Strategien


Blockchain, KI, Robotics

Munich Re benennt 13 IT-Trends

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Der Versicherungskonzern rät in seinem aktuellen Tech Trend Radar den Kollegen, jetzt 13 Technologien zu implementieren. Dazu zählen Blockchain, Spracherkennung und Robotic Process Automation (RPA). Insgesamt listet Munich Re 46 Technologien auf.
  • Knapp jeder vierte Verbraucher würde lieber einen Sprachassistenten nutzen statt eine Website zu besuchen
  • Im laufenden Jahr werden Verbraucher knapp ein Fünftel (18 Prozent) mehr Geld für Connected Home-Lösungen ausgeben als 2017
  • 55 Prozent der Verbraucher kennen jemanden, der sein eigenes Fahrzeug zugunsten neuer Mobilitäts-Lösungen aufgegeben hat.

"Die Implementierung bleibt eine Herausforderung", erklärt Thomas Bonaty offen. Er ist IT-Strategist - Innovation bei der Munich Re und Mitherausgeber des "Tech Trend Radar 2018", der der Versicherungsbranche Orientierung geben soll. Das Papier listet insgesamt 46 Technologien auf.

Der Tech Trend Radar listet insgesamt 46 Technologien auf.
Der Tech Trend Radar listet insgesamt 46 Technologien auf.
Foto: MunichRe/T. Bonaty

Der Radar unterteilt die Trends in vier Kategorien: Nutzer-Zentriertheit, Vernetzte Welt, Künstliche Intelligenz und disruptive Technologien. Jeder dieser Trends bewegt sich auf einem von vier Leveln: Beobachtungsphase (die Technologie könnte relevant werden und sollte daher auf dem Schirm sein, hat jetzt aber noch keine Priorität), Einschätzungsphase (Unternehmen sollten die Technologie verstehen und ihre Wirkung evaluieren), Ausprobieren (dieser Trend wird das Unternehmen verändern, aber nur Abteilungen, die mit Risk zu tun haben, brauchen Initiativen zu starten) und Einführung (Munich Re rät dringend zur Anwendung).

13 Technologien in vier Bereichen

Oberste Priorität schreibt der Radar folgenden dreizehn Technologien zu:

  • 1. Im Feld Nutzer-Zentriertheit sind es kundenzentriertes Design, neue Bezahlmodelle und digitale Identitäten.

  • 2. Im Bereich Vernetzte Welt sind es smart Living, wearable Devices, digitale Gesundheitsservice und Cyber-Sicherheit.

  • 3. Bei Künstlicher Intelligenz sind es NLP und Spracherkennung, Prescriptive Analytics, Advanced Machine LearningMachine Learning, robotergestützte Prozessautomatisierung (RPA) und Computervision. Alles zu Machine Learning auf CIO.de

  • 4. Unter den disruptiven Technologien ist es die BlockchainBlockchain. Alles zu Blockchain auf CIO.de

Der Radar beschreibt die vier Felder so:

1. Nutzer-Zentriertheit: Bereits jetzt spielt das Smartphone im Alltag der Konsumenten eine große Rolle. 24 Prozent würden lieber einen Sprachassistenten nutzen statt eine Website zu besuchen, schreibt die Munich Re. In drei Jahren werden es 40 Prozent sein. Derzeit würden 20 Prozent auch ihre Bankgeschäfte lieber über einen Sprachassistenten abwickeln, statt in die Filiale zu gehen. In drei Jahren werden es 31 Prozent sein. (Diese Zahlen stammen von Gartner, Bloomberg und Capgemini.)

Die 46 Technologien im Tech Trend Radar der Munich Re lassen sich in vier Felder einteilen.
Die 46 Technologien im Tech Trend Radar der Munich Re lassen sich in vier Felder einteilen.
Foto: MunichRe/T. Bonaty

Versicherer - wie andere Branchen auch - müssen sich darauf einstellen. Laut Trend Radar könnten etwa Textilhändler den Verbraucher über Smartphone-Technologien künftig den Stoff eines Kleidungsstückes fühlen lassen. Prognose der Munich Re: In einem Jahr wird jeder fünfte große Konzern solche Lösungen rund um Augmented Reality, Virtual Reality und Mixed-Reality evaluieren.

2. Vernetzte Welt: Im laufenden Jahr werden Verbraucher knapp ein Fünftel (18 Prozent) mehr Geld für Connected Home-Lösungen ausgeben als 2017. In absoluten Zahlen sind das 189 Millionen US-Dollar. Der Trend Radar konzentriert sich aber auf das vernetzte Auto beziehungsweise das autonome Fahren. Auch dazu ein paar Zahlen: 55 Prozent der Verbraucher kennen jemanden, der sein eigenes Fahrzeug zugunsten neuer Mobilitäts-Lösungen aufgegeben hat. Ebenso viele würden in ein vollautonomes Fahrzeug einsteigen. 45 Prozent würden sich für ein selbstfahrendes Auto entscheiden, wenn es kostengünstiger ist.

Dieses Feld berührt emotionale Seiten. These: In zwei Jahren werden Unternehmen, die als "digital vertrauenswürdig" gelten, ein Fünftel mehr Umsatz erwirtschaften als solche, die es nicht tun. (Hier zitiert der Trend Radar Roland Berger und Gartner.)

3. Künstliche Intelligenz: 46 Prozent der Verbraucher zeigen Interesse daran, beim Online-Shopping einen virtuellen Assistenten zu nutzen. 22 Prozent sagen dasselbe für die Wahl eines Versicherers und 17 Prozent nutzten einen solchen Assistenten gern im Kontakt mit Behörden. Bis 2020 wird Künstliche Intelligenz eine Million Jobs im Telefonbasierten Kundenservice radikal verändern.

2020 werden fünf Prozent der Altersgruppe 65 Plus einen eigenen Healthcare-Robot nutzen. Zehn Prozent der Notfalleinsätze werden durch KI-Systeme terminiert. (Diese Zahlen stammen von Gartner und JWT (James Walter Thompson) Intelligence.)

4. Disruptive Technologien: Hier konzentriert sich der Tech Radar auf das Internet der Dinge (IoT, Internet of Things). Weltweit bescheinigen Tech Leader dem IoT eine Steigerung der Produktivität (25 Prozent), schnellere Innovationszyklen (19 Prozent), Kostensenkungen (dreizehn Prozent) und mehr Profitabilität (elf Prozent) sowie kürzere Fristen bis zur Marktreife (neun Prozent).

Das Internet der Dinge gilt als wichtigste disruptive Technologie, gefolgt von Robotics und Künstlicher Intelligenz. Als Länder, die solche Technologien am vielversprechendsten einsetzen, gelten die USA und China vor Indien. (Hier zitiert der Tech Radar Gartner und KPMG.)

Tomasz Smaczny, Global Chief Information Officer der ERGO Group (die zur Munich Re gehört), kommentiert, der Tech Trend Radar "zeigt erneut: IT ist heute zentraler Bestandteil der Geschäftstätigkeit eines Unternehmens".

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