Chief Digital Officer

Jedes zweite Unternehmen setzt auf einen CDO

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
In Deutschland beschäftigt fast jedes zweite Unternehmen einen Chief Digital Officer, weltweit nur jedes fünfte. Die meisten CDOs sind Technologen, wie eine aktuelle Studie von Strategy& zeigt.
  • Strategy& definiert einen Chief Digital Officer als denjenigen, der die Digitalisierungsstrategie einer Firma entwickelt und umsetzt
  • Weltweit zählt mehr als jeder zweite CDO zum C-Level, in Deutschland sind es 51 Prozent
  • Versicherungen und Banken beschäftigen besonders oft CDOs, in der Bundesrepublik liegen Konsumgüterkonzerne vorn

Frankreich und Deutschland sind in Sachen Chief Digital Officer besonders aktiv. Weltweit haben erst 21 Prozent der Unternehmen eine solche Rolle etabliert. In Europa sind es 39 Prozent, wobei Frankreich mit 66 und Deutschland mit 48 Prozent vorn liegen, während Russland mit elf Prozent das Schlusslicht bildet. Das zeigt eine aktuelle Umfrage der Unternehmensberatung Strategy& unter Entscheidern aus den 2.500 größten Unternehmen weltweit. Strategy& ist Teil von PwC (PricewaterhouseCoopers).

Nach den Zahlen von Strategy& sind Frankreich und Deutschland in Sachen CDO europäische Spitzenreiter.
Nach den Zahlen von Strategy& sind Frankreich und Deutschland in Sachen CDO europäische Spitzenreiter.
Foto: Strategy&

Strategy& definiert einen Chief Digital Officer als denjenigen, der die Digitalisierungsstrategie einer Firma entwickelt und umsetzt. Er agiert abteilungsübergreifend und baut das Unternehmen zu einem "Digital enabled Enterprise" um. Nicht immer ist diese Position auch als "CDO" betitelt.

Ein solcher Digitalchef sitzt in Nordamerika in 23 Prozent der Unternehmen, in Süd- und Lateinamerika gilt das für 18 und in Asien für zehn Prozent. Zwar gibt es insgesamt immer mehr CDOs, aber die Zunahme dieser Funktion ist nicht mehr so rasant wie vor wenigen Jahren: Nach den Zahlen von Strategy& verfügten 2014 erst sechs Prozent der Firmen über einen CDO, 2016 waren es mit 19 Prozent deutlich mehr. Der Sprung zu den jetzt 21 Prozent ist also nicht mehr so groß.

Weltweit gesehen arbeiten 54 Prozent der CDOs auf C-Level-Ebene (in Deutschland sind es 51 Prozent).
Weltweit gesehen arbeiten 54 Prozent der CDOs auf C-Level-Ebene (in Deutschland sind es 51 Prozent).
Foto: Strategy&

Weltweit gesehen zählt gut jeder zweite CDO zur C-Suite (Deutschland: 51 Prozent). Die anderen nennen sich Vice President (17 Prozent), Director (zwölf Prozent) oder führen ganz andere Titel. Meist haben CDOs einen Technologie-Hintergrund (41 Prozent) oder stammen aus dem Feld Strategie und Geschäftsentwicklung (28 Prozent). Das ist in Deutschland anders: Hier haben 41 Prozent der CDOs ursprünglich als Strategen und Geschäftsentwickler gearbeitet, während 31 Prozent Technologen sind.

Anders als im weltweiten Vergleich beschäftigen in Deutschland vor allem Konsumgüterkonzerne CDOs.
Anders als im weltweiten Vergleich beschäftigen in Deutschland vor allem Konsumgüterkonzerne CDOs.
Foto: Strategy&

Was die Branchen angeht, so beschäftigen weltweit vor allem Versicherungen CDOs (41 Prozent). Mit sichtbarem Abstand folgen Banken (32 Prozent), Communications/Media (30 Prozent) und Konsumgüter/Handel (27 Prozent). Diese Verteilung zeige sich seit etwa drei Jahren, fügt Strategy& an. Auch hier stellt sich die Situation in Deutschland anders dar: Mit 67 Prozent stehen Konsumgüterkonzerne an der Spitze, es folgen Transport/Tourismus sowie Öl und Gas mit jeweils 60 Prozent und Pharmafirmen mit 53 Prozent der Nennungen.

Generell gilt: es sind insbesondere die besonders großen Firmen, die einen CDO etablieren. Die Verteilung von intern herangezogenen Digitalisierungs-Chefs und extern angeheuerten hält sich die Waage. Deutsche Unternehmen stellen überdurchschnittlich oft (56 Prozent) Externe ein.

Zur Startseite