Strategien


Kultur, Agilität, Prozesse

Stärken und Schwächen bei der Digitalisierung

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Entscheider sollten selbst einschätzen, wie weit die Digitalisierung in ihrem Unternehmen schon vorangekommen ist. Die Hochschule Koblenz veröffentlichte dazu jetzt die Ergebnisse.
  • Auf einer Skala von eins bis fünf bescheinigen sich die Unternehmen bei der Kundenausrichtung einen Wert von 3,4, aber bei soziale Medien/Kundeneinbindung nur 2,9
  • Sehr kleine und sehr große Unternehmen zeigen einen höheren Digitalisierungsgrad

Die Hochschule Koblenz hat deutsche Entscheider um eine Selbsteinschätzung in Sachen DigitalisierungDigitalisierung gebeten. Demnach attestieren sich die Firmen Stärken bei der Unternehmenskultur, aber beispielsweise Schwächen bei den agilen Fähigkeiten. Alles zu Digitalisierung auf CIO.de

Deutsche Unternehmen sehen ihre Stärken und Schwächen bei der Digitalisierung ungleich verteilt.
Deutsche Unternehmen sehen ihre Stärken und Schwächen bei der Digitalisierung ungleich verteilt.
Foto: Hochschule Koblenz/Process and Project

An dem Aufruf "Mein Digital-Profil" beteiligten sich knapp 250 Entscheider. Gut 140 Profile nahmen die Forscher in die Studie auf. Die Teilnehmer verorten sich auf einer Skala von Eins ("sehr elementar") bis fünf ("sehr fortgeschritten").

10 Faktoren bewertet

Digitale Transformation definiert die Hochschule Koblenz als "fortlaufende, zielgerichtete Ausrichtung von Strategie und Organisation auf die Chancen und Herausforderungen einer digitalen, sozialen, vernetzten Welt." Der Erfolg eines Unternehmens hängt von der "ganzheitlichen Transformation von Strategie und Produkten" ab sowie von der "Entwicklung einer angemessenen Kultur verbunden mit bereichs- und kompetenzübergreifenden Fähigkeiten und Prozessen".

Der Profil-Einschätzung liegen folgende zehn Faktoren zugrunde:

  1. Digitale Vision (Wert 3,1)

  2. digitales Produkt und Geschäftsmodell (3,2)

  3. Management des digitalen Wandels (3,1)

  4. Kultur und Werte (3,6),

  5. agile Fähigkeiten (2,9)

  6. soziale Medien und Kundeneinbindung (ebenfalls 2,9)

  7. Kundenausrichtung (3,4)

  8. Vernetzung (3,4)

  9. Daten- und Technologiekompetenz (3,4)

  10. digitale Prozesse und Zusammenarbeit (3,2).

Die niedrigsten Werte bescheinigen sie sich also zweimal, zum einen bei den agilen Fähigkeiten und zum anderen bei sozialen Medien und Kundeneinbindung. Letzteres zeigt einen Widerspruch auf, denn in der Frage der Kundenausrichtung geben sie sich einen deutlich höheren Wert.

Ein Blick auf die Unternehmensgröße zeigt, dass einerseits sehr kleine und andererseits sehr große Betriebe stärker digitalisiert sind.
Ein Blick auf die Unternehmensgröße zeigt, dass einerseits sehr kleine und andererseits sehr große Betriebe stärker digitalisiert sind.
Foto: Hochschule Koblenz/Process and Project

Die Koblenzer Forscher haben den Teilnehmern außerdem Statements vorgelegt, denen sie zustimmen oder die sie ablehnen konnten. Außerdem haben die Befragten ihr Unternehmen als im Branchenvergleich erfolgreicher oder erfolgloser beurteilt.

Aussagen von Umfrageteilnehmern

Es gibt einige Statements, die erfolgreiche Unternehmen deutlich häufiger unterschreiben als erfolglose. Das sind Aussagen wie "In unserem Unternehmen verfügen wir über gelebtes Know-how und Methoden zur Sammlung und Nutzung von Big Data". Weitere Beispiele: "Wir haben Spaß an Veränderung und kontinuierlicher Entwicklung" sowie "Klassische und digitale Kanäle werden zielgruppenorientiert und konsistent genutzt und kombiniert".

Am unteren Ende der Skala gibt es auch Statements, bei denen sich erfolgreiche und erfolglose Betriebe kaum unterscheiden. Beispiele sind "Die Vision von der Zukunft unseres Unternehmens ist sehr weitreichend vom Gedanken einer digitalen und vernetzten Zukunft geprägt" sowie "Es gibt ein gemeinsames Bild, wie die digitale Zukunft unseres Unternehmens aussehen wird".

Bei der Untersuchung der Firmengrößen stellen die Forscher fest, dass zum einen sehr große und zum anderen sehr kleine Unternehmen in puncto digitale Transformation die Nase vorn haben. Sie weisen einen höheren Digitalisierungsgrad auf. Damit schätzen sie sich auch als erfolgreicher ein.

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