Amazon, Microsoft, IBM und SAP

Blockchain as a Service – das bieten die wichtigsten Player

Thomas Joos ist freiberuflicher IT-Consultant und seit 20 Jahren in der IT tätig. Er schreibt praxisnahe Fachbücher und veröffentlicht in zahlreichen IT-Publikationen wie TecChannel.de und PC Welt.
Wolfgang Herrmann ist Editorial Manager CIO Magazin bei IDG Business Media. Zuvor war er unter anderem Deputy Editorial Director der IDG-Publikationen COMPUTERWOCHE und CIO und Chefredakteur der Schwesterpublikation TecChannel.

IBM Blockchain Platform mit Hyperledger

IBM bietet mit IBM Blockchain Platform einen Dienst in der IBM-Cloud an, mit dem sich ein hochsicheres Blockchain-Netzwerk erstellen lässt. IBM bezeichnet seine Plattform als Marktführer, den bereits hunderte Unternehmen nutzten. Zu den Kunden gehören etwa der Logistikkonzern Maersk und der Handelsriese Walmart. Letzterer verpflichtete seine Zulieferer, ihre Produktdaten in die IBM Food Trust Blockchain einzupflegen. Walmart nutzt das System, um die Herkunft eingekaufter Produkte nachzuvollziehen. Erste Pilotprojekte zeigten das Potenzial: Brauchte Walmart bislang rund sieben Tage, um die Lieferkette eines Lebensmittelprodukts vom Ladengeschäft bis zum Bauernhof zurückzuverfolgen, erledigt die Blockchain diese Aufgabe in 2,2 Sekunden. Auch Nestlé und Unilever setzen die Blockchain-Plattform von IBM für eigene Technologien ein, zum Beispiel, um die Sicherheit zu verbessern.

Der Handelskonzern Walmart setzt IBMs Blockchain-Service ein, um seine Supply Chain transparenter zu machen.
Der Handelskonzern Walmart setzt IBMs Blockchain-Service ein, um seine Supply Chain transparenter zu machen.
Foto: IBM

IBM Blockchain Platform nutzt Funktionen, die aus dem Hyperledger-Fabric-Framework entstanden sind und das Hyperledger-Composer-Blockchain-Tool nutzen. Beide werden von der Linux Foundation als Open-Source-Software zur Verfügung gestellt. Es stehen APIs zur Verfügung, mit denen sich die Blockchain-Technologie auch in eigene Anwendungen des Unternehmens integrieren lassen. IBM verspricht, dass sich die eigene Blockchain-Technologie schnell und einfach integrieren lässt, auch von Entwicklern, die in diesem Bereich noch nicht spezialisiert sind.

IBM stellt auch die eigene Sicherheit seiner Blockchain Platform heraus. Die Plattform bietet die Sicherheitskategorie FIPS140-2 Level 4. Außerdem hat IBM keinerlei Zugriff auf die Blockchain-Daten.

Blockchain in Microsoft Azure mit Azure Blockchain Workbench

Microsoft bietet Blockchain als Dienst in Microsoft Azure an. Entwickler können in diesem Bereich mit modularen und vorkonfigurierten Netzwerken arbeiten. Microsoft nutzt Blockchain in Microsoft Azure selbst, um zum Beispiel die Lizenzierung für Xbox-Spiele zu optimieren.

In Microsoft Azure stehen über den Azure Marketplace auch verschiedene Blockchain-Dienste von Drittherstellern zur Verfügung.
In Microsoft Azure stehen über den Azure Marketplace auch verschiedene Blockchain-Dienste von Drittherstellern zur Verfügung.
Foto: Microsoft

Mit Azure Blockchain Workbench lassen sich Apps, die auf Blockchain setzen, schneller und einfacher erstellen. Die verschiedenen Szenarien, die Unternehmen mit Blockchain darstellen wollen, können mit Bordmitteln in Microsoft Azure erstellt und konfiguriert werden. Wer auf Blockchain in Microsoft Azure setzt, kann die verschiedenen Dienste in Microsoft Azure in die eigene Blockchain-as-a-Service-Infrastruktur mit einbinden.

Dazu gehören auch Dienste zur Bereitstellung von Big Data, virtuelle Server, leistungsstarke Speicherdienste und sichere Netzwerke, auch ins eigene Rechenzentrum. Zur Identitätsverwaltung kann auf Azure Active Directory gesetzt werden. Die Schlüssel für die Verschlüsselung können wiederum in Azure Key Vault gespeichert werden.

Im Azure Marketplace lassen sich dazu auch verschiedene Dienste von Drittanbietern dazu buchen. Dazu gehören Corda, Ethereum und Hyperledger Fabric. Einige große Unternehmen wie Nestlé und 3M setzen auf Technologien in Microsoft Azure Blockchain Workbench.

Azure Blockchain Workbench hilft dabei, eigene Blockchain-Anwendungen zu erstellen. Auch hier ergibt sich der Vorteil, dass durch die Assistenten in Azure Blockchain Workbench die notwendigen Ressourcen in Microsoft Azure automatisiert erstellt und konfiguriert werden können.

Google arbeitet an eigener Blockchain-Lösung

Auch Google arbeitet derzeit an einer eigenen Blockchain-Lösung, die vermutlich im eigenen Cloud-Dienst bereitgestellt werden soll. Google gehört zu den größten Investoren in Unternehmen, die sich mit Blockchain auseinandersetzen. Zu den Firmen, die Google unterstützt, gehören der dezentrale Cloudspeicher Storj und die Handelsplattform für Kryptowährungsderivate LedgerX. Auch Veen wird unterstützt. Dabei handelt es sich um ein Unternehmen, das Blockchain vor allem für kleine und mittlere Unternehmen entwickelt. Im Gegensatz den großen Konkurrenten IBM, Oracle und Microsoft hat Google derzeit aber noch kein Blockchain-as-a-Service-Angebot auf dem Markt.

Im Juli 2018 kündigte der Blockchain-Spezialist Digital Assets an, künftig mit Google zusammenzuarbeiten. Die Plattform und die Entwickler-Tools von Digital Assets will Google in seine Cloud-Plattform integrieren und auf dieser Basis eigene Blockchain-Produkte entwickeln. Der Suchmaschinenkonzern will seine Blockchain-Kompetenzen insbesondere durch eine Zusammenarbeit mit Startups ausbauen.

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