CIO Auf- und Aussteiger


Analytics im Mobilfunk

Telefónica setzt auf Künstliche Intelligenz



Johannes Klostermeier ist ein freier Journalist aus Berlin. Zu seinen Spezialgebieten zählen unter anderem die Bereiche Public IT, Telekommunikation und Social Media. Auf cio.de schreibt er über CIO Auf- und Aussteiger.
Telefónica Deutschland setzt für die Instandhaltung und Optimierung seines Mobilfunknetzes Künstliche Intelligenz (KI) sowie entsprechende Algorithmen und Datenanalysen ein.
Künstliche Intelligenz hilft auch bei der Planung der Wartungsarbeiten am Mobilfunkmast.
Künstliche Intelligenz hilft auch bei der Planung der Wartungsarbeiten am Mobilfunkmast.
Foto: Telefonica

Netzexperten und Datenanalyse-Spezialisten aus der TelefónicaTelefónica-Abteilung "Business Analytics and Artificial Intelligence" nutzen KI-Techniken, um auf Basis von Netzdaten und prädiktiven analytischen Modellen zu neuen Erkenntnissen zu kommen. Ziel sei es, notwendige Reparaturmaßnahmen zum Nutzen des Kunden zu priorisieren und durchzuführen. Zudem wolle Telefónica Deutschland Netzeinschränkungen besser vorhersagen und präventiv reagieren. KI im Netzbereich soll kontinuierlich ausgebaut werden. Top-500-Firmenprofil für Telefónica Deutschland Holding AG

Analytischer Blick aufs Mobilfunknetz

"Im Zeitalter der Digitalisierung ermöglicht der Einsatz von Algorithmen und Künstlicher Intelligenz einen neuen, analytischen Blick auf unser Mobilfunknetz. Dadurch erhalten wir zusätzliche Erkenntnisse über das tatsächliche Kundenerlebnis", sagte Thorsten Kühlmeyer, Head of Business Analytics and Artificial Intelligence bei Telefónica Deutschland. "Wir können komplexe Zusammenhänge im Mobilfunknetz noch besser verstehen, die Netzexperten bei der Entscheidungsfindung unterstützen und so insgesamt die Netzqualität aus Kundensicht weiter steigern."

Um den Kunden eine stabile Netzqualität zur Verfügung zu stellen, müssen technische Probleme an Mobilfunkstandorten schnell behoben werden. Für derartige Wartungs- und Reparaturmaßnahmen gibt es definierte Prozesse. Diese Abläufe, die sich bislang auf technische Indikatoren und die individuelle Erfahrung stützen, werden nun um Analysen und Vorschläge ergänzt, die auf Algorithmen und KI beruhen.

Priorisierung des Kundennutzens - Customer Value Prioritization

Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Priorisierung des Kundennutzens - der "Customer Value Prioritization". Um Reparatur- und Wartungsarbeiten möglichst effizient auszuführen, schlagen die Algorithmen den Netzexperten eine optimale Vorgehensweise für die Umsetzung vor. Dabei bezieht die Analyse mit ein, wie viele Kunden von dem jeweiligen Standort abhängig sind, inwiefern benachbarte Sites die temporären Einschränkungen abfangen können und wie umfangreich die erforderlichen Instandsetzungsmaßnahmen sein werden.

Darüber hinaus hat Telefónica Deutschland ein KI-Tool entwickelt, das in Zukunft wiederkehrende Einschränkungen an einzelnen Mobilfunkstationen, sogenannte "Recurring Incidents", durch effiziente Vorhersagen vermeiden soll. Dafür analysiert das KI-Tool die Standorthistorie, ergänzt sie um prädiktive Aussagen und liefert eine Prognose. Darauf aufbauend können die Netztechniker dann entscheiden, ob am Standort Veränderungen präventiv sinnvoll sind.

Telefónica Deutschland | KI im Mobilfunknetz

Branche: Telekommunikation
Zeitrahmen: seit 2017
Mitarbeiter: rund acht Mitarbeiter; Projektteam aus den Abteilungen Business Analytics and Artificial Intelligence und Network Operations
Aufwand: Abteilungsübergreifendes Projekt
Produkte: Hadoop Cluster, Kafka, Spark, Python, H-Base und Tableau ServerServer
Dienstleister: keine
Einsatzort: deutschlandweiter Einsatz zur Analyse des Mobilfunknetzes (rund 46 Millionen Mobilfunkanschlüsse)
Internet: www.telefonica.de Alles zu Server auf CIO.de

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