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Erster Europa-Standort

Wipro übernimmt Rechenzentrum von Citibank

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Die Citibank N.A. übergibt ihr 20 Jahre altes Rechenzentrum in Meerbusch an Wipro. Damit verankert sich der Dienstleister erstmals in Europa. Wipro will die Anlage erneuern und neben Citi weitere Outsourcing-Kunden betreuen.

Die Stadt Meerbusch, Kreis Neuss, wirbt auf ihrer Homepage mit einer idyllischen Windmühle und einem nagelneuen Wertstoffhof. Ob die 55.293 Einwohner auch wissen, dass dort ein 20 Jahre altes Rechenzentrum der Citibank steht, geht aus der Website nicht hervor. Der indische Dienstleister dagegen interessiert sich für die Anlage und wird sie jetzt übernehmen. Es ist Wipros erstes Rechenzentrum in Europa.

Wipro hat jetzt ein Rechenzentrum in Europa.
Wipro hat jetzt ein Rechenzentrum in Europa.

Hintergrund ist der Verkauf des Privatkundengeschäftes der Bank in Deutschland. Der in New York ansässige Finanzdienstleister Citigroup hat die hiesige Citibank im Juli 2008 an die französische Genossenschaftsbank Crédit Mutuel verkauft. Die Bank firmiert heute als Targobank.

Das Firmenkundengeschäft liegt nach wie vor in den Händen der Amerikaner, die jetzt aber nicht mehr so viel Rechenzentrumsleistung benötigen. Ihnen gehört ein weiteres Rechenzentrum in Frankfurt am Main, dem Firmensitz der Citigroup Global Markets Deutschland.

In Meerbusch hat die Citibank nun bis zu 30 Monate Zeit, ihre IT-Infrastruktur abzuziehen. Während dieser Frist übernimmt Wipro technisches Infrastruktur-Management und Gebäude-Management. Der Dienstleister will das Rechenzentrum erneuern und von dort aus auch weitere Outsourcing-Kunden betreuen.

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