Finance IT


IT soll nur Kosten senken

Warum Banken ihre IT nicht modernisieren

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Statt zu modernisieren, reagieren Banken auf Druck von Regierungen und Konsumenten mit wachsender Risikoscheu. Laut dem US-Marktforscher Gartner verpassen sie dadurch technologische Innovationen. Das kostet Geld - und Kunden.

Weil sie ihre IT nicht auf den neuesten Stand bringen, verlieren BankenBanken Privatkunden. Zudem verpassen sie die Chance, Kosten zu senken. So lautet zumindest eine Einschätzung der Analysten von Gartner mit Blick auf Westeuropa und Nordamerika. Top-Firmen der Branche Banken

Sparen ohne Strategie
Sparen ohne Strategie
Foto: MEV Verlag

Hintergrund ist die bei Banken "vorherrschende Meinung, dass die IT nur der Kostenreduzierung dient", so Principal Research Analyst Richard De Lotto. Diese Haltung überlagere langfristige Entscheidungen und strategische Planungen.

Konkret nennt De Lotto vier Beobachtungen:

1. Service-Initiativen laufen lokal statt global. Zunehmend führen Banken einzelne Services auf einer gemeinsamen Plattform zusammen. Das wäre lobenswert - wenn dabei nicht in neun von zehn Banken viele Niederlassungen eigene Plattformen kreierten, statt unternehmensweite zu nutzen. Bei international agierenden Instituten entsteht dadurch ein Wirrwarr, das unnötig Geld kostet.

2. Jede zweite Bank wird bis 2013 weder über Innovationsplan noch -budget verfügen. Der Druck von Regierungen wie auch von Konsumenten mache Bank-Entscheider risikoscheu, so De Lotto. Statt zu modernisieren, reagierten sie introvertiert. Der Gartner-Analyst glaubt außerdem, dass drei von vier Banken die technologische Entwicklung verpassen. Sie hätten keine Methoden entwickelt, um Innovationen systematisch zu beobachten und für sich zu adaptieren.

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