Mehr Tempo und Reichweite

Hardware-Trends 2019: WLAN & Mobilfunk

24.01.2019
Von Sandra Ohse, Verena Ottmann, und Inel Walke-Chomjakov
Thomas Rau ist stellvertretender Chefredakteur PC-WELT Print bei IT-Media. 

5G: Der neue Mobilfunkstandard

Jetzt geht es endlich los mit dem Mobilfunkstandard 5G: Die technischen Rahmenbedingungen stehen fest, in Deutschland werden bald die Frequenzen versteigert. Auch 5G-Smartphones und 5G-Tarife soll es in diesem Jahr geben. Und bei WLAN dreht sich alles um den neuen Standard 11ax.

Im Frühjahr will die Bundesnetzagentur Frequenzen versteigern, die für den Betrieb von 5G-Mobilfunk notwendig sind. Da die Laufzeit der Frequenzzuteilung bis 2040 geht, werden damit die Weichen für die mobile Zukunft gestellt: Entsprechend hart ist der Streit im Vorfeld um die Frage, welche Verpflichtungen für die Unternehmen gelten sollen, die Frequenzen bekommen.

Die etablierten Mobilfunkprovider wie Telekom, Vodafone und O2 sperren sich gegen weitreichende Bedingungen, die einen flächendeckenden Ausbau vorschreiben. Neueinsteiger und Verbraucherschützer wünschen sich dagegen eine Verpflichtung für gegenseitiges Roaming, mit dem Netzbetreiber ihre Infrastruktur für Konkurrenten öffnen müssen, damit schneller Mobilfunk möglichst überall möglich sein wird.

5G soll für Privatnutzer höhere Datenraten fürs mobile Internet bringen: Zunächst wird es maximale Downloadraten von 2 bis 5 GBit/s geben. Technisch möglich sind 10 bis 20 GBit/s. Damit kommt 5G auch als DSL-Ersatz für den Internetzugang zu Hause in Frage. Außerdem kann 5G Dienste ermöglichen, die weniger Bandbreite, aber sehr geringe Latenz benötigen, damit Daten in Echtzeit übertragen werden: So soll 5G auch zur Vernetzung von Autos fürs autonome Fahren verwendet werden, für die Verbindung von Maschinen untereinander, um Messwerte zu erfassen oder Kabel zu ersetzen, für Telemedizin und zur Warenverfolgung in der Logistik.

Die ersten 5G-Smartphones sind bald da – zum Beispiel das Moto Z3.
Die ersten 5G-Smartphones sind bald da – zum Beispiel das Moto Z3.
Foto: Motorola

Hohe Bandbreite und geringe Latenz lassen sich dabei über eine gemeinsame Netzausstattung erreichen: Über das 5G Network Slicing kann ein Betreiber das 5G-Netz in virtuelle Abschnitte unterteilen, die jeweils für hohes Tempo oder geringe Latenz optimiert sind. Die Bahn will beispielsweise über 5G gleichzeitig die Zugüberwachung und -steuerung, für die geringe Latenzzeiten entscheidend sind, sowie die breitbandige Übertragung des Entertainment-Angebots für die Reisenden abwickeln.

Wo und wann Sie 5G nutzen können, ist noch unklar: Tarife in Deutschland werden für spätestens 2022 erwartet, denn bis Ende dieses Jahres müssen die Gewinner der Frequenzauktion mindestens 98 Prozent der Haushalte je Bundesland mit mindestens 100 MBit/s versorgen sowie 1000 Basisstationen mit der für 5G wichtigen Frequenz 3,6 GHz in Betrieb haben.

Smartphone-Hersteller bringen aber schon dieses Jahr erste 5G-Modelle auf den Markt, denn die notwendige Hardware wie zum Beispiel das 5G-Modem X50 ist bereits verfügbar. Samsung wird ein 5G-Modell wohl beim Mobile World Congress Ende Februar vorstellen: Es soll zunächst exklusiv beim US-Provider Verizon erhältlich sein.

Ein ähnliches Bundle plant Sprint mit einen 5G-Smartphone von LG. Motorola hat bereits eine 5G-Erweiterung für das Moto Z3 vorgestellt. Auch Oneplus und Huawei werden demnächst mit 5G-Phones an den Start gehen. Allerdings ist 5G auch bei den genannten US-Providern nur in wenigen Städten verfügbar, sodass die neuen Handys wohl zunächst vor allem per LTE online gehen werden, das sie ebenfalls unterstützen.

Apple sitzt dagegen die erste 5G-Welle aus: Womöglich wartet die Firma ab, bis es mehr 5G-Netze weltweit gibt – oder es will keine Qualcomm-Hardware nutzen wie die anderen Hersteller, da Apple derzeit einen Rechtsstreit mit dieser Firma austrägt. (PC-Welt)

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