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Outsourcing-Deal über 200 Millionen Euro

ProSiebenSat.1 filetiert IT-Tochter - IBM greift zu

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Der Medienkonzern ProSiebenSat.1 hat mit IBM einen Outsourcing-Deal für seine IT-Tochter PSP (ProSiebenSat.1-Produktion) abgeschlossen. Der Fernsehsender rückt den 200-Millionen-Euro-Vertrag in schönstes Licht, kann aber nicht verhindern, dass diskutiert wird. Und zwar kontrovers.

Ziel des Medienunternehmens ist es, eine komplett digitale, bandlose technologische Infrastruktur zu errichten, die die europaweite Verwertung von TV-Inhalten auf allen Verbreitungswegen ermöglicht, so eine Sprecherin. Und Vorstandschef Guillaume de Posch jubelt: "So schaffen wir die Basis für zukünftiges Wachstum und reduzieren gleichzeitig unserer IT-Kosten." Der Vertrag läuft über zehn Jahre.

Das Abkommen erstreckt sich über Teile der IT-Sparte. So wird IBMIBM sämtliche IT-Business-Applikationen übernehmen und ausbauen. Dafür wechseln im ersten Quartal 2009 170 der rund 1.000 PSP-Mitarbeiter zum Dienstleister. Kündigungen seien "derzeit" nicht geplant, so ProSiebenSat.1. Das Medienunternehmen erwartet in den kommenden zehn Jahren Einsparungen von rund 50 Millionen Euro. Alles zu IBM auf CIO.de

Der Sender setzt mit diesem Vertrag den Gerüchten über einen kompletten Verkauf der IT-Sparte ein Ende.

Ob Akquise oder Outsourcing-Abkommen - für IDC-Analyst Rüdiger Spies macht IBM einen geschickten Zug. Die Medienbranche ist durch nicht-strukturierte Daten gekennzeichnet - ein Trend, der die IT künftig prägen wird (Stichwort Mashups). "Mit PSP kauft sich IBM ein ideales Lernfeld, um sich weltweit neu aufstellen zu können", sagt Spies.

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