Digitale Transformation

5 C-Level-Konkurrenten für den CIO

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Mit einem Chief Digital Officer, einem Chief Data Officer, einem Chief Experience Officer und einem Chief Security Officer sowie einem Chief Technology Officer teilt sich CIO Elizabeth Hackenson die Verantwortung für die Digitalisierung bei Schneider Electric. Kein Modell für jede Firma, sagt die Unternehmensberatung Deloitte.
  • Firmenlenker erwarten vom Chief Digital Officer ein Verständnis dafür, wie durch Digitalisierung Geld zu verdienen ist
  • Laut Deloitte kann es je nach Unternehmenssituation sinnvoll sein, die Funktion eines Chief Digital Officer auf ein paar Jahre zu begrenzen
CIOs bekommen Konkurrenz.
CIOs bekommen Konkurrenz.
Foto: Pressmaster - shutterstock.com

Schneider Electric zentralisiert im Zuge der digitalen Transformation seine IT-Organisation. Das betrifft bei dem globalen Konzern mit Hauptsitz Frankreich die IT-Abteilungen an rund hundert Standorten. Die Verantwortung für Informationstechnologie und Digitalisierung verteilt sich nun auf sechs C-Level-Manager: Neben CIOCIO Elizabeth Hackenson sind es ein Chief Digital Officer, ein Chief Data Officer, ein Chief Experience Officer und ein Chief Security Officer sowie ein Chief Technology Officer. Hinzu kommen Manager mit dem Titel IoT (für Internet of Things) und Digital Product Development Lead, Digital Engineering Lead und Sales and Services Lead. Alles zu Rolle des CIO auf CIO.de

Die Aufgabe, alle IT-Aktivitäten zu überblicken, sieht Schneider Electric bei Chief Digital Officer Herve Coureil. Er war Hackensons Vorgänger als CIO und arbeitete außerdem als Chief Financial Officer (CFO) für Schneider. Im Juli 2017 startete der Konzern die Re-Organisation der IT und ernannte Coureil zum obersten Digitalisierungschef.

Dieser Hintergrund aus dem Business ist für einen Chief Digital Officer typisch, kommentiert Khalid Kark von der Unternehmensberatung Deloitte. Die Unternehmen versprechen sich von solchen Managern ein besser ausgeprägtes Verständnis dafür, wie durch Digitalisierung Geld zu verdienen ist, fügt Kark hinzu.

Ein Fünftel der Arbeitszeit für Abstimmungen

Die jetzige CIO Hackenson wiederum hat 2.000 Mitarbeiter unter sich - die Mehrheit der insgesamt 3.000 IT-Mitarbeiter. Sie gibt an, etwa ein Fünftel ihrer Arbeitszeit für die Abstimmung mit ihren Kollegen aufzuwenden. Als Schlüssel zu einer erfolgreichen Zusammenarbeit nennt sie ein Stichwort: Transparenz. "Man muss offen sein, vor allem in der Auseinandersetzung über schwierige Projekte", erklärt sie. "Außerdem ist es wichtig, Prioritäten zu setzen und die Unternehmensziele nie aus den Augen zu verlieren."

Anders gestaltet sich die Lage bei der American Academy of Family Physicians. CIO des Interessenverbands ist Michael Smith. "Ich denke, ich bin gleichzeitig Chief Innovation Officer, Chief Digital Officer und Chief Data Officer", sagt er, "denn ich übernehme diese Aufgaben und treibe Innovationen voran." Smith führt 40 IT-Mitarbeiter, von denen er in den vergangenen zwei Jahren allerdings etwa zwei Drittel ersetzt hat. Einige dieser Kollegen hätten schlicht nicht über die nötigen SkillsSkills verfügt, andere seien nicht veränderungsbereit gewesen. Alles zu Skills auf CIO.de

"Jeder ist dafür verantwortlich, Innovationen voranzutreiben"

Der CIO hat sich auf die Fahnen geschrieben, das Rechenzentrum des Verbands in die Cloud zu verlagern, das Mindset unternehmerischer zu gestalten und neue Technologie-Plattformen einzuführen. Pläne, eigens einen Chief Innovation Officer zu etablieren, gibt es nicht. Auch sieht Smith keinen Mehrwert in einem dezidierten Chief Digital Officer. Sein Credo: "Jeder ist dafür verantwortlich, Innovation voranzutreiben, dabei spielt es keine Rolle, ob man in der IT arbeitet oder nicht."

Podcast: Connected Manufacturing - weiter gedacht

Obwohl Deloitte-Analyst Kark den Trend zum Chief Digital Officer bestätigt, hält er diese Funktion nicht zwingend für dauerhaft. Je nach Situation des Unternehmens könne es sinnvoll sein, einen Chief Digital Officer nur für einige Jahre einzusetzen und die Funktion dann in die Technologie-Abteilung zu integrieren. "In dieser Frage gibt es kein One-size-fits-all", sagt auch Coureil. Trotzdem sieht er seine Funktion bei Schneider Electric als längerfristig an - vor allem wegen der Größe des Konzerns und seinem Fokus auf Technologie.

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