15 bis 25 Prozent.

Audi e-tron soll beschädigtes Audi-Image aufpolieren

Dieses Jahr werde Audi sein erstes reines Elektrofahrzeug auf den Markt bringen, das SUV Audi e-tron, und bis 2020 ein elektrisches SUV-Coupé, einen Sportwagen und ein Kompaktauto. Statt heute drei sollen die Kunden dann sieben Plug-in-Hybride im Angebot haben.

Audi wolle bei Elektromobilität "die Nummer eins unter den Premiumanbietern werden" und zudem mit digitalen Geschäftsmodellen 2025 bereits eine Milliarde Euro Betriebsgewinn erwirtschaften, sagte Stadler. Aber er werde "alles daran setzen, auch Diesel und Benziner zukunftsfähig zu halten", weil sie auch 2025 den Großteil der Verkäufe ausmachten.

Seine Pläne will Stadler am Mittwoch auf der Audi-Hauptversammlung in Ingolstadt erläutern. Erstmals soll der neue VW-Chef Herbert Diess die Hauptversammlung als neuer Audi-Aufsichtsratschef leiten. (dpa/rs)

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