Die IT-Stories des Jahres

Das hat Techies 2017 bewegt

Kommentar  15.12.2017
Von Marc Ferranti und
Marc Ferranti ist Chefredakteur bei IDG News Services


Florian beschäftigt sich mit vielen Themen rund um Technologie und Management. Daneben betätigt er sich auch in sozialen Netzen.
Ein Mobiltelefon sorgte für offene Münder, eine Malware für bittere Tränen und Künstliche Intelligenz für Furore. Wir lassen das IT-Jahr Revue passieren.

Die Tech- und IT-Welt hatte im beinahe abgelaufenen Jahr vor allem mit IT-Security- und Datenschutz-Sorgen zu kämpfen: Globale Ransomware-Attacken und Cyberspionage beherrschten die Schlagzeilen. Unterdessen trug die vielbeschworene Künstliche Intelligenz (KI) zur Entstehung einiger der wichtigsten Trends des Jahres bei. Hier kommen die zehn Tech Stories des Jahres 2017.

Diese zehn Stories haben Tech-Nerds und IT'ler im Jahr 2017 vom Hocker gerissen.
Diese zehn Stories haben Tech-Nerds und IT'ler im Jahr 2017 vom Hocker gerissen.
Foto: Kaspar Grinvalds - shutterstock.com

Der iPhone-Meilenstein

Um Tim Cook wird wohl nie ein ähnlicher Personenkult entstehen, wie das bei Mastermind Steve Jobs der Fall war. Dennoch hat Apple unter Cooks Führung bislang einige Produkte auf den Markt gebracht, die als wegweisend für die Zukunft angesehen werden können. Zum Beispiel das iPhone X. Das wurde von einigen Kritikern ziemlich schnell als Luxusspielzeug für reiche Nerds abgestempelt und sorgte mit der neuen Gesichtserkennung Face ID vielerorts für Security-Sorgen und/oder Datenschutz-Empörung.

Nichtsdestotrotz: Die Konsumenten sind allem Anschein nach fasziniert vom Homebutton-losen Jubiläums-iPhone mit OLED-Display. Das iPhone X kann man also mit gutem Gewissen als Meilenstein bezeichnen. Als revolutionär allerdings nicht.

Die Bitcoin-Rally

Die beliebteste aller Kryptowährungen - Bitcoin - hat seit ihrer Einführung durch den mysteriösen Entwickler Satoshi Nakamoto im Jahr 2009 zahlreiche Höhen und Tiefen durchlebt. Vor knapp vier Jahren erreichte der Bitcoin - getrieben durch Spekulanten und Tech-Pioniere - die 1000-Dollar-Marke. Nur um einige Jahre später wieder abzustürzen, weil Hackerangriffe auf Bitcoin-Börsen Sicherheitsbedenken schürten.

Das anonyme P2P-Zahlungssystem konnte sich aber trotz aller Widrigkeiten berappeln. Wobei das wohl etwas untertrieben ist. Im November 2017 pulverisierte der Bitcoin-Kurs die Marke von 10.000 Dollar, Anfang Dezember 2017 stand er bereits bei über 12.000 Dollar - und ein Ende des Booms ist nicht in Sicht. Und selbst wenn die Blase irgendwann platzt: Bitcoin wird sich immer damit "rühmen" können, der Welt die Blockchain "kredenzt" zu haben.

Malware eats World - Part I & II

An einem ganz normalen Freitag im Mai 2017 brach plötzlich die Hölle los: die Ransomware WannaCry befiel hunderttausende Windows-Rechner in mehr als 150 Ländern, verschlüsselte alle Daten und gab diese erst gegen Zahlung eines Lösegelds wieder frei. Die Kosten für Geschäftsausfälle gehen in die Milliarden. Für Furore sorgte auch die Aufbereitung des Hackerangriffs, als bekannt wurde, dass bei der WannaCry-Attacke ein geleaktes NSA-Hacking-Tool eingesetzt wurde, das von nordkoreanischen Cyberkriminellen weiterentwickelt worden war.

Eine Fortsetzung der Hacker-Horrorstory gab es einige Monate später: Die Nachfolge-Ransomware Petya nutzte exakt dieselbe Windows-Schwachstelle wie zuvor WannaCry. Unternehmen, die 2018 immer noch nichts von IT-Sicherheit halten, ist wohl nicht mehr zu helfen.

Putins Cyber-Cocktail

Ein Dokument, das im Januar 2017 an die Öffentlichkeit gelangte, beschuldigte Russland - beziehungsweise den russischen Präsidenten Putin "cyberkriegerischer Handlungen". Das lieferte auch die Grundlage für Beschuldigungen und Beschimpfungen, die Regierungen, Unternehmen und Politiker in Dauerschleife bis zum Jahresende untereinander austauschten.

Der Report selbst - die freigegebene Version eines Untersuchungsberichts von CIA, FBI und NSA - geht davon aus, dass Russland die Präsidentschaftswahl 2016 zu Gunsten von Donald Trump beeinflusst hat. Und zwar mit einem Mix aus staatlich beauftragten Cyberspionen, staatseigenen Medienhäusern und bezahlten Social-Media-Trollen.

Goodbye, Netzneutralität!

Nachdem Donald Trump Ajit Pai als Chef der US-Kommunikationsbehörde FCC eingesetzt hatte, versprach der postwendend, die Bestimmungen zur Netzneutralität aus dem Jahr 2015 rückgängig zu machen. Instant-Support bekam der emsige Trump-Supporter von zahlreichen Regulations-feindlichen Mitgliedern der GOP. Auch die zeigten sich davon überzeugt, dass der Wettbewerb schon dafür sorgen wird, dass die Preise nicht explodieren.

US-Demokraten und Netzaktivisten protestierten den Rest des Jahres und wiederholten unermüdlich, wohin diese Entscheidung ihrer Meinung nach führen wird: Provider verlangen von Webseitenbetreibern Gebühren für "priority routing", wodurch vor allem die kleine, innovative Unternehmen und Startups abgehängt werden.

Die Proteste blieben ohne Erfolg. Die FCC hat der Netzneutralität Mitte Dezember 2017 eine Abfuhr erteilt. Das dürfte auch Auswirkungen für den Rest der Welt haben, denn Regulatoren allerorts stehen vor ganz ähnlichen Entscheidungen und verfolgen die Entwicklung höchst interessiert.

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