Junge Erwachsene und Social Media

Facebooks Wirkung auf die Psyche

Andrea König lebt als freie Journalistin in Hamburg. Arbeiten von ihr wurden unter anderem in der Süddeutschen Zeitung und im Focus veröffentlicht, seit 2008 schreibt sie auch für CIO.de. Die Schwerpunkte Ihrer Arbeit für die CIO-Redaktion sind Themen rund um Karriere, soziale Netzwerke, die Zukunft der Arbeit und Buchtipps für Manager.
Narzisstische oder aggressive Tendenzen können durch intensive Facebook-Nutzung zu Tage treten, sagt ein US-Professor. Positive Auswirkungen gibt es aber auch.
Ein kalifornischer Professor erforscht, was intensive Facebook-Nutzung bei jungen Erwachsenen bewirken kann.
Ein kalifornischer Professor erforscht, was intensive Facebook-Nutzung bei jungen Erwachsenen bewirken kann.
Foto: cunaplus - shutterstock.com

Ein Forscher der California State University vermutet einen Zusammenhang zwischen der Facebook-Nutzung und psychischen Schäden bei Teenagern. Wie unsere Schwesterpublikation Computerworld und ScienceDaily berichten, hat Psychologie-Professor Larry Rosen seine Erkenntnisse auf einer Konferenz der American Psychological Association in Washington D.C. präsentiert.

Teenager, die FacebookFacebook intensiver als Gleichaltrige nutzen, zeigten häufiger narzisstische Tendenzen. Junge Erwachsene, die viel bei Facebook unterwegs sind, würden häufiger mit psychologischen Schäden wie antisozialem Verhalten, Manie und aggressiven Tendenzen auffallen. Die Erkenntnisse seien neu und noch nicht weit genug für eine Veröffentlichung, zitiert Sharon Gaudin von Computerworld Professor Rosen. Alles zu Facebook auf CIO.de

In seinem Vortrag arbeitete Rosen heraus, wie viel Zeit Teenager und junge Erwachsene mittlerweile mit digitalen Geräten verbringen und wie intensiv sie soziale NetzwerkeNetzwerke nutzen. Kurznachrichten ziehen sie häufig einem Telefongespräch oder der Kommunikation von Angesicht zu Angesicht vor. Insgesamt 42 Prozent der Teenager könnten mit geschlossenen Augen SMS tippen, sagte Rosen in seinem Vortrag. Alles zu Netzwerke auf CIO.de

Er sprach auch darüber, dass eine zu intensive Nutzung von MedienMedien und Technologien seiner Meinung nach negative Auswirkungen auf die Gesundheit von Kindern und Teenagern hat, weil sie so anfälliger für Angst, Depression und andere psychologische Probleme wären. Auch für zukünftige gesundheitliche Probleme wären sie so empfänglicher. Top-Firmen der Branche Medien

Im Gespräch mit Computerworld betonte Rosen, dass er mit seinen Erkenntnissen nicht sagen möchte, dass eine intensive Facebook-Nutzung die psychischen Schäden verursacht. Das habe er nicht herausgefunden. Habe jemand aber bereits narzisstische Tendenzen in sich, könnten diese durch die Nutzung sozialer Netzwerke hervorkommen, sagt er. Durch das Veröffentlichen von Einträgen oder Fotos könnten Nutzer etwa ihre narzisstische Seite zeigen.

Auch positive Auswirkungen entdeckt

Nicht überrascht von diesen Ergebnissen zeigte sich Dan Olds, Analyst bei OrionX, gegenüber Computerworld. "Neue Technologien geben ihren Nutzern immer neue Wege an die Hand, sich von ihrer besten und auch ihrer schlechtesten Seite zu zeigen", sagt er. Auch bei der Einführung des Telefons sei es schon so gewesen, dass es natürlich auch möglich war, jemanden anzurufen und zu verärgern oder sich schlecht zu benehmen.

Rosen betonte in seinem Vortrag aber auch, dass die intensive Nutzung von sozialen Netzwerken auch positive Auswirkungen auf junge Menschen haben kann. Denn wer mehr Zeit auf Facebook verbringt, kann virtuell sein Mitgefühl besser ausdrücken als andere. Besonders Introvertierte könnten durch das Online-Netzwerken lernen, wie man Kontakte knüpft, zitiert Science Daily den Professor. Eltern rät Rosen, genau hinzusehen, was ihre Kinder in sozialen Netzwerken tun und problematische Themen mit ihnen zu diskutieren.

Psychologie-Professor Larry Rosen hat auf einer Konferenz der American Psychological Association in Washington D.C. eine Präsentation unter dem Titel "Poke Me: How Social Networks Can Both Help and Harm Our Kids" gehalten. Rosen lehrt an der California State University.

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