IT-Strategietage 2019

Die Formel für den Erfolg der Metro



Simon Hülsbömer betreut als Senior Project Manager Research Studienprojekte in der IDG-Marktforschung. Zuvor verantwortete er als Program Manager die Geschäftsentwicklung und die Inhalte des IDG-Weiterbildungsangebots an der Schnittstelle von Business und IT - inhaltlich ist er nach wie vor für das "Leadership Excellence Program" aktiv. Davor war er rund zehn Jahre lang als (leitender) Redakteur für die Computerwoche tätig und betreute alle Themen rund um IT-Sicherheit, Risiko-Management, Compliance und Datenschutz.
Wie kommt man als Unternehmen mit "angestaubtem" Image zum Erfolg? Timo Salzsieder, CIO der Metro AG, macht eine einfache Rechnung auf: Ausführung + Strategie + Kultur = Erfolg.
Metro CIO Timo Salzsieder stellt die drei Summanden seiner Erfolgsformel auf den Hamburger IT-Strategietagen vor.
Metro CIO Timo Salzsieder stellt die drei Summanden seiner Erfolgsformel auf den Hamburger IT-Strategietagen vor.
Foto: Foto Vogt

Der GroßhändlerGroßhändler MetroMetro macht über 36 Milliarden Euro Umsatz und hat in 35 Ländern über 150.000 Mitarbeiter, davon 2.500 in der jüngst umbenannten IT-Unit Metronom (vormals Metro Systems), die weltweit vier Rechenzentren an acht Locations betreibt. Salzsieder ist neben seiner CIO-Funktion auch als Chief Solution Officer der Metro und CEO der Metronom tätig. Top-500-Firmenprofil für Metro Top-Firmen der Branche Handel

Ausführung

Als ersten Summanden seiner Erfolgsformel stellt Salzsieder die "Ausführung" beziehungsweise auf Englisch "Execution" vor. Diese stelle sich in seinem UnternehmenUnternehmen sehr vielfältig dar: Heute liefere man als IT-Tochter viele digitale Lösungen für die Metro-Filialen und sei bereits stark im Machine-Learning-UmfeldMachine-Learning-Umfeld unterwegs. Ein wichtiger Einschnitt sei die Einführung eines Portfolio-Managements gewesen. "Die Anforderungen der einzelnen Fachbereiche und auch verschiedenen Länder waren vielseitig. Wir hatten als IT keine klaren Prioritäten, haben Lieferfristen nicht eingehalten. Deshalb ist Frust entstanden." Alles zu Machine Learning auf CIO.de Alles zu Retail IT auf CIO.de

Seit zwei Jahren würden die IT-Projekte nun dank Portfolio-Management in Sechs-Monats-Zyklen abgewickelt. Dadurch sei eine Termin- und Liefertreue von 93 Prozent entstanden - die Metro-IT sei dadurch zum verlässlichen internen Partner geworden, mit dem man gerne zusammenarbeite. "Früher waren wir so ein wenig die Schmuddelkinder, die sich nicht an Timings halten und eine Sprache sprechen, die keiner versteht. So sind wir heute längst nicht mehr", sagt Salzsieder.

Strategie

Die Strategie spielt ebenfalls eine wichtige Rolle als Teil der Erfolgsformel. "Hier wollten wir es anders machen als das klassische Top-Down unter Einbeziehung einer Unternehmensberatung. Wir haben 19 relevante Themen vorgeschlagen, die in unseren Augen in eine Strategie hineingehören und unsere Mitarbeiter dann zur Ausarbeitung eingeladen." 160 Metronom-Mitarbeiter hätten sich gemeldet und über zwei Tage hinweg produktiv an den StrategienStrategien gewerkelt. Dieser Prozess habe dafür gesorgt, dass die Ergebnisse des Workshops nun von allen mitgetragen würden. Alles zu Strategien auf CIO.de

Das Rückgrat der so entwickelten Strategie bestehe laut Salzsieder aus fünf Bereichen: Cloud, Data, User Experience, Mobile und Connectivity. Cloud-Lösungen kämen mittlerweile sowohl im Office-IT-Bereich als auch in den Stores zum Einsatz. Zum Thema Datenanalyse sagt Salzsieder: "Wir wissen sehr genau, welcher Kunde wann im Store war und was er gekauft hat - darum beneiden uns viele unserer Mitbewerber." Dadurch habe man auch das Kundenerlebnis verbessern können. Mithilfe von Mobile Apps sei der Einkauf bei der Metro nun noch einfacher. Und eine bessere Vernetzung aller Systeme habe man ebenfalls erreichen können.

Kultur

Als dritten Summanden führt Salzsieder die Kultur auf. "Die Metro-Gruppe hatte ein eher verstaubtes Image. Wir haben daher vergangenes Jahr unsere neue IT-Tochter Metronom gegründet und zur Anwerbung neuer Mitarbeiter eine vierwöchige Guerilla-Kampagne im Umfeld der Zalando-Zentrale in Berlin gestartet." Dort habe man - ohne Nennung des Unternehmensnamens Metro - vor Ort ein wenig gegen Zalando gewettert nach dem Motto: Möchtest du hier sterben oder doch lieber zu einem Unternehmen gehen, das Zukunft hat? Er habe sich später natürlich bei den Zalando-Kollegen dafür entschuldigt, so Salzsieder. Der Plan sei indes aufgegangen: Man habe binnen kurzer Zeit rund 300 Bewerbungen erhalten. Heute sei es wieder "cool", bei der Metro/Metronom zu arbeiten.

Um die Mitarbeiterzufriedenheit zu steigern, führe man neuerdings alle zwei Wochen eine kurze Zufriedenheitsumfrage durch, um die Stimmung in den jeweiligen Unternehmensbereichen abzufragen. Der so ermittelte Employer Engagement Index habe sich signifikant verbessert: Die Zahl der Mitarbeiter, die sagten "Ich arbeite gerne hier" sei binnen eines Jahres von 34 auf 63 Prozent gestiegen.

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