Strategien


Studie von McKinsey

Kunden wichtiger als Mitarbeiter

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Die digitale Kundenbindung besitzt für Unternehmen höhere Bedeutung als die digitale Einbindung der Mitarbeiter. Das ergab eine McKinsey-Analyse.

Wie Unternehmen die Digitalisierung umzusetzen, haben die Analysten von McKinsey in dem Papier "The digital tipping point" untersucht. Grundlage ist eine Befragung von rund 850 C-Level-Entscheidern. Dabei zeigen sich teilweise deutliche Unterschiede in den Angaben von CIOs und dem Rest des Feldes.

Grundsätzlich scheint Einigkeit zu herrschen über die Relevanz des Themas. So wollen sich denn auch immer mehr Entscheider aktiv einschalten. 61 Prozent der CEOs sehen sich entweder als Sponsor oder als direkt Beteiligten an Initiativen ihrer Firma. In der Vorjahresbefragung waren es mit 55 Prozent noch deutlich weniger. Die Chief Marketing Officer (CMO) haben mit ebenfalls 61 Prozent gleichgezogen (Vorjahr: 54 Prozent).

Hauptverantwortlicher ist aber nach wie vor der CIO. 69 Prozent der IT-Chefs übernehmen bei der Digitalisierung eine tragende Rolle (2013: 63 Prozent).

Kunden wichtiger als Mitarbeiter

Das starke Gewicht des Marketing-Entscheiders zeigt bereits an, wie sehr die Endverbraucher im Fokus stehen. Für 69 Prozent der Befragten hat digitale Kundenbindung strategische Priorität. Digitale Produktinnovationen und Betriebsmodelle folgen mit 64 Prozent der Nennungen erst auf Platz zwei. Das digitale Einbinden der Mitarbeiter gilt nur für 44 Prozent als strategische Priorität. Auch bei der Budget-Verteilung gewähren die Befragten Endverbraucher-Aktivitäten Vorrang vor Mitarbeiter-, Zulieferer- und Geschäftspartner-Initiativen.

Die Umstellung auf das digitale Zeitalter scheint vor allem an den fehlenden Köpfen zu scheitern. 28 Prozent aller Befragten erklären das Finden geeigneter Mitarbeiter zur Hauptschwierigkeit. Das gilt insbesondere für Firmen, die mehr als eine Milliarde Umsatz erwirtschaften.

Analytics-Experten und Data Scientists fehlen

Diesen Aspekt sehen CIOs und Chief Technology Officers (CTO) deutlich anders als ihre C-Level-Kollegen. Fast sechs von zehn (Informations-)Technologen melden Bedarf an Kräften aus Analytics und Data Science (59 Prozent). Der Durchschnitt aller Antworten liegt hier aber nur bei 44 Prozent.

Außerdem brauchen CIOs/CTOs Unterstützung bei Cloud ComputingCloud Computing sowie Joint Business/IT-Expertise. Das erklären jeweils 29 Prozent. Der Durchschnitt liegt bei 23 und 18 Prozent der Nennungen. Andererseits fordern "nur" 32 Prozent der CIOs/CTOs mehr Mitarbeiter für Mobile- und Online-Entwicklung - gegenüber 40 Prozent im Schnitt. Alles zu Cloud Computing auf CIO.de

Neue Geschäftsfelder wichtiger als Kosten senken

Entscheider erwarten, durch Digitalisierung neue Geschäftsfelder erschließen und sich innerhalb bestehender Geschäftsbereiche von der Konkurrenz absetzen zu können. Kostensenken gilt nicht als oberstes Ziel von Digitalisierung.

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