CIO Auf- und Aussteiger


Noch kein Nachfolger

IT-Vorstand Kim Hammonds verlässt Deutsche Bank



Johannes Klostermeier ist ein freier Journalist aus Berlin. Zu seinen Spezialgebieten zählen unter anderem die Bereiche Public IT, Telekommunikation und Social Media. Auf cio.de schreibt er über CIO Auf- und Aussteiger.
Nach Äußerungen auf einer Führungskräftetagung über die Deutsche Bank als "dysfunktionales Unternehmen" scheidet COO Kim Hammonds beim Finanzinstitut aus.
Kim Hammonds verlässt die Deutsche Bank.
Kim Hammonds verlässt die Deutsche Bank.
Foto: Mario Andreya - Deutsche Bank

COO Kim Hammonds (51) verlässt die Deutsche BankDeutsche Bank. Sie werde zur Hauptversammlung am 24. Mai 2018 aus dem Unternehmen ausscheiden. Das teilte die Bank mit. Top-500-Firmenprofil für Deutsche Bank

"Dysfunktionalstes Unternehmen"

Vor Führungskräften auf einer Tagung im Taunus hatte sie Ende März angeblich gesagt, die Deutsche Bank sei das "dysfunktionalste Unternehmen", für das sie je gearbeitet habe. Die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" hatte darüber berichtet. Hammonds entgegnete in einem „Handelsblatt“-Interview, in ihrer Zeit sei die Zahl der IT-Systeme von 45 auf 32 reduziert worden, die Systeme liefen jetzt deutlich stabiler als früher. Ihr Ziel seien vier Systeme.

CIO bei Boeing

Hammonds kam mit Wirkung zum 25. November 2013 vom Flugzeughersteller Boeing, wo sie CIO war als Co-Leiterin für Technologie und Betrieb (Global Chief Information Officer und Co-Head Technology and Operations) zur Deutschen Bank. Ihre Aufgabe sollte die Erneuerung aller Informationssysteme sein. Sie berichtete zunächst an Henry Ritchotte, Mitglied des Vorstands und Chief Operating Officer der Deutschen Bank.

Ritchotte schied zum Jahresende 2015 aus dem Vorstand aus, angeblich um für die Deutsche Bank eine neue Digitalbank aufbauen. Dazu kam es jedoch nie, im Juni 2016 wurde das Projekt von Vorstandschef John Cyran gestoppt.

Als Generalbevollmächtigte begonnen

Um die nötige Krediterfahrung zu erwerben, die für eine Vorstandsposition bei einer Bank erforderlich ist, wurde Hammonds im Januar 2016 zunächst Generalbevollmächtigte. Im August 2016 stieg sie dann in den Vorstand auf und wurde Chief Operating Officer. Im Vorstand verantwortete sie die Ressorts Technologie und Operations, Informationssicherheit das Datenmanagement, digitale Transformation und Corporate Services.

Vor ihrer Tätigkeit bei Boeing arbeitete Hammonds unter anderem bei Dell und Ford Motor Company. Sie besitzt einen MBAMBA der Western Michigan University sowie einen Bachelor-Abschluss in Maschinenbau der University of Michigan. Alles zu MBA auf CIO.de

"Frischen Wind in die Bank gebracht"

"Kim Hammonds hat frischen Wind in die Bank gebracht - mit dem Blick von außen und viel Erfahrung mit organisatorischen Veränderungen", sagte Aufsichtsratsvorsitzender Paul Achleitner zum Abschied. "Sie hat Digital-, Daten- und Sicherheitsplattformen aufgebaut, die ein starkes Fundament für unsere Bank bilden."

"Hervorragende Arbeit geleistet"

"Weltweit hat das COO-Team hervorragende Arbeit geleistet, um den laufenden Betrieb der Bank sicherzustellen und die nötigen Grundlagen zu schaffen. Ich weiß die Deutsche Bank auf einem guten Weg, um ihre Position als führender Finanzdienstleister zurückzuerobern. Ich wünsche der Bank jeglichen Erfolg und danke dem ganzen Team für die unermüdliche Arbeit, um die BankBank besser zu machen", sagte Hammonds. Top-Firmen der Branche Banken

Über ihre Nachfolge will der Aufsichtsrat laut Deutscher Bank in Kürze entscheiden.

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