Schwerpunkt Mobile IT: Mobile Unternehmenskommunikation

Effizienz durch Beweglichkeit

Johannes Klostermeier ist ein freier Journalist aus Berlin. Zu seinen Spezialgebieten zählen unter anderem die Bereiche Public IT, Telekommunikation und Social Media. Auf cio.de schreibt er über CIO Auf- und Aussteiger.
Mobil-Strategien in Deutschland und Europa
Mobil-Strategien in Deutschland und Europa

Dabei befinden sich CIOs heute, wie die Meta Group in ihrer Marktstudiefeststellt, in einem Dilemma: Auf dereinen Seite fordern die Nutzer den Einsatz drahtloser und mobiler Technologien. Auf der anderen Seite stagnieren die IT-Budgets. Zudem ist die technologische Entwicklung im Bereich Mobile Computing enorm schnell, Geräte und Anwendungen haben sehr kurze Innovationszyklen.

Der Markt wird zunehmend von den Nutzern getrieben: "Immer mehr Mitarbeiter bringen private PDAs und Laptops ins Büro mit und schließen sie irgendwie an das Firmennetzwerk an", weiß Klaus-Peter Scheer von der Meta Group. Dieser Wildwuchs bringe große Sicherheitsprobleme mit sich. Anwendungsintegration sei derzeit noch ein Stiefkind im Bereich desMobile Computing, sagt Wolfram Funk, Senior Consultant bei Meta Group. Und auch die Integration der notwendigen Sicherheitslösungen führe heute zu einem Flickwerk verschiedenster Produkte, das den Anwender überfordere und für den Administrator sehr aufwendig sei, so Informatikprofessor Bernd Lutterbeck von der TU Berlin.

Tatsache ist, dass der mobile Markt wächst: 460 Millionen Dollar haben europäische Unternehmen 2002 für das mobile Business - die Nutzung von Unternehmensdaten durch Außendienstler mittels Handheld-PCs und des Einsatzes von Middleware-Software - ausgegeben, so Datamonitor. In den USA wird es 2003 laut Meta Group einen Zuwachs von elf Prozent bei PDAs, 14 Prozent bei Handhelds und 25 Prozent bei Laptops geben. Immerhin ein Drittel der Global-2000-Unternehmen haben laut Meta Group 2002 ihre Ausgaben für Wireless Services - Sprache und Daten - gegenüber dem Vorjahr erhöht, während nur zwölf Prozent der Befragten ihre Investitionen in diesem Bereich zurückgeschraubt haben. 65 bis 75 Prozent der 2000 weltweit größten Unternehmen werden bis Ende 2005 mindestens eine mobile Applikationskomponente einsetzen. "Bei den meisten dieser Komponenten", sagt Meta-Forscher Funk, "wird es sich um Erweiterungen bestehender Systeme für Enterprise Resource Planning (ERPERP), Sales Force Automation und Customer Relationship Management (CRMCRM) handeln." Gruhn gibt jedoch zu bedenken: "Je mehr sich dieAnforderungen der Mobile Data Corporate Solutions von den Standard- und Massenanwendungen wie SMS, MMS und E-Mail entfernen, desto schwieriger wird die Einschätzung, wie sich der Markt der mobilen Geschäftsanwendungen entwickeln wird." Alles zu CRM auf CIO.de Alles zu ERP auf CIO.de

WLAN-Erfolg hängt an Standardisierung

Wireless LAN könnte für mobile Business-Anwendungen laut Detecon International zum Geschäftserfolg auf dem Massenmarkt werden. Aber auch bei der WLAN-Nutzung gibt es Hindernisse, etwa das noch fehlende Roaming, also die bruchlose Übergabe zwischen WLAN-Punkten. "Die Kunden müssen das Netz unabhängig vom Provider oder Hotspot-Betreiber nutzen können", fordert Hans Jürgen Tscheulin von Detecon. "Es darf keine Technologieauflagen, keine komplizierten Abrechnungssysteme und keine Roaming-Grenzen geben", sagt auch IDC.

Ein Grund für den Siegeszug von WLAN ist, dass UMTS immer noch in der Versuchsphase steckt - die nach übereinstimmender Aussage aller vier deutschen Mobilfunkunternehmen noch bis zur Cebit im März kommenden Jahres dauern wird. "Welche Dienste angeboten und welche vom Kunden nachgefragt werden, ist noch unklar", sagt Brian Marshall von der IT-Beratungsgesellschaft American Management System. Denn viele Mobilfunkanbieter hätten sich bisher zu sehr auf die Technologie konzentriert, anstatt die Nachfrage anzukurbeln.

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