Digitales Lernen in den Ferien

Dorothee Bär mit Buntstiften und Tablet im Zug

Horst Ellermann ist Herausgeber des CIO-Magazins.
Die Bahn bietet vom 13. Juli bis zum 18. August digitale Workshops für Kinder an. Die Kinderbetreuer in den ICEs und ICs bespaßen ihre Zöglinge dann nicht nur mit Buntstiften und Bastelzeug, sondern auch mit Tablets. "Genau der richtige Ansatz", meint die Staatsministerin für Digitalisierung Dorothee Bär und Schirmherrin des "CIO des Jahres".
Staatsministerin Dorothee (Mitte) im Kreise der Testkinder. Rechts im Bild Bahnvorstand Berthold Huber.
Staatsministerin Dorothee (Mitte) im Kreise der Testkinder. Rechts im Bild Bahnvorstand Berthold Huber.
Foto: Deutsche Bahn / Hans-Christian Plambeck

Dorothee Bär kritisierte, dass in Deutschland immer noch über das Ob und nicht über das Wie der digitalen Bildung gesprochen werde. Digitale Bildung grundsätzlich in Frage zu stellen, hält die Ministerin für Digitales logischerweise nicht für zielführend. Dass viele Eltern genau dies tun, ist laut Verana Pausder, Geschäftsführerin der HABA Digitalwerkstatt, allerdings logisch: "Natürlich haben wir den Eindruck, dass Buntstifte besser sind, wenn die Kinder schlechter gelaunt sind, nachdem sie Tablets in der Hand hatten."

Alles eine Frage der Inhalte

HABA ist der Kooperationspartner der BahnBahn, der für die Inhalte des Sommerprogramms verantwortlich ist. Geschäftsführerin Pausder will Berührungsängste mit digitalen Medien abbauen und belegen, dass Kinder mit Computerspielen nicht verblöden, sondern - im Gegenteil - mit den richtigen Spielen schlauer werden. Berthold Huber, Konzernvorstand Personalverkehr, springt ihr zur Seite: "Es geht hier nicht darum, Kinder zu Computerspielen zu animieren. Es geht darum das Verstehen zu fördern." Top-500-Firmenprofil für Deutsche Bahn AG

Nicolai Schork, Gründer und Geschäftsführer des "Simple Club", kennt alle Argumente wider das digitale Lernen bereits. Mehr als eine Million Unique Visitors hat er jeden Monat auf seinem Youtube-Kanal. Meist sind es Schüler, die (freiwillig!) seinen Mathe-Unterricht besuchen. Trotzdem wird Schork angefochten: "Wir waren auf so vielen Veranstaltungen, wo wir uns rechtfertigen müssen, dass digitale Bildung überhaupt Sinn macht."

Im Testzug nach Erfurt geht Schork in den Angriff über: "Wir entscheiden, ob Kinder einfach nur Konsumenten von Computerspielen werden oder lernen, wie das alles funktioniert." Und weiter: "Wir sind so unfassbar langsam, während die ganze Welt schon realisiert hat, dass digitales Lernen die Zukunft ist." Bildung 2030 sehe so aus, dass jeder individuell an seine Ziele herangeführt wird. "Es gibt keinen logischen Grund, das nicht so zu tun", sagt Schork: "Wir unterschätzen, wie schnell die Entwicklung sein wird."

Theoretisch könnte es beim digitalen Lernen zwar noch Einschränkungen aufgrund der Hardware geben. Doch auch dafür hat die Bahn einen Partner mit an Bord geholt. Martin WildMartin Wild, Chief Innovation Officer von MediaMarktSaturn, erklärt, dass es an Geräten natürlich nicht hapern wird. Profil von Martin Wild im CIO-Netzwerk

Was uns 2030 erwartet

Bär fühlt sich sichtlich wohl im ICE 1632, in dem digitale Bildung längst beschlossene Sache ist. Die Testkinder sind gut gelaunt. Die Anbieter von Hard- und Software auch. Der Gastgeber Bahn sowieso.

Jetzt muss das Beispiel für digitale Bildung nur noch Schule machen.

Deutsche Bahn / 3 Fakten zur Kinderbetreuung

  • 2019 sind die DB-Kinderbetreuer an 104 Tagen unterwegs.

  • 2018 erreichten die Betreuer mehr als 100.000 Kinder.

  • Über bahn.de/kinderbetreuung können Gäste nach Zügen mit Kinderbetreuung suchen und diese buchen.

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