Markus Duesmann könnte Bram Schot folgen

VW kommentiert "Spekulation" über Wechsel an Audi-Spitze nicht

16.09.2019
Bram Schot hatte nach der Verhaftung von Rupert Stadler die Leitung von Audi übernommen - seit Januar ist er auch formal Vorstandschef. Wie lange, ist offen. Als Wunschkandidat von Audi-Aufsichtsratschef Diess auf dem Chefsessel galt ein Anderer.
Audi CEO Bram Schot
Audi CEO Bram Schot
Foto: Audi AG

Die weitere Zukunft von Audi-Chef Bram Schot an der Spitze der VW-Tochter bleibt ungewiss. Volkswagen wollte sich am Samstag nicht zu einem Medienbericht äußern, wonach Ex-BMW-Vorstand Markus Duesmann im Frühjahr 2020 an die Spitze der VW-Tochter rückt. "Spekulationen über den Zeitpunkt des Tätigkeitsbeginns oder die Ressortverantwortung" von Herrn Duesmann würden bis zur finalen Beschlussfassung des VW-Aufsichtsrates nicht kommentiert, hieß es in Wolfsburg. Ein BMW-Sprecher wollte sich zu dem Bericht nicht äußern.

Schot hatte nach der Verhaftung von Rupert Stadler die Leitung der VW-TochterVW-Tochter in Ingolstadt übernommen - zunächst kommissarisch, seit Januar ist er auch formal Vorstandschef. Eigentlich hatte Duesmann als Wunschkandidat von VW-Konzernchef und Audi-Aufsichtsratschef Herbert Diess für den Chefsessel in Ingolstadt gegolten. Top-Firmen der Branche Automobil

VWVW hatte den Manager im Juli 2018 in München abgeworben. Bisher hieß es, wegen einer Konkurrenz-Sperrklausel dürfe er voraussichtlich erst im Oktober 2020 im VW-Konzern antreten. BMWBMW hatte Duesmann bislang nicht freigegeben. Top-500-Firmenprofil für BMW Top-500-Firmenprofil für VW

Markus Duesmann war zuletzt BMW-Einkaufsvorstand.
Markus Duesmann war zuletzt BMW-Einkaufsvorstand.
Foto: BMW Group

Nach Angaben der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" soll es nun aber eine Einigung der Unternehmen geben bezüglich der Konkurrenz-Sperrklausel. Duesmann dürfe nun früher als bisher gedacht - voraussichtlich am 1. April 2020 - bei AudiAudi den Dienst antreten. Top-500-Firmenprofil für Audi

Bei Volkswagen hieß es weiter, der Aufsichtsrat werde sich mit dem Eintritt von Herrn Duesmann in den VW-Konzernvorstand befassen, nachdem dessen Verfügbarkeit geklärt sei. Der Aufsichtsrat habe am 23. Juli 2018 entschieden, Duesmann "den Eintritt in den Konzernvorstand anzubieten". Bereits damals sei darauf hingewiesen worden, dass Duesmann seine Tätigkeit aufnehmen werde, "sobald er hierfür zur Verfügung steht". Wann dies der Fall sei, hänge weiterhin von Vereinbarungen zwischen Duesmann und BMW ab.

Der Betriebsratschef und stellvertretende Aufsichtsratschef Peter Mosch hatte im Juli gesagt, Schot sei "im Moment der richtige Mann an der richtigen Stelle". Ob das auch mittel- oder langfristig gelte, "das wird sich zeigen, wenn die Vertragsgespräche anstehen".

VW-Konzernbetriebsratschef Bernd Osterloh hatte seinerzeit erklärt: "Herr Schot hat ja noch einen weiteren Vertrag als Vertriebsvorstand im Konzern. Wenn Herr Duesmann dann endlich die Freigabe von BMW bekommt, muss man sehen, was man macht." (dpa/rs)

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